Kombucha selber machen – Grundlagen für Einsteiger
Kombucha selber machen – Grundlagen für Einsteiger
Kombucha selber machen liegt im Trend und ist einfacher, als viele denken. Das spritzige, leicht säuerliche Teegetränk entsteht durch eine natürliche Fermentation und lässt sich mit wenigen Zutaten zu Hause herstellen.
Im Zentrum steht eine Kombucha-Kultur, oft als SCOBY bezeichnet, die gesüßten Tee in ein prickelndes, mild-saures Getränk verwandelt. Mit etwas Geduld und ein paar Grundregeln gelingt der erste Ansatz fast immer.
Anders als gekaufter Kombucha aus dem Supermarkt lässt sich die selbst gemachte Variante ganz nach eigenem Geschmack würzen. Gleichzeitig sparst du auf Dauer Geld, da eine einmal angesetzte Kultur immer wieder verwendet werden kann.
In diesem Ratgeber zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du Kombucha selber machen kannst. Du erfährst, welche Zutaten du brauchst und worauf du bei der Fermentation achten solltest.
Was ist Kombucha?
Kombucha ist ein fermentiertes Teegetränk, das aus gesüßtem schwarzem oder grünem Tee und einer Kombucha-Kultur entsteht. Diese Kultur aus Bakterien und Hefen wird auch SCOBY genannt, eine Abkürzung für „symbiotic culture of bacteria and yeast“. Mehr Hintergründe findest du auf Wikipedia: Kombucha.
Während der Fermentation wandeln die Mikroorganismen den Zucker im Tee teilweise in Milchsäure, Essigsäure und etwas Kohlensäure um. So entsteht das charakteristische, leicht spritzige und säuerliche Aroma von Kombucha.
Ursprünglich stammt das Getränk vermutlich aus Ostasien und wird dort schon seit Jahrhunderten hergestellt. Heute ist Kombucha weltweit bekannt und in vielen Bio-Läden, Cafés und Supermärkten erhältlich, meist zu einem deutlich höheren Preis als bei der Eigenproduktion.
Warum Kombucha eine gute Wahl ist
Kombucha selber machen bringt mehrere Vorteile mit sich, die über den Geschmack hinausgehen.
- Erfrischend: Eine spritzige, natürliche Alternative zu Limonade oder anderen Softdrinks, ganz ohne künstliche Aromen.
- Vielseitig: Lässt sich mit Obst, Kräutern oder Gewürzen individuell aromatisieren und immer wieder neu kombinieren.
- Günstig: Nach der ersten Anschaffung der Kultur bleiben die laufenden Kosten für Tee und Zucker sehr gering.
- Probiotisch: Enthält lebende Kulturen, die klassischerweise mit der Darmgesundheit in Verbindung gebracht werden.
- Nachhaltig: Reduziert Verpackungsmüll, da du auf gekaufte Flaschen aus dem Handel verzichten kannst.
Kombucha selber machen – Schritt für Schritt
So gelingt dein erster Ansatz zuverlässig.
- Tee aufbrühen: Schwarzen oder grünen Tee mit heißem Wasser aufgießen und 10 bis 15 Minuten ziehen lassen, bevor die Teeblätter entfernt werden.
- Zucker auflösen: Etwa 70 Gramm normalen Haushaltszucker pro Liter Tee einrühren, bis er sich vollständig aufgelöst hat.
- Abkühlen lassen: Den gesüßten Tee vollständig auf Zimmertemperatur abkühlen lassen, bevor die Kultur hinzukommt.
- Kultur einsetzen: SCOBY und etwas Ansatzflüssigkeit aus einer vorherigen Fermentation in ein sauberes Glas geben.
- Abdecken: Das Glas mit einem atmungsaktiven Tuch und einem Gummiband verschließen, statt es luftdicht zu schließen.
- Fermentieren lassen: 7 bis 14 Tage an einem warmen, ruhigen Ort ohne direkte Sonne stehen lassen und zwischendurch probieren.
- Abfüllen: Den fertigen Kombucha in Flaschen füllen, nach Wunsch aromatisieren und kühl stellen.
Häufige Fehler vermeiden
Verwende zum Fermentieren niemals Metallgefäße oder -löffel, da diese die Kultur schädigen können. Achte außerdem darauf, das Glas nicht luftdicht zu verschließen, damit überschüssiges Gas entweichen kann. Und wirf den SCOBY nicht weg, wenn er bräunliche Fäden bildet, das ist normal und kein Zeichen von Schimmel.
Die richtige Ausstattung für den Start
Für den Einstieg brauchst du nicht viel: ein großes Glasgefäß, ein atmungsaktives Tuch, ein Gummiband und hochwertigen, unaromatisierten Tee. Von aromatisierten Teesorten oder ätherischen Ölen solltest du absehen, da sie die empfindliche Kultur schädigen können.
Auch bei der Wasserqualität lohnt sich ein zweiter Blick, da stark gechlortes Leitungswasser die Fermentation stören kann. Gefiltertes oder kurz abgekochtes und wieder abgekühltes Wasser ist meist die sicherere Wahl.
Wähle für den Ansatz ein möglichst großes Glasgefäß, damit die Kultur genug Oberfläche zur Verfügung hat. Ein ruhiger Platz in der Küche mit gleichmäßiger Zimmertemperatur zwischen 20 und 26 Grad eignet sich am besten, fernab von Zugluft und direkter Sonneneinstrahlung.
Aromatisieren und zweite Fermentation
Nach der ersten Fermentation kannst du deinen Kombucha in einer zweiten Runde weiter verfeinern. Dazu füllst du das Getränk in gut verschließbare Flaschen und gibst etwas Obst, Ingwer oder Kräuter dazu.
Durch das geschlossene Gefäß entsteht in wenigen Tagen zusätzliche natürliche Kohlensäure. Öffne die Flaschen anfangs vorsichtig, da sich dabei etwas Druck aufbauen kann.
Beliebte Kombinationen für die zweite Fermentation sind Ingwer mit Zitrone, Beeren mit frischer Minze oder Apfel mit Zimt. So entsteht mit wenig Aufwand eine ganz individuelle Geschmacksrichtung, ohne zusätzlichen Zucker in großen Mengen zuzusetzen.
Kombucha richtig lagern
Fertig aromatisierten Kombucha bewahrst du am besten im Kühlschrank auf, wo er mehrere Wochen haltbar bleibt. Durch die Kälte wird die Fermentation deutlich verlangsamt, sodass sich Geschmack und Kohlensäure kaum noch verändern.
Den SCOBY selbst kannst du zwischen zwei Ansätzen in etwas gesüßtem Tee bei Zimmertemperatur aufbewahren, oft als „SCOBY-Hotel“ bezeichnet. So bleibt die Kultur aktiv und einsatzbereit für den nächsten Ansatz.
Woran du einen gelungenen Ansatz erkennst
Ein gesunder Ansatz riecht angenehm säuerlich-fruchtig, ähnlich wie Apfelessig, und schmeckt spritzig statt unangenehm streng. Auf der Oberfläche kann sich eine neue, meist helle Kulturschicht bilden, das ist ein gutes Zeichen für aktive Fermentation.
Bräunliche Schlieren oder fadenartige Strukturen an der Kultur sind normal und kein Grund zur Sorge. Nur bei trockenen, farbigen Flecken auf der Oberfläche, etwa in Blau, Grün oder Schwarz, solltest du den gesamten Ansatz vorsichtshalber entsorgen.
Gesundheitliche Aspekte von Kombucha
Kombucha wird häufig mit probiotischen Eigenschaften in Verbindung gebracht, da während der Fermentation lebende Bakterien- und Hefekulturen entstehen. Wissenschaftlich sind viele gesundheitsbezogene Aussagen rund um Kombucha allerdings noch nicht abschließend belegt.
Wer empfindlich auf Koffein oder Säure reagiert, sollte vorsichtig herantasten. Bei Schwangerschaft oder einem geschwächten Immunsystem lohnt sich vor dem regelmäßigen Konsum eine Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt. Für die meisten gesunden Erwachsenen ist ein Glas Kombucha am Tag in der Regel unbedenklich.
Wie viel Zucker bleibt im fertigen Getränk?
Der zu Beginn zugesetzte Zucker dient in erster Linie als Nahrung für die Kombucha-Kultur, nicht als Süßungsmittel für dich. Während der Fermentation wird ein großer Teil davon von Bakterien und Hefen abgebaut und in Säuren sowie etwas Kohlensäure umgewandelt.
Je länger die Fermentation dauert, desto weniger Restzucker und desto mehr Säure enthält dein Kombucha am Ende. Wer ein milderes, weniger saures Ergebnis bevorzugt, fermentiert entsprechend kürzer und probiert regelmäßig zwischendurch.
Passende Rezepte zum Ausprobieren
Kombucha passt hervorragend als erfrischendes Getränk zu leichten, asiatisch inspirierten Gerichten. Probiere ihn zum Beispiel zu unserer Veganen Sushi-Bowl, deren milde Röllchen von der spritzigen Säure profitieren.
Auch zu unserer Veganen Buddha Bowl mit Erdnuss-Dressing ist ein Glas selbst gemachter Kombucha eine schöne, spritzige Ergänzung zum herzhaften Erdnuss-Dressing.
FAQ zu Kombucha selber machen
Je nach Raumtemperatur und gewünschter Säure dauert die erste Fermentation etwa 7 bis 14 Tage. Am besten probierst du zwischendurch, bis dir der Geschmack zusagt.
Am einfachsten bekommst du einen SCOBY von jemandem, der bereits Kombucha herstellt, oder in Bio- und Fermentationsläden. Manche Kulturen lassen sich auch aus fertigem, unpasteurisiertem Kombucha selbst ansetzen.
Durch die Fermentation entsteht ein sehr geringer, meist unter einem Prozent liegender Alkoholanteil. Für die meisten Menschen ist das unbedenklich, bei Unsicherheit lohnt sich Rücksprache mit einer Fachperson.

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