Veganes Raclette mit Kartoffeln und cremigem Cashewkäse
Veganes raclette bringt schon jetzt echte Winterlaune an den Tisch, auch wenn draußen noch Herbst ist. Statt Kuhmilchkäse schmilzt hier ein selbstgemachter, cremiger Cashewkäse in den kleinen Pfännchen – genauso würzig und käsig, wie du es kennst, aber zu 100 Prozent pflanzlich. Perfekt für gemütliche Abende mit Familie oder Freunden, wenn die Tage kürzer werden und man wieder länger am Tisch sitzen bleibt.
Vielleicht denkst du, veganes Raclette sei kompliziert oder brauche spezielle Zutaten. Tatsächlich braucht es nur Cashewkerne, ein paar Gewürze und etwas Geduld für die Kühlzeit. Alles andere übernimmt das Raclette-Gerät, während ihr gemeinsam am Tisch sitzt, Kartoffeln pellt und Gemüse in die Pfännchen füllt. Genau dieses gemeinsame Zubereiten am Tisch macht Raclette zu einem der geselligsten Gerichte überhaupt.
Das Beste: Weil das Rezept komplett vegan ist, erfüllt es automatisch auch jede vegetarische Suchintention und eignet sich hervorragend für gemischte Tischrunden. Niemand muss auf das gesellige Raclette-Erlebnis verzichten, nur weil er oder sie pflanzlich isst. Auch für Silvester oder gemütliche Winterabende mit der ganzen Familie ist dieses Rezept bestens geeignet.
Warum du veganes Raclette lieben wirst
Veganes raclette punktet vor allem mit seiner Geselligkeit: Jeder am Tisch stellt sich sein eigenes Pfännchen individuell zusammen, während der selbstgemachte Cashewkäse in der Hitze schön cremig schmilzt und an den Rändern leicht bräunt – genau wie beim Original. Nährhefe sorgt dabei für die typisch würzig-käsige Note, Zitronensaft bringt die nötige Frische und Agar-Agar sorgt gemeinsam mit Speisestärke für die perfekte Schmelzkonsistenz. Kombiniert mit warmen Pellkartoffeln, knackigem Gemüse und sauren Gurken entsteht ein Abendessen, das lange satt macht und für viel Gesprächsstoff am Tisch sorgt. Anders als beim klassischen Raclette braucht niemand am Tisch auf die typische Käseschmelze zu verzichten, egal welche Ernährungsweise die Gäste haben.
Alltagstauglich und schnell gemacht
Der einzige Zeitfaktor bei diesem Rezept ist die Kühlzeit für den Cashewkäse, die mindestens 2 Stunden beträgt. Deshalb bereitest du ihn am besten am Vortag oder morgens für den Abend zu – danach ist er schnittfest und lässt sich in der Restzeit bis zum Servieren einfach im Kühlschrank aufbewahren. Der eigentliche Kochaufwand am Abend selbst beschränkt sich auf Kartoffeln kochen und Gemüse schneiden, den Rest erledigt jeder Gast selbst am Raclette-Gerät. Das macht dieses Gericht ideal für entspannte Abende, an denen niemand stundenlang in der Küche stehen möchte, und auch für spontane Einladungen, wenn der Käse schon vorbereitet im Kühlschrank wartet.
Für größere Runden verdoppelst oder verdreifachst du einfach die Käsemenge, denn der Cashewkäse lässt sich problemlos in größeren Mengen zubereiten. Reste vom geschmolzenen Käse schmecken am nächsten Tag auch kalt auf einer Scheibe Brot noch richtig gut, sodass nichts verschwendet wird. Auch die gekochten Kartoffeln vom Vortag lassen sich am nächsten Tag in der Pfanne zu Bratkartoffeln weiterverarbeiten.

Veganes Raclette mit Kartoffeln und cremigem Cashewkäse
Zutaten
Für die Kartoffeln
- 1 kg festkochende Kartoffeln
- Salz für das Kochwasser
Für den Cashew-Raclettekäse
- 200 g Cashewkerne über Nacht eingeweicht
- 200 ml Wasser
- 3 EL Nährhefe
- 2 EL Zitronensaft
- 1 TL Agar-Agar
- 2 EL Speisestärke
- 1 TL Salz
- 1 Zehe Knoblauch
Zum Servieren
- 200 g Champignons in Scheiben
- 2 Stück Zwiebeln in Ringen
- 150 g Cherrytomaten halbiert
- Essiggurken nach Belieben
- Silberzwiebeln nach Belieben
- Petersilie und Schnittlauch frisch, gehackt
Zubereitung
Cashewkäse zubereiten
- Eingeweichte Cashewkerne abgießen und gründlich abspülen.

- Cashewkerne mit Wasser, Nährhefe, Zitronensaft, Knoblauch und Salz in einen Hochleistungsmixer geben und fein pürieren.

- Masse in einen Topf geben, Agar-Agar und Speisestärke einrühren und unter ständigem Rühren aufkochen lassen.

- Bei mittlerer Hitze 2-3 Minuten köcheln lassen, bis die Masse eindickt und leicht Fäden zieht.

- Käsemasse in eine kleine Form oder Schüssel füllen und im Kühlschrank mindestens 2 Stunden fest werden lassen.

Kartoffeln & Raclette
- Kartoffeln waschen und mit Schale in Salzwasser 20 Minuten weich kochen, dann abgießen.

- Champignons, Zwiebeln und Tomaten in dünne Scheiben oder Ringe schneiden und auf Tellern anrichten.

- Cashewkäse aus der Form stürzen und in kleine Würfel oder Scheiben schneiden.

- Raclette-Gerät in der Tischmitte aufstellen und die Pfännchen nach Wunsch mit Käse und Gemüse befüllen.

- Pfännchen 5-8 Minuten unter das Raclette-Gerät schieben, bis der Käse geschmolzen und leicht gebräunt ist.

- Mit den gekochten Kartoffeln, Essiggurken, Silberzwiebeln und frischen Kräutern servieren.

Notizen
Nährwerte
Herkunft & Zutatenwissen
Raclette stammt ursprünglich aus dem Schweizer Wallis, wo Hirten den Käse traditionell direkt am offenen Feuer schmolzen und die geschmolzene Schicht abschabten – daher auch der Name, abgeleitet vom französischen Wort für schaben. Erst im 20. Jahrhundert entwickelten sich die heute bekannten Tischgeräte mit kleinen Pfännchen, die das Gericht auch außerhalb der Schweiz populär machten. Mehr zur Geschichte von Raclette liest du bei Wikipedia.
Der selbstgemachte Cashewkäse in diesem Rezept basiert auf eingeweichten Cashewkernen, die durch Nährhefe ihre würzige, leicht käsige Note bekommen. Nährhefe ist zudem eine gute pflanzliche Quelle für Vitamin B12, sofern sie damit angereichert ist – ein Blick auf die Verpackung lohnt sich. Wenn du generell mehr über veganen Käse erfahren möchtest, findest du in unserem Beitrag Veganen Käse selber machen weitere Grundrezepte und Techniken.
Kartoffeln als Beilage haben beim Raclette Tradition, weil ihre milde, sämige Konsistenz die Würze des Käses perfekt auffängt. Festkochende Sorten eignen sich am besten, da sie beim Kochen ihre Form behalten und sich gut pellen lassen. Wer es noch käsiger mag, findet in unserem Rezept für veganes Käsefondue eine weitere gesellige Winterklassiker-Variante.
Mit rund 480 Kilokalorien, 14 Gramm Eiweiß und 26 Gramm Fett pro Portion ist veganes Raclette ein sättigendes Winteressen. Die Cashewkerne liefern dabei ungesättigte Fettsäuren sowie Magnesium und Zink, während die Kartoffeln komplexe Kohlenhydrate und Kalium beisteuern. So bleibt der gesellige Abend nicht nur lecker, sondern auch nährstoffreich.
Wenn du magst, richte zusätzlich eine kleine Auswahl an Dips wie Senf, Preiselbeeren oder eine Kräuter-Cashewcreme an. Diese kleinen Extras runden das gesellige Raclette-Erlebnis ab und geben jedem Gast die Möglichkeit, seine Kombination noch individueller zu gestalten.
Variationen für dein veganes Raclette
Neben Champignons, Zwiebeln und Tomaten passen auch Paprika, Zucchini oder dünne Auberginenscheiben hervorragend in die Pfännchen. Wer es herzhafter mag, gibt geräucherten Tofu oder marinierte Sojaschnetzel mit hinein – beides nimmt die Käsewürze gut an und liefert zusätzliches pflanzliches Eiweiß. Für eine fruchtige Note passen auch dünne Birnenscheiben unter den Käse, ein Klassiker aus der traditionellen Raclette-Küche.
Falls dir Agar-Agar fehlt, kannst du versuchsweise etwas mehr Speisestärke verwenden, allerdings wird die Konsistenz dann etwas weicher. Für eine würzigere Käsevariante gibst du einen halben Teelöffel geräuchertes Paprikapulver oder etwas Senf mit in den Mixer. Wer keinen Raclette-Ofen besitzt, kann den Käse auch in kleinen ofenfesten Förmchen im Backofen bei 200°C für etwa 8 Minuten überbacken.
Für ein vollständiges Menü servierst du vorab einen kleinen grünen Salat mit Essig-Öl-Dressing, der die Deftigkeit des Raclettes etwas ausgleicht. Zum Abschluss passt ein warmer Kräutertee oder ein heißer Apfelsaft mit Zimt besonders gut in die winterliche Runde.
Auch als Silvesteressen oder für den Jahreswechsel eignet sich veganes Raclette hervorragend, weil sich alle Gäste über Stunden hinweg gemütlich an einem gedeckten Tisch selbst versorgen. Stelle dafür zusätzlich eine Schüssel mit gerösteten Nüssen oder Oliven bereit, damit während der Wartezeit auf das nächste Pfännchen niemand hungrig bleibt.
So gelingt’s
Rühre die Käsemasse im Topf ständig mit einem Schneebesen um, sobald das Agar-Agar hineinkommt, damit keine Klümpchen entstehen. Fülle sie sofort nach dem Kochen in die Form, denn Agar-Agar beginnt bereits ab etwa 40°C zu gelieren. Für glatte Kanten beim Anschneiden kühlst du den fertigen Käse am besten über Nacht durch. Ein in heißes Wasser getauchtes Messer erleichtert zusätzlich das saubere Schneiden der fertigen Käsemasse.
Ein Tipp zum Schluss: Bereite immer etwas mehr Käse und Gemüse vor, als du denkst – beim geselligen Raclette-Essen wird erfahrungsgemäß mehr gegessen als bei einem klassischen Abendessen, weil das ständige Nachlegen und Probieren einfach Spaß macht und die Gäste länger am Tisch sitzen bleiben.

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