Hauptgericht

Veganer Labskaus nach Hamburger Art

Redaktion 10. Oktober 2026 0 Kommentare
Veganer Labskaus nach Hamburger Art mit Rote Bete, Räuchertofu, Gewürzgurken und veganem Spiegelei auf einem Teller

Veganer Labskaus steht bei dir vielleicht noch nicht ganz oben auf der Rezeptliste – dabei ist das deftige Kartoffelgericht aus dem Hamburger Hafen genau das, was an kühlen Herbsttagen fehlt. Du kennst das Problem: Es wird früh dunkel, du kommst spät von der Arbeit, und auf Tiefkühlpizza hast du eigentlich keine Lust. Was du stattdessen brauchst, ist ein warmes, sättigendes Hauptgericht, das ohne großen Aufwand auf den Tisch kommt. Genau dafür ist dieser vegane Labskaus gemacht: ein cremiger Kartoffelstampf mit Rote Bete, geräuchertem Tofu und einem knackigen Topping aus Gewürzgurken – komplett vegan und damit auch für die vegetarische Küche bestens geeignet.

Das Rezept funktioniert ganz ohne Fleisch und ohne Fisch, verliert dabei aber nichts von der herzhaften Tiefe des Originals. Räuchertofu übernimmt die rauchige Note, Rote Bete sorgt für die typische rosarote Farbe. Ein veganes Spiegelei aus Seidentofu rundet das Gericht optisch wie geschmacklich ab, und mit Gewürzgurke und Röstzwiebeln bekommst du den vollen Hafenrestaurant-Eindruck direkt in der eigenen Küche.

Gerade jetzt im Herbst, wenn Kartoffeln und Rote Bete Saison haben, lohnt sich dieses Rezept besonders. Es ist eines dieser Gerichte, die auf den ersten Blick simpel wirken, aber mit jedem Löffel überraschend viel Tiefe entfalten. Und weil der Labskaus stückig bleibt statt glatt püriert zu werden, bekommst du bei jedem Bissen eine andere Kombination aus Kartoffel, Rote Bete und Räuchertofu – kein Gericht wird so schnell langweilig.

Warum du Veganer Labskaus lieben wirst

Veganer Labskaus vereint drei Dinge, die ein gutes Feierabendessen braucht: wenig Aufwand, viel Geschmack und Zutaten, die du fast immer im Haus hast. Kartoffeln, Zwiebeln und Rote Bete kosten wenig und sind das ganze Jahr erhältlich. Der Räuchertofu bringt die herzhafte Würze, die sonst das Pökelfleisch liefern würde. Du musst also nicht zu teuren Fleischersatzprodukten greifen, um das typische Hafenstadt-Aroma zu treffen. Gleichzeitig bleibt das Gericht bewusst stückig – ein echter Hausmannskost-Teller statt glattpürierter Creme.

Ein weiterer Pluspunkt: Labskaus ist von Natur aus ein Resteverwerter-Gericht. Übrig gebliebene gekochte Kartoffeln vom Vortag lassen sich wunderbar hier unterbringen, und auch die Mengen der einzelnen Zutaten kannst du großzügig variieren, ohne dass das Ergebnis misslingt. Das macht das Rezept auch für Kochanfänger sehr verzeihend. Selbst wer selten vegan kocht, wird überrascht sein, wie unkompliziert sich der typische Geschmack dieses norddeutschen Klassikers ganz ohne tierische Zutaten treffen lässt.

Einfach, alltagstauglich und ohne Spezialprodukte

Für diesen veganen Labskaus brauchst du keine Spezialzutaten aus dem Reformhaus. Räuchertofu, vakuumierte Rote Bete und Kala Namak für das vegane Spiegelei bekommst du mittlerweile in fast jedem gut sortierten Supermarkt. Die Zubereitung dauert etwa eine Stunde, größtenteils Kochzeit, in der du nebenbei den Tisch decken oder die Küche aufräumen kannst. Das Gericht lässt sich außerdem gut vorkochen und am nächsten Tag aufwärmen – ideal für den stressigen Wochenstart, wenn abends keine Zeit zum Kochen bleibt.

Auch für größere Runden eignet sich das Rezept gut, denn die Mengen lassen sich problemlos verdoppeln oder verdreifachen, ohne dass sich die Garzeiten groß verändern. Wenn du Gäste hast, die noch nicht vegan essen, ist Labskaus zudem ein gutes Einsteigergericht: Der Kartoffelstampf steht geschmacklich im Vordergrund, nicht ein einzelnes Ersatzprodukt, das sofort als „vegan“ auffällt. So überzeugt das Gericht auch skeptische Esserinnen und Esser am Familientisch.

Veganer Labskaus nach Hamburger Art mit Rote Bete, Räuchertofu, Gewürzgurken und veganem Spiegelei auf einem Teller

Veganer Labskaus nach Hamburger Art

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Herzhafter Kartoffel-Rote-Bete-Stampf mit geräuchertem Tofu, serviert mit Gewürzgurken, Röstzwiebeln und veganem Spiegelei – der Hamburger Klassiker ganz ohne Fleisch und Fisch.
Portionen 4 Portionen
Vorbereitungszeit 25 Minuten
Zubereitungszeit 35 Minuten
Gesamtzeit 1 Stunde

Zutaten
  

Für den Labskaus

  • 800 g mehlige Kartoffeln geschält, gewürfelt
  • 2 Stück Zwiebeln fein gewürfelt
  • 200 g Räuchertofu fein gewürfelt
  • 250 g gekochte Rote Bete gewürfelt (vakuumverpackt, ungewürzt)
  • 400 ml Gemüsebrühe
  • 1 Stück Lorbeerblatt
  • 2 EL Pflanzenöl
  • 1 Prise Piment, gemahlen
  • Salz und Pfeffer nach Geschmack

Zum Servieren

  • 4 Stück Gewürzgurken in Scheiben
  • 2 EL Röstzwiebeln
  • 200 g Seidentofu in 4 dicke Scheiben geschnitten, für das vegane Spiegelei
  • 1 TL Kala Namak schwarzes Salz, für Ei-Geschmack
  • 1 Prise Kurkuma für die gelbe Farbe
  • 1 EL Pflanzenöl zum Anbraten
  • 1 Bund Schnittlauch in Röllchen

Zubereitung
 

Vorbereiten

  • Die Kartoffeln schälen und in grobe Würfel schneiden. Zwiebeln fein würfeln, Rote Bete in kleine Würfel schneiden.
    Veganer Labskaus nach Hamburger Art mit Rote Bete, Räuchertofu, Gewürzgurken und veganem Spiegelei auf einem Teller
  • Kartoffeln mit der Gemüsebrühe und dem Lorbeerblatt in einem Topf aufkochen und bei mittlerer Hitze 18-20 Minuten weich kochen, bis sie sich leicht zerdrücken lassen.
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Anbraten & Stampfen

  • Während die Kartoffeln kochen, das Pflanzenöl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebeln darin 4-5 Minuten glasig braten. Den Räuchertofu dazugeben und weitere 5 Minuten mitbraten, bis er leicht Farbe bekommt.
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  • Die Kartoffeln abgießen, dabei etwa 100 ml vom Kochwasser auffangen. Lorbeerblatt entfernen. Kartoffeln mit einem Kartoffelstampfer grob zerdrücken – Labskaus darf ruhig noch stückig sein, das macht den Hausmannskost-Charakter aus.
    Veganer Labskaus nach Hamburger Art mit Rote Bete, Räuchertofu, Gewürzgurken und veganem Spiegelei auf einem Teller
  • Zwiebel-Tofu-Mischung und Rote-Bete-Würfel unter die Kartoffeln rühren. Mit Piment, Salz und Pfeffer abschmecken. Falls die Masse zu fest ist, löffelweise vom aufgefangenen Kochwasser unterrühren, bis die Konsistenz cremig-stampfig ist.
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Veganes Spiegelei & Anrichten

  • Kala Namak und Kurkuma miteinander vermischen und die Seidentofu-Scheiben von beiden Seiten damit bestäuben.
    Veganer Labskaus nach Hamburger Art mit Rote Bete, Räuchertofu, Gewürzgurken und veganem Spiegelei auf einem Teller
  • Pflanzenöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und die Tofu-Scheiben darin je 2-3 Minuten pro Seite goldbraun braten, bis ein Spiegelei-ähnlicher Rand entsteht.
    Veganer Labskaus nach Hamburger Art mit Rote Bete, Räuchertofu, Gewürzgurken und veganem Spiegelei auf einem Teller
  • Den Labskaus auf Tellern verteilen, mit je einer Scheibe veganem Spiegelei, Gewürzgurkenscheiben, Röstzwiebeln und Schnittlauch garnieren und sofort servieren.
    Veganer Labskaus nach Hamburger Art mit Rote Bete, Räuchertofu, Gewürzgurken und veganem Spiegelei auf einem Teller

Notizen

Veganer Labskaus hält sich luftdicht verschlossen 3 Tage im Kühlschrank und schmeckt aufgewärmt sogar noch etwas runder, weil die Aromen durchziehen. Er lässt sich auch gut einfrieren – nur das vegane Spiegelei bitte immer frisch dazu braten.

Nährwerte

Kalorien: 420kcalKohlenhydrate: 55gProtein: 14gFett: 14gBallaststoffe: 8g
Autor: Redaktion
Kalorien: 420kcal
Gang: Comfort Food, Hauptgericht, Klassiker
Küche: Deutsche Küche, Vegan
Stichwort: Hausmannskost, Herbst Rezept, Kartoffel, Labskaus, Rote Bete, Vegan

Herkunft & Zutatenwissen

Labskaus stammt aus der Seefahrt des 19. Jahrhunderts und war ursprünglich ein haltbares Gericht für lange Schiffsreisen. Pökelfleisch, Kartoffeln und Rote Bete ließen sich wochenlang lagern und wurden an Bord zu einem sättigenden Stampf verarbeitet, der ohne Kühlung auskam. Bis heute gilt Labskaus als einer der bekanntesten Klassiker der norddeutschen Küche, traditionell serviert mit Gewürzgurke, Rollmops und Spiegelei. In Hamburger Hafenkneipen gehört er noch immer zur festen Speisekarte. Mehr zur Geschichte des Gerichts findest du im Wikipedia-Artikel zu Labskaus.

In unserer veganen Version übernimmt Räuchertofu die Rolle des Pökelfleischs, während Rote Bete für die charakteristische rosarote Farbe sorgt, die Labskaus so unverwechselbar macht. Wer traditionell auch Rollmops zum Labskaus isst, findet in unserem Ratgeber Fisch vegan ersetzen passende pflanzliche Alternativen für den Beilagenteller. Und falls du dich fragst, wie das vegane Spiegelei seinen typischen Ei-Geschmack bekommt: Das Geheimnis ist Kala Namak, ein schwefelhaltiges Schwarzsalz, das wir ausführlich in unserem Beitrag Veganes Rührei ohne Ei erklären. Mehr Technik-Tipps rund um die Knolle liefert unser Artikel Rote Bete richtig zubereiten.

Der Name „Labskaus“ geht vermutlich auf das englische „lobscouse“ zurück, ein ähnliches Seemannsgericht aus dem Nordseeraum. Über die Jahrhunderte wanderte das Rezept zwischen Hafenstädten wie Hamburg, Bremen und Liverpool hin und her und wurde dabei immer wieder an lokale Zutaten angepasst. Diese Wandelbarkeit macht es auch heute noch leicht, den Klassiker neu zu interpretieren – in unserem Fall eben komplett pflanzlich, ohne dass der unverwechselbare Charakter verloren geht.

So gelingt’s

Lass die Kartoffeln nicht zu weich kochen – Veganer Labskaus lebt von der stückigen Konsistenz, nicht von glattem Kartoffelpüree.
Falls dir der Stampf zu fest ist, rühre löffelweise vom aufgefangenen Kochwasser unter, bis die gewünschte Cremigkeit erreicht ist.

FAQ zu Veganer Labskaus nach Hamburger Art

Kann ich den Räuchertofu durch etwas anderes ersetzen?

Ja, alternativ funktionieren geräucherter Seitan oder klein gewürfeltes Räuchertempeh genauso gut. Achte darauf, dass die Zutat eine kräftige Rauchnote mitbringt, damit der herzhafte Charakter des veganen Labskaus erhalten bleibt. Auch eine Räuchermarinade aus Sojasauce und etwas Flüssigrauch auf normalem Tofu funktioniert gut.

Wie lange hält sich veganer Labskaus im Kühlschrank?

Luftdicht verschlossen bleibt er bis zu drei Tage frisch. Zum Aufwärmen einfach in der Pfanne erhitzen und bei Bedarf etwas Gemüsebrühe unterrühren, damit er nicht zu trocken wird. Das vegane Spiegelei brätst du am besten jedes Mal frisch dazu.

Kann ich das Gericht einfrieren?

Der Kartoffelstampf selbst lässt sich gut einfrieren und bis zu zwei Monate lagern. Das vegane Spiegelei solltest du aber immer frisch dazu braten, da Seidentofu beim Auftauen seine Konsistenz verliert und wässrig wird.

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