Kartoffeln richtig zubereiten – Sorten, Garmethoden und Tipps für die vegane Küche
Kartoffeln richtig zubereiten – Sorten, Garmethoden und Tipps für die vegane Küche
Kartoffeln richtig zubereiten ist eine der nützlichsten Grundfertigkeiten in der veganen Küche, denn kaum ein Gemüse ist so vielseitig einsetzbar. Ob gekocht, gebraten, gebacken oder püriert – die Knolle passt zu unzähligen Gerichten.
Trotzdem landen Kartoffeln oft matschig, ausgelaugt oder ungleichmäßig gegart auf dem Teller. Dabei entscheidet schon die Wahl der richtigen Sorte und Garmethode maßgeblich über das Ergebnis.
In diesem Ratgeber zeigen wir dir, wie du Kartoffeln richtig zubereiten kannst, welche Sorten sich wofür eignen und mit welchen Tricks du zuverlässig gute Ergebnisse erzielst.
Was macht Kartoffeln so besonders?
Kartoffeln gehören botanisch zu den Nachtschattengewächsen und liefern vor allem Stärke, Kalium sowie Vitamin C. Mehr Hintergrundwissen findest du bei Wikipedia: Kartoffel.
Der Stärkegehalt unterscheidet sich je nach Sorte erheblich und bestimmt, ob eine Kartoffel eher fest bleibt oder beim Garen zerfällt. Genau dieser Unterschied entscheidet darüber, welche Sorte für welches Gericht am besten geeignet ist.
Frische Kartoffeln sollten fest, unbeschädigt und frei von grünen Stellen sein. Grüne Verfärbungen und Keime enthalten Solanin und gehören großzügig entfernt oder die betroffene Kartoffel sollte aussortiert werden.
Warum die richtige Sortenwahl wichtig ist
Die Kocheigenschaft entscheidet maßgeblich über das Ergebnis auf dem Teller.
- Festkochend: Bleibt beim Garen fest und formstabil, ideal für Kartoffelsalat, Bratkartoffeln und Pellkartoffeln.
- Vorwiegend festkochend: Ein Allrounder für Suppen, Eintöpfe und Ofengerichte, der leicht bissfest bleibt.
- Mehligkochend: Zerfällt beim Garen leicht, perfekt für cremiges Kartoffelpüree oder Kartoffelsuppe.
- Frische versus Lagerware: Frühkartoffeln haben eine dünnere Schale und einen milderen Geschmack als eingelagerte Winterkartoffeln.
Kartoffeln richtig zubereiten – Schritt für Schritt
So gelingen dir Kartoffeln zuverlässig, egal für welches Gericht.
- Sorte passend wählen: Festkochend für Salate, mehligkochend für Püree, vorwiegend festkochend für die meisten anderen Gerichte.
- Gründlich waschen: Erdreste unter fließendem Wasser abbürsten, besonders wenn die Schale mitgegessen werden soll.
- Gleichmäßig schneiden: Für gleichmäßiges Garen alle Stücke möglichst ähnlich groß schneiden.
- Kalt aufsetzen: Kartoffeln in kaltem Wasser aufsetzen und erst danach erhitzen, damit sie gleichmäßig durchgaren.
- Salzen nicht vergessen: Das Kochwasser leicht salzen, das bringt spürbar mehr Geschmack in die Kartoffel.
- Garprobe machen: Mit einem Messer oder einer Gabel prüfen, ob die Kartoffel ohne Widerstand durchstochen werden kann.
- Abgießen und ausdampfen lassen: Nach dem Kochen kurz ausdampfen lassen, damit überschüssige Feuchtigkeit entweicht und Bratkartoffeln später knuspriger werden.
Die wichtigsten Garmethoden im Vergleich
Kochen eignet sich für Pellkartoffeln, Salzkartoffeln oder als Basis für Püree und Suppe. Wichtig ist, die Kartoffeln nicht zu lange im Wasser zu lassen, da sonst Nährstoffe und Geschmack ausgewaschen werden.
Braten liefert eine knusprige Kruste und ein weiches Inneres. Bereits gekochte, ausgedampfte Kartoffeln werden dabei besonders knusprig, da überschüssige Feuchtigkeit fehlt.
Backen im Ofen eignet sich hervorragend für Ofenkartoffeln oder Wedges. Ein wenig Öl und gleichmäßiges Verteilen auf dem Blech sorgen für eine knusprige Oberfläche bei weichem Kern.
Dämpfen schont Nährstoffe und Geschmack besonders gut, da die Kartoffeln nicht direkt im Wasser liegen. Diese Methode eignet sich vor allem, wenn du die Kartoffeln anschließend pürieren oder weiterverarbeiten möchtest.
Für ein besonders cremiges Püree werden gekochte, mehligkochende Kartoffeln noch heiß gestampft oder durch eine Presse gedrückt. Ein Schuss warmer Pflanzendrink sorgt zusätzlich für eine seidige Konsistenz.
Häufige Fehler vermeiden
Setze Kartoffeln nicht in bereits kochendes Wasser, da sie dann außen zerfallen, bevor der Kern gar ist. Verwende außerdem für Salate niemals mehligkochende Sorten, da diese schnell zu Brei zerfallen. Und iss keine grün verfärbten Stellen oder Keime, da diese erhöhte Mengen an Solanin enthalten können.
Kartoffeln richtig lagern
Kartoffeln lagern am besten dunkel, kühl und gut belüftet, etwa in einem Keller oder einer Speisekammer. Lichteinfluss lässt sie schneller grün werden und fördert die Bildung von Solanin.
Der Kühlschrank eignet sich nur bedingt zur Lagerung, da niedrige Temperaturen die Stärke in Zucker umwandeln können und Kartoffeln dadurch beim Braten schneller dunkel werden.
Ein Beutel aus Papier oder Jute eignet sich besser als Plastik, da er überschüssige Feuchtigkeit entweichen lässt und so Fäulnis vorbeugt. Bei richtiger Lagerung halten sich Kartoffeln mehrere Wochen bis Monate.
Kartoffeln in der veganen Küche als Alleskönner
Kartoffeln übernehmen in der veganen Küche oft Aufgaben, die sonst Butter, Sahne oder Ei erfüllen würden. Ihre natürliche Stärke sorgt beim Pürieren für Cremigkeit, ganz ohne tierische Zutaten.
Auch als Bindemittel funktionieren geriebene rohe Kartoffeln erstaunlich gut, etwa in Puffern oder herzhaften Aufläufen. Die enthaltene Stärke sorgt dabei für einen zuverlässigen Zusammenhalt der Zutaten.
Darüber hinaus liefern Kartoffeln als Sattmacher wichtige Energie in Form komplexer Kohlenhydrate und eignen sich damit hervorragend als Basis für ausgewogene, pflanzenbasierte Hauptgerichte.
Reste clever weiterverwenden
Übrig gebliebene gekochte Kartoffeln lassen sich am nächsten Tag hervorragend zu knusprigen Bratkartoffeln oder Kartoffelpuffern verarbeiten. Sie sind dann bereits gegart und brauchen nur noch angebraten zu werden.
Auch in Suppen, Aufläufen oder als Basis für Gnocchi finden Kartoffelreste eine sinnvolle zweite Verwendung, statt im Müll zu landen.
Selbst kleine Mengen übrig gebliebenes Kartoffelpüree lassen sich zu Küchlein formen und in der Pfanne knusprig braten. So verschwendest du keine Reste und bekommst gleichzeitig ein neues, schnelles Gericht.
Passende Rezepte zum Ausprobieren
Knusprig gebratene Kartoffeln zeigen sich von ihrer besten Seite in unseren Veganen Crispy Potato Bowls mit würziger Mushroom-Gravy, bei denen Textur und Würze perfekt zusammenspielen.
Wer Kartoffeln lieber deftig-cremig mag, findet in unseren Kartoffel-Pfannenknödeln mit Kräuter-Rahm & Knuschelauch ein passendes Rezept für gemütliche Tage.
FAQ zu Kartoffeln richtig zubereiten
Für Kartoffelsalat eignen sich festkochende Sorten am besten, da sie beim Kochen ihre Form behalten und nicht zerfallen. Mehligkochende Sorten sind dafür ungeeignet, da sie schnell breiig werden.
Kalt aufgesetzte Kartoffeln garen von außen nach innen gleichmäßiger durch. Werden sie in bereits kochendes Wasser gegeben, ist die Schale oft schon weich, während der Kern noch hart ist.
Kartoffeln lagern am besten dunkel, kühl und gut belüftet, zum Beispiel in einem Papier- oder Jutebeutel. Der Kühlschrank eignet sich weniger gut, da niedrige Temperaturen die Stärke in Zucker umwandeln können.

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