Hauptgericht

Vegane Panhas mit Rübenkraut und Bratkartoffeln

Redaktion 7. November 2026 0 Kommentare
Vegane Panhas mit Rübenkraut und Bratkartoffeln auf einem Teller, knusprig gebratene Scheiben aus Buchweizengrütze mit Sirup beträufelt

Kennst du das Gefühl, wenn draußen der erste richtig kalte Novembertag ist und du dir etwas Deftiges, Warmes wünschst, das nach echter Hausmannskost schmeckt? Genau dafür ist vegane Panhas gemacht. Das westfälische Original aus Buchweizengrütze, Brühe und früher auch Schlachtresten ist seit Generationen der Inbegriff von Resteküche und Winterkomfort – und mit ein paar pflanzlichen Tricks wird daraus ein Gericht, das genauso würzig, genauso knusprig und genauso sättigend ist wie das Vorbild.

In dieser veganen Version aus Buchweizengrütze, getrockneten Steinpilzen und etwas Roter Bete für Farbe und Tiefe steckt alles, was das Original ausmacht: eine würzige, mit Majoran, Piment und Nelken abgeschmeckte Masse, die nach dem Auskühlen in Scheiben geschnitten und in der Pfanne knusprig gebraten wird. Dazu kommen goldbraune Bratkartoffeln und ein großzügiger Schuss Rübenkraut – diese Kombination aus herzhaft und süß-herb ist es, die Panhas so unverwechselbar macht.

Das Beste daran: Vegane Panhas mit Rübenkraut und Bratkartoffeln ist ein veganes und damit auch vegetarisches Rezept, das sich wunderbar vorbereiten lässt. Die Grütze kocht an einem Abend, am nächsten Tag wird nur noch gebraten – perfekt für alle, die sich den stressigen Teil des Kochens aus dem Alltag heraushalten wollen.

Wer mit deutscher Hausmannskost aufgewachsen ist, kennt vermutlich eine Scheibe Panhas vom Frühstückstisch der Großeltern – meist einfach in der Pfanne gebraten und mit etwas Zuckerrübensirup beträufelt. Genau dieses einfache, ehrliche Prinzip haben wir für unsere vegane Panhas übernommen, nur eben komplett ohne tierische Zutaten und mit ein paar Kniffen, die der Masse auch ohne Fleisch und Innereien ihre typische Würze, Farbe und Textur geben.

Warum du Vegane Panhas mit Rübenkraut und Bratkartoffeln lieben wirst

Panhas ist eines dieser Gerichte, die man entweder aus der Familie kennt oder noch nie gehört hat – dabei gehört die würzige Buchweizen-Scheibe zu den ältesten Resteverwertungs-Rezepten Deutschlands. Unsere vegane Panhas übernimmt genau das Prinzip, das das Original so beliebt gemacht hat: eine sämige Grundmasse, die beim Braten eine knusprige Kruste bekommt, während die Mitte saftig und würzig bleibt. Steinpilze sorgen für die herzhafte Tiefe, Rote Bete für die charakteristische dunkle Farbe und Sojasauce rundet alles mit Umami ab, ohne dass du es am Ende herausschmeckst.

Was dieses Rezept außerdem besonders macht, ist der Kontrast auf dem Teller: die kräftig gewürzte, fast erdige Panhas trifft auf das süß-herbe Rübenkraut und die knusprigen Bratkartoffeln. Dieser Dreiklang aus herzhaft, süß und knusprig ist typisch für die norddeutsch-westfälische Küche und macht aus einer einfachen Scheibe Buchweizengrütze ein echtes Hauptgericht, das niemand als „nur Resteverwertung“ abtun würde.

Ein weiterer Pluspunkt: Vegane Panhas ist erstaunlich proteinreich und sättigend, ohne schwer im Magen zu liegen. Buchweizen liefert hochwertiges pflanzliches Eiweiß und reichlich Ballaststoffe, die Kartoffeln steuern Kalium und langkettige Kohlenhydrate bei. Damit ist das Gericht nicht nur geschmacklich, sondern auch ernährungsphysiologisch ein echter Wintertauglich-Allrounder, der dich lange satt hält, ohne träge zu machen.

Gerade für alle, die neu in der veganen Küche sind, ist vegane Panhas ein gutes Einstiegsrezept in die deutsche Hausmannskost-Tradition: Es zeigt eindrücklich, wie wenig es braucht, um einen echten Fleisch-Klassiker rein pflanzlich und trotzdem authentisch nachzukochen – ganz ohne Fleischersatzprodukte aus der Packung, nur mit Getreide, Gemüse und ein paar gut gewählten Gewürzen aus dem Küchenschrank.

Alltagstauglich: Vorbereiten, Braten, Genießen

Der große Vorteil von veganer Panhas liegt im Zeitmanagement. Die Grütze selbst braucht zwar etwas Geduld beim Köcheln und vor allem beim Auskühlen und Festwerden, aber das ist reine Wartezeit, die sich wunderbar in den Abend vorher verlegen lässt. Koch die Masse einfach am Vortag, stell sie über Nacht in den Kühlschrank – am nächsten Tag dauert es nur noch wenige Minuten, bis die Scheiben goldbraun in der Pfanne liegen.

Auch für Meal Prep eignet sich dieses Rezept hervorragend: Der rohe Panhas-Block hält sich im Kühlschrank problemlos drei Tage, und du kannst dir an mehreren Tagen hintereinander frische Scheiben abschneiden und braten. Wer mag, friert den ungebratenen Block sogar portionsweise ein und holt sich an einem hektischen Wochentag in Minutenschnelle ein warmes, sättigendes Essen auf den Tisch.

Du kannst das Rezept außerdem leicht an das anpassen, was gerade in deiner Küche vorhanden ist. Statt Steinpilzen funktionieren auch braune Champignons oder Kräuterseitlinge, statt Roter Bete tut es notfalls auch eine kleine Karotte für etwas Farbe. Wer es würziger mag, verdoppelt einfach die Menge an Majoran und Piment – die Grundstruktur der veganen Panhas bleibt dabei immer gleich stabil.

Vegane Panhas mit Rübenkraut und Bratkartoffeln auf einem Teller, knusprig gebratene Scheiben aus Buchweizengrütze mit Sirup beträufelt

Vegane Panhas mit Rübenkraut und Bratkartoffeln

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Deftige vegane Panhas aus würziger Buchweizengrütze mit Pilzen und Roter Bete, in Scheiben knusprig gebraten, serviert mit süß-herbem Rübenkraut und goldenen Bratkartoffeln.
Portionen 4 Portionen
Vorbereitungszeit 30 Minuten
Zubereitungszeit 50 Minuten
Gesamtzeit 1 Stunde 20 Minuten

Zutaten
  

Für die Panhas-Masse

  • 250 g Buchweizengrütze geschälter Buchweiz, nicht Buchweizenmehl
  • 750 ml Gemüsebrühe kräftig, am besten selbst gemacht
  • 30 g getrocknete Steinpilze oder Champignons, ersatzweise frische braune Champignons
  • 1 Zwiebel fein gewürfelt
  • 2 Zehen Knoblauch fein gehackt
  • 80 g Rote Bete roh, fein gerieben, für Farbe und Erdigkeit
  • 2 EL Sojasauce für Würze und Farbe
  • 1 EL Tomatenmark
  • 1 EL Pflanzenöl
  • 1 TL getrockneter Majoran
  • 0.5 TL gemahlener Piment
  • 0.25 TL gemahlene Nelken
  • 0.25 TL frisch geriebene Muskatnuss
  • Salz und Pfeffer nach Geschmack

Zum Braten und Servieren

  • 600 g Kartoffeln festkochend, in Scheiben
  • 3 EL Pflanzenöl zum Braten, aufgeteilt
  • 1 Zwiebel in Ringen, für die Bratkartoffeln
  • 4 EL Rübenkraut Zuckerrübensirup, ausdrücklich vegan gekennzeichnet – anders als mancher raffinierte Rohrzucker ist reiner Zuckerrübensirup zwar grundsätzlich nicht von einer Knochenkohle-Filtration betroffen, ein Blick aufs Etikett schadet aber nie
  • 1 säuerlicher Apfel optional, in dünnen Ringen mitgebraten
  • Petersilie gehackt, zum Bestreuen

Zubereitung
 

Panhas-Masse kochen

  • Die getrockneten Steinpilze in etwas warmem Wasser 15 Minuten einweichen, dann fein hacken. Das Einweichwasser aufheben, es verstärkt später die Würze.
    Vegane Panhas mit Rübenkraut und Bratkartoffeln auf einem Teller, knusprig gebratene Scheiben aus Buchweizengrütze mit Sirup beträufelt
  • Öl in einem großen Topf erhitzen, Zwiebel und Knoblauch darin 3 Minuten glasig anschwitzen. Die gehackten Pilze dazugeben und 2 Minuten mitbraten, bis sie Farbe nehmen.
    Vegane Panhas mit Rübenkraut und Bratkartoffeln auf einem Teller, knusprig gebratene Scheiben aus Buchweizengrütze mit Sirup beträufelt
  • Tomatenmark einrühren und kurz mitrösten, das nimmt die Säure und bringt Röstaromen. Mit Gemüsebrühe und dem aufgehobenen Pilzwasser aufgießen.
    Vegane Panhas mit Rübenkraut und Bratkartoffeln auf einem Teller, knusprig gebratene Scheiben aus Buchweizengrütze mit Sirup beträufelt
  • Rote Bete, Sojasauce, Majoran, Piment, Nelken und Muskat einrühren, kräftig mit Salz und Pfeffer würzen. Die Buchweizengrütze einstreuen und einmal aufkochen.
    Vegane Panhas mit Rübenkraut und Bratkartoffeln auf einem Teller, knusprig gebratene Scheiben aus Buchweizengrütze mit Sirup beträufelt
  • Die Hitze auf die niedrigste Stufe reduzieren und die Masse 20-25 Minuten köcheln lassen, dabei alle 3-4 Minuten kräftig umrühren, damit nichts am Boden ansetzt. Die Grütze ist fertig, wenn sie dickbreiig ist und sich vom Topfboden löst.
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  • Die heiße Masse in eine mit Backpapier ausgelegte Kastenform (ca. 20 cm) füllen, glattstreichen und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.
    Vegane Panhas mit Rübenkraut und Bratkartoffeln auf einem Teller, knusprig gebratene Scheiben aus Buchweizengrütze mit Sirup beträufelt
  • Die Form mit Folie abdecken und mindestens 3 Stunden, besser über Nacht, im Kühlschrank fest werden lassen – erst dann lässt sich die Panhas saubere Scheiben schneiden.
    Vegane Panhas mit Rübenkraut und Bratkartoffeln auf einem Teller, knusprig gebratene Scheiben aus Buchweizengrütze mit Sirup beträufelt

Bratkartoffeln & Panhas braten

  • Die Kartoffeln in Salzwasser 12-15 Minuten garkochen, bis sie fast weich sind, dann abgießen und etwas auskühlen lassen. In Scheiben schneiden.
    Vegane Panhas mit Rübenkraut und Bratkartoffeln auf einem Teller, knusprig gebratene Scheiben aus Buchweizengrütze mit Sirup beträufelt
  • 2 EL Öl in einer großen Pfanne erhitzen, die Kartoffelscheiben darin bei mittlerer bis hoher Hitze 8-10 Minuten knusprig braten, nur gelegentlich wenden, damit sich eine Kruste bildet. Zwiebelringe in den letzten 4 Minuten dazugeben und mitbraten, mit Salz und Pfeffer würzen.
    Vegane Panhas mit Rübenkraut und Bratkartoffeln auf einem Teller, knusprig gebratene Scheiben aus Buchweizengrütze mit Sirup beträufelt
  • Die feste Panhas-Masse aus der Form stürzen und in 1,5 cm dicke Scheiben schneiden.
    Vegane Panhas mit Rübenkraut und Bratkartoffeln auf einem Teller, knusprig gebratene Scheiben aus Buchweizengrütze mit Sirup beträufelt
  • In einer zweiten Pfanne das restliche Öl erhitzen. Die Panhas-Scheiben darin 3-4 Minuten pro Seite goldbraun und knusprig braten, nicht zu früh wenden, damit sich eine feste Kruste bildet.
    Vegane Panhas mit Rübenkraut und Bratkartoffeln auf einem Teller, knusprig gebratene Scheiben aus Buchweizengrütze mit Sirup beträufelt
  • Optional den Apfel in Ringen in der letzten Minute neben die Panhas in die Pfanne legen und kurz mitbraten.
    Vegane Panhas mit Rübenkraut und Bratkartoffeln auf einem Teller, knusprig gebratene Scheiben aus Buchweizengrütze mit Sirup beträufelt
  • Panhas-Scheiben mit den Bratkartoffeln anrichten, mit Rübenkraut beträufeln und mit Petersilie bestreut servieren.
    Vegane Panhas mit Rübenkraut und Bratkartoffeln auf einem Teller, knusprig gebratene Scheiben aus Buchweizengrütze mit Sirup beträufelt

Notizen

Die rohe Panhas-Masse braucht nach dem Kochen mindestens 3 Stunden, besser über Nacht, zum Festwerden im Kühlschrank – das ist in den Zeiten oben nicht eingerechnet, plane diese Ruhezeit also zusätzlich ein. Fertig gebratene Panhas-Scheiben halten im Kühlschrank 3 Tage und lassen sich auch kalt in dünnen Scheiben auf Brot genießen. Die ungebratene Masse im Block lässt sich gut einfrieren (bis zu 2 Monate).

Nährwerte

Kalorien: 435kcalKohlenhydrate: 58gProtein: 12gFett: 15gBallaststoffe: 9g
Autor: Redaktion
Kalorien: 435kcal
Gang: Comfort Food, Hauptgericht, Klassiker
Küche: Deutsche Küche, Herbstküche
Stichwort: Buchweizen, Hausmannskost, Herbst Rezept, Panhas, Rübenkraut

Herkunft & Zutatenwissen

Panhas stammt ursprünglich aus dem Rheinland und Westfalen und zählt zu den klassischen Schlachteküchen-Gerichten: Früher wurde Buchweizen- oder Roggengrütze mit Brühe und Fleischresten gekocht, in Formen gegossen und nach dem Festwerden in Scheiben gebraten – ähnlich wie die bekanntere Grützwurst. Mehr zur Geschichte und regionalen Verbreitung findest du im Wikipedia-Artikel zu Panhas. In unserer veganen Variante übernehmen Buchweizengrütze, Pilze und Gewürze die Rolle, die früher Fleisch und Innereien spielten – geschmacklich und texturell erstaunlich nah am Original.

Buchweizen ist botanisch übrigens gar kein Getreide, sondern ein Pseudogetreide und von Natur aus glutenfrei – wie du die kleinen Körner am besten einkaufst, lagerst und in der Küche einsetzt, erfährst du in unserem Guide Buchweizen richtig verwenden. Rübenkraut, der zweite Star auf dem Teller, ist ein reiner Zuckerrübensirup und damit von Natur aus pflanzlich – ein Blick auf eine ausdrücklich vegan gekennzeichnete Sorte lohnt sich trotzdem immer, mehr dazu liest du in unserem Artikel über versteckte tierische Zutaten.

Wenn dir dieser Dreiklang aus deftig, süß und knusprig gefällt, lohnt sich auch ein Blick auf unseren veganen Falschen Hasen mit Kartoffelpüree und Pilzrahmsauce – ein weiterer deutscher Hausmannskost-Klassiker, den wir komplett pflanzlich neu gedacht haben.

Rübenkraut selbst hat in Westfalen und am Niederrhein eine lange Tradition: Es wird durch langes Einkochen von Zuckerrübensaft gewonnen, ganz ohne Zusatz von raffiniertem Zucker, und schmeckt kräftig-malzig mit einer leichten Säure. Diese Süße passt erstaunlich gut zu herzhaften, würzigen Gerichten wie der veganen Panhas und ist auch auf frischem Brot oder im morgendlichen Porridge ein Genuss.

So gelingt’s

Rühr die Grütze beim Köcheln wirklich häufig um, sonst setzt sie am Topfboden an und bekommt einen bitteren Geschmack. Und hab Geduld beim Festwerden: Schneide die Panhas erst, wenn sie vollständig durchgekühlt und fest ist – sonst zerfällt sie dir beim Braten in der Pfanne.

Serviert wird vegane Panhas am besten direkt aus der Pfanne, solange die Kruste noch kross ist. Als Beilage passt neben den Bratkartoffeln auch ein einfacher grüner Salat mit Senfdressing, der die Süße des Rübenkrauts schön ausbalanciert. Für ein komplettes, rein pflanzliches Herbstmenü kannst du vorab eine klare Gemüsebrühe reichen und zum Abschluss einen Bratapfel servieren – so wird aus dem einfachen Resteklassiker ein stimmiges, vegetarisches wie veganes Sonntagsessen für die ganze Familie.

FAQ zu Vegane Panhas mit Rübenkraut und Bratkartoffeln

Kann ich die Buchweizengrütze durch etwas anderes ersetzen?

Ja, du kannst die Buchweizengrütze durch Roggenschrot oder grobe Haferflocken ersetzen. Der Geschmack wird dadurch etwas milder, die charakteristische leicht nussige Note der veganen Panhas bleibt aber auch mit Alternativen gut erhalten.

Warum muss die Panhas-Masse so lange im Kühlschrank fest werden?

Nur eine vollständig durchgekühlte Masse lässt sich sauber in Scheiben schneiden und hält beim Braten zusammen. Schneidest du zu früh, zerfällt dir die Panhas in der Pfanne. Plane deshalb mindestens drei Stunden, besser über Nacht, zusätzliche Ruhezeit ein.

Kann ich vegane Panhas einfrieren?

Ja, der ungebratene Panhas-Block lässt sich gut portionsweise einfrieren und hält sich dort bis zu zwei Monate. Zum Verwenden einfach über Nacht im Kühlschrank auftauen lassen und wie gewohnt in Scheiben schneiden und braten.

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