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Veganer Glühwein und Punsch selber machen

Redaktion 19. Oktober 2026 0 Kommentare
Veganer Glühwein und Punsch selber machen in einer dampfenden Tasse mit Zimt, Sternanis und Orange

Veganer Glühwein und Punsch selber machen

Glühwein und Punsch selber machen gehört für viele zu den schönsten Ritualen der kalten Jahreszeit – der Duft von Zimt, Nelken und Orange zieht durch die ganze Wohnung und wärmt von innen. Was dabei viele nicht wissen: Nicht jeder Wein ist automatisch vegan, denn bei der Herstellung kommen oft tierische Schönungsmittel zum Einsatz.

In diesem Ratgeber erfährst du, worauf du beim Kauf von veganem Wein achten solltest, wie es dir gelingt, mit und ohne Alkohol zu überzeugen, und welche Gewürze für den perfekten Geschmack sorgen.

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Glühwein und Punsch?

Glühwein besteht klassisch nur aus erhitztem, gewürztem Rotwein oder Weißwein – oft nur mit Zucker, Zimt, Nelken und Orange verfeinert. Punsch geht dagegen auf das persische beziehungsweise Hindi-Wort „panch“ für „fünf“ zurück, da ursprünglich fünf Zutaten gemischt wurden: Spirituose, Zucker, Zitrusfrucht, Wasser oder Tee sowie Gewürze. Moderner Punsch wird meist als Mischgetränk aus Wein, Fruchtsaft, Gewürzen und manchmal zusätzlichem Rum serviert und schmeckt dadurch oft milder und fruchtiger als klassischer Glühwein.

Was macht Wein eigentlich (nicht) vegan?

Bei der Schönung von Wein werden Trubstoffe gebunden und entfernt, damit der Wein klar und stabil bleibt. Traditionell kommen dafür häufig tierische Mittel wie Gelatine, Eiklar, Kasein (Milcheiweiß) oder Hausenblase aus Fischschwimmblasen zum Einsatz. Diese Stoffe verbleiben zwar kaum im fertigen Wein, gelten aber als Verarbeitungshilfsstoffe tierischen Ursprungs und machen ihn damit nicht vegan. Mehr zu den verschiedenen Klärverfahren erklärt der Wikipedia-Artikel zur Schönung von Wein.

Dafür lohnt sich deshalb ein Blick auf das Etikett oder die Website des Herstellers. Viele Weine sind heute ausdrücklich als vegan gekennzeichnet oder werden mit pflanzlichen Alternativen wie Bentonit, einer feinen Tonerde, geschönt. Auch Bio-Weine verzichten häufiger auf tierische Schönungsmittel als konventionelle Weine. Bei abgepacktem Glühwein aus dem Supermarktregal lohnt sich derselbe Blick auf die Zutatenliste, da auch hier gelegentlich Honig oder andere tierische Zusätze zum Süßen verwendet werden.

Neben dem klassischen roten Glühwein aus Rotwein gibt es auch weißen Glühwein, der mit trockenem Weißwein und eher hellen Gewürzen wie Vanille, Sternanis und Zitrusschale zubereitet wird. Er schmeckt milder und weniger herb als die rote Variante und eignet sich gut, wenn du etwas Abwechslung zum klassischen Glühwein vom Weihnachtsmarkt suchst.

Warum selbst gemachter Glühwein überzeugt

  • Volle Kontrolle: Du bestimmst Süße, Gewürzmenge und Alkoholgehalt ganz nach eigenem Geschmack.
  • Garantiert vegan: Keine unklaren Zusatzstoffe, da du den Wein selbst bewusst auswählst.
  • Alkoholfrei möglich: Mit Traubensaft oder alkoholfreiem Wein genauso aromatisch.
  • Günstiger als am Stand: Zutaten für mehrere Liter kosten oft weniger als zwei Becher am Weihnachtsmarkt.
  • Ideal für Gäste: Lässt sich stundenlang warmhalten und eignet sich gut zum Vorbereiten.

Die klassischen Gewürze für Glühwein und Punsch stammen größtenteils aus dem Gewürzhandel des Mittelalters: Zimt und Nelken aus Südostasien, Sternanis aus China und Orangen- oder Zitronenschale aus dem Mittelmeerraum. Diese Kombination ist bis heute kaum verändert geblieben, weil sich die warmen, leicht süßlichen Aromen besonders gut mit Rotwein vertragen. Wer selbst experimentieren möchte, kann zusätzlich Kardamomkapseln, eine Vanilleschote oder etwas frischen Ingwer hinzufügen.

Glühwein und Punsch selber machen – Schritt für Schritt

  1. Wein auswählen: Trockenen bis halbtrockenen Rotwein für Glühwein oder einen Wein-Traubensaft-Mix für milderen Punsch wählen, idealerweise als vegan gekennzeichnet.
  2. Gewürze bereitlegen: Zimtstangen, Nelken, Sternanis und Scheiben einer unbehandelten Orange bereitstellen.
  3. Langsam erhitzen: Wein mit Gewürzen und etwas Zucker oder Agavendicksaft auf 70 bis 80 Grad erhitzen – niemals aufkochen.
  4. Ziehen lassen: Bei ausgeschalteter Herdplatte 15 bis 20 Minuten ziehen lassen, damit sich die Gewürze voll entfalten.
  5. Abschmecken: Nach Belieben mit mehr Süße, einem Spritzer Zitrone oder Orangensaft verfeinern.
  6. Abseihen: Gewürze und Orangenscheiben vor dem Servieren durch ein Sieb abgießen.
  7. Servieren: Heiß in hitzefeste Tassen oder Gläser füllen und mit einer frischen Zimtstange garnieren.

Als Faustregel für eine Party gilt: Rechne mit etwa 200 bis 250 Millilitern pro Person und Stunde, wenn Glühwein als Hauptgetränk serviert wird. Eine haushaltsübliche Weinflasche mit 750 Millilitern ergibt so, mit etwas Wasser oder Saft gestreckt, bereits vier bis fünf Portionen. Für größere Runden lohnt es sich, direkt im großen Topf oder Kochtopf mit mehreren Flaschen auf einmal anzusetzen, statt einzelne Tassen nacheinander zuzubereiten.

Für eine alkoholfreie Variante ersetzt du den Wein einfach durch dunklen Traubensaft oder alkoholfreien Rotwein und reduzierst die zugefügte Süße leicht, da Traubensaft von Natur aus mehr Fruchtzucker mitbringt. Diese Variante eignet sich hervorragend für Kinder, Autofahrer oder alle, die bewusst auf Alkohol verzichten möchten – geschmacklich steht sie dem klassischen Glühwein kaum nach.

Wer es weihnachtlicher mag, verfeinert den Punsch mit etwas frischem Ingwer, einer Prise Kardamom oder einem Schuss Rum. Spirituosen gibst du am besten erst nach dem Erhitzen dazu, damit der Alkohol nicht größtenteils verdampft und sich das Aroma voll entfalten kann.

Aufbewahren, Warmhalten und sicherer Umgang

Fertigen Glühwein kannst du mehrere Stunden bei niedriger Temperatur im Topf oder in einem elektrischen Glühweinkocher warmhalten, solange er nicht erneut aufkocht. Übrig gebliebener Glühwein hält sich abgekühlt und luftdicht verschlossen im Kühlschrank etwa 3 bis 4 Tage und lässt sich einfach portionsweise wieder aufwärmen. Glühwein und Punsch werden heiß serviert und enthalten meist Alkohol. Lass die Gefäße deshalb nie unbeaufsichtigt bei Kindern stehen und achte darauf, dass niemand aus Versehen zu heiß oder zu viel davon trinkt. Für eine Feier mit vielen Gästen empfiehlt sich außerdem, die alkoholische und die alkoholfreie Variante deutlich sichtbar zu kennzeichnen, damit es nicht zu Verwechslungen kommt.

Häufige Fehler vermeiden

Der größte Fehler: den Wein zum Kochen bringen. Dadurch verdampfen Alkohol und wertvolle Aromastoffe, und der Glühwein schmeckt am Ende fad und stumpf. Erhitze den Wein deshalb immer nur bis knapp unter den Siedepunkt. Auch zu lange Ziehzeiten mit den Gewürzen führen schnell zu einem bitteren, überwürzten Geschmack – nimm Nelken und Sternanis nach etwa 20 Minuten lieber wieder heraus. Wer unsicher ist, ob der verwendete Wein wirklich vegan ist, sucht am besten gezielt nach entsprechend gekennzeichneten Flaschen im Bioladen oder im Supermarktregal.

Passende Rezepte zum Ausprobieren

In unseren Veganen Glühwein-Birnen mit Vanille-Cashewcreme ziehen Birnen direkt im gewürzten Glühwein gar und nehmen seine warmen Aromen auf – ein perfektes Dessert, wenn du ohnehin gerade Glühwein und Punsch selber machen möchtest.

Auch unser Veganer Bratapfel mit Marzipan-Mandel-Füllung passt hervorragend dazu: Die warmen Gewürze von Zimt und Marzipan harmonieren ideal mit einer dampfenden Tasse an einem kalten Winterabend.

FAQ zu Glühwein und Punsch selber machen

Ist Wein grundsätzlich vegan?

Nicht automatisch. Viele Weine werden mit tierischen Mitteln wie Gelatine, Eiklar, Kasein oder Hausenblase geschönt, also geklärt. Achte beim Kauf auf ein veganes Siegel oder informiere dich beim Hersteller, wenn du sichergehen möchtest.

Wie heiß sollte Glühwein werden?

Erhitze den Wein auf etwa 70 bis 80 Grad, aber lass ihn niemals kochen. Ab rund 78 Grad verdampft Alkohol, und bei zu hohen Temperaturen gehen zusätzlich wichtige Aromen verloren.

Wie gelingt die alkoholfreie Variante?

Ersetze den Wein 1:1 durch dunklen Traubensaft oder alkoholfreien Rotwein und reduziere die zugefügte Süße leicht, da Traubensaft von Natur aus mehr Fruchtzucker enthält. Gewürze und Zubereitung bleiben identisch.

Mit diesen Tipps gelingt dir Glühwein und Punsch selber machen garantiert vegan, aromatisch und ganz nach deinem Geschmack – ob klassisch mit Rotwein, alkoholfrei mit Traubensaft oder weihnachtlich verfeinert mit Rum und Orange. Probiere verschiedene Gewürzmischungen aus und finde dein persönliches Lieblingsrezept für die kalte Jahreszeit. So wird dein selbst gemachter Glühwein zu einem festen Ritual für gemütliche Abende, Freunde-Treffen und die ersten Weihnachtsmarkt-Vorfreuden – ganz ohne Unsicherheit darüber, was eigentlich im Glas steckt.

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