Vegane Linzer Augen (Marmeladenkekse)
Es gibt Plätzchen, die einfach zur Adventszeit dazugehören – und vegane Linzer Augen stehen für mich ganz oben auf dieser Liste. Zartes Haselnuss-Mürbeteiggebäck, durch dessen kleines Loch ein Klecks roter Marmelade blitzt, dazu eine feine Puderzuckerschicht: Das sind vegane Linzer Augen in ihrer klassischsten Form, nur eben komplett ohne Ei und Butter tierischen Ursprungs.
Die Adventszeit rückt näher, und mit ihr die Frage, welches Gebäck in diesem Jahr auf dem Plätzchenteller landen soll. Vegane Linzer Augen sind dafür eine hervorragende Wahl: Sie sehen festlich aus, schmecken nach echtem Winter und sind gleichzeitig unkompliziert genug für einen entspannten Backnachmittag mit der ganzen Familie. Da das Rezept zu 100 % pflanzlich ist, können auch vegetarisch lebende Gäste bedenkenlos zugreifen – ein Detail, das an vollen Kaffeetischen im Dezember oft unterschätzt wird.
Gerade Anfang Oktober ist der perfekte Zeitpunkt, um sich schon Gedanken über die Weihnachtsbäckerei zu machen: Viele Zutaten wie gemahlene Haselnüsse oder Gewürze lassen sich jetzt noch entspannt und ohne Vorweihnachtsstress im Supermarkt besorgen, und der fertige Teig übersteht problemlos einige Wochen im Gefrierschrank, bis du ihn brauchst.
Das Beste: Der Teig lässt sich gut vorbereiten, sodass du die eigentliche Backaktion in aller Ruhe planen kannst, statt am Wochenende vor Heiligabend alles auf einmal stemmen zu müssen.
Warum du Vegane Linzer Augen (Marmeladenkekse) lieben wirst
Was vegane Linzer Augen so besonders macht, ist der Kontrast: außen ein zartes, leicht nussiges Mürbeteiggebäck, innen die fruchtige Säure der Marmelade, obendrauf eine feine Puderzuckerwolke. Die gemahlenen Haselnüsse im Teig sorgen für Tiefe und ein angenehmes Mundgefühl, das reine Mehlkekse oft vermissen lassen. Und weil kein Ei im Spiel ist, lässt sich der Teig auch bedenkenlos naschen, während er im Kühlschrank ruht.
Ein weiterer Pluspunkt: Vegane Linzer Augen wirken auf jedem Plätzchenteller sofort hochwertig, ohne dass du dafür aufwendige Technik brauchst. Ein runder und ein kleiner Ausstecher reichen völlig – den Rest erledigt die Kombination aus Teig, Marmelade und Puderzucker von ganz allein.
Mit rund 95 Kalorien pro Stück gehören die Kekse außerdem zu den eher moderaten Naschereien in der Weihnachtsbäckerei – man kann also durchaus zu einem zweiten oder dritten greifen, ohne gleich ein schlechtes Gewissen zu haben. Die Kombination aus Nüssen und Marmelade sorgt zudem für einen angenehm ausbalancierten Geschmack, der nicht so schnell zu süß wirkt wie reine Zuckerkekse.
Einfach, alltagstauglich und ohne Spezialprodukte
Du brauchst für dieses Rezept keine exotischen Zutaten: Mehl, gemahlene Haselnüsse, Zucker, Zimt, vegane Butter und Marmelade aus dem Kühlschrank reichen aus. Vegane Butter zum Backen gibt es inzwischen in praktisch jedem Supermarkt, und auch die Marmeladensorte kannst du frei wählen – klassisch mit Johannisbeere, etwas milder mit Himbeere oder fruchtig-herb mit Aprikose.
Für Kinder lässt sich das Rezept wunderbar zum Mitbacken nutzen: Das Ausstechen der kleinen Löcher macht fast mehr Spaß als das spätere Naschen. Wer keine Nussallergie im Haushalt hat, kann die gemahlenen Haselnüsse übrigens problemlos durch gemahlene Mandeln ersetzen, ohne dass sich am Ergebnis viel ändert.
Auch für spontane Backaktionen ist das Rezept bestens geeignet: Da weder Ei noch Butter tierischen Ursprungs zum Einsatz kommen, kannst du den Teig mit Zutaten backen, die ohnehin die meisten Haushalte im Vorratsschrank haben. Wenn du magst, kannst du den Teig zusätzlich mit etwas abgeriebener Orangen- oder Zitronenschale verfeinern – das bringt eine feine, weihnachtliche Frische, die gut zur Marmeladenfüllung passt.
Ein häufiger Fehler beim Nachbacken ist zu warmer Teig: Wird die vegane Butter zu warm, verliert der Teig seine Struktur und die Kekse laufen beim Backen breit statt ihre Form zu halten. Nimm dir daher die Zeit für die Kühlpause – sie ist der wichtigste Schritt, um wirklich mürbe, formstabile vegane Linzer Augen zu bekommen, die nicht zerbröseln, sobald du sie vom Blech hebst.
Falls du größere Mengen für Plätzchenteller zum Verschenken backen möchtest, lässt sich die Menge problemlos verdoppeln oder verdreifachen. Bewahre die einzelnen Teigscheiben dann am besten gestapelt mit Backpapier dazwischen auf, damit du sie nacheinander ausrollen kannst, ohne dass sie zusammenkleben.

Vegane Linzer Augen (Marmeladenkekse)
Zutaten
Für den Mürbeteig
- 250 g Weizenmehl
- 150 g gemahlene Haselnüsse
- 100 g Zucker
- 1/2 TL Zimt
- 1 Prise Salz
- 150 g vegane Butter kalt, in Würfeln
- 1-2 EL Hafer-Pflanzendrink kalt, nur falls nötig zum Binden
Für Füllung & Deko
- 150 g rote Johannisbeer- oder Himbeermarmelade
- 2 EL Puderzucker zum Bestäuben
Zubereitung
Teig zubereiten
- Mehl, gemahlene Haselnüsse, Zucker, Zimt und Salz in einer Schüssel vermischen. Die kalte vegane Butter dazugeben und mit den Fingern schnell zu einem krümeligen Teig verarbeiten.

- Falls der Teig nicht zusammenhält, löffelweise Pflanzendrink zugeben, bis er sich zu einer glatten Kugel formen lässt. Nicht zu lange kneten, sonst wird der Teig zäh.

- Teig in Frischhaltefolie wickeln, flach drücken und für mindestens 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.

Ausstechen & Backen
- Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen.

- Teig auf einer leicht bemehlten Fläche etwa 4 mm dick ausrollen. Mit einem runden Ausstecher (ca. 6 cm) Kreise ausstechen – aus der Hälfte davon zusätzlich mit einem kleinen Ausstecher die Mitte entfernen, damit die typischen ‚Augen‘ entstehen.

- Alle Kekse auf das Blech setzen und für 10-12 Minuten goldgelb backen. Vollständig auf einem Gitter auskühlen lassen, bevor du weitermachst.

Zusammensetzen
- Die Deckel mit dem Loch großzügig mit Puderzucker bestäuben, bevor du sie zusammensetzt – danach lässt sich das nur noch schwer sauber nachholen.

- Marmelade glattrühren und die Böden damit bestreichen. Deckel vorsichtig aufsetzen und leicht andrücken, sodass die Marmelade durch das Loch sichtbar wird.

Notizen
Nährwerte
Herkunft & Zutatenwissen
Der Name Linzer Augen geht auf die österreichische Linzer Torte zurück, die als eines der ältesten bekannten Kuchenrezepte der Welt gilt. Die kleinen Kekse übernehmen das charakteristische Zusammenspiel aus nussigem Mürbeteig und roter Marmelade, verpacken es aber in eine handliche Plätzchenform, die sich ideal für die Weihnachtsbäckerei eignet.
Traditionell wird für den Teig Butter verwendet, die ihm Mürbe und Schmelz verleiht. In unserer veganen Linzer Augen-Variante übernimmt pflanzliche Butter genau diese Aufgabe – sie muss nur, wie das Original auch, eiskalt verarbeitet werden, damit der Teig nicht zäh wird. Die gemahlenen Haselnüsse stammen ursprünglich aus der Region rund um Linz, die für ihre Nussanbauten bekannt war, und geben dem Gebäck bis heute seinen unverwechselbaren Geschmack.
Interessant ist auch die Namensgeschichte: Die kleine Aussparung in der Mitte erinnert an ein Auge, durch das die rote Marmelade wie eine Pupille hindurchblitzt – daher der Name Linzer Augen. In manchen Regionen Deutschlands und Österreichs kennt man ähnliche Gebäckstücke auch als Spitzbuben, wobei dort meist eine eckige oder sternförmige Aussparung verwendet wird statt der klassischen runden Form.
Wenn du dieses Jahr eine größere Plätzchenauswahl backen möchtest, passen unsere veganen Zimtsterne und die veganen Lebkuchen-Herzen hervorragend dazu. Zusammen ergeben die drei Sorten einen klassischen, komplett pflanzlichen Plätzchenteller für die ganze Adventszeit.
Die Linzer Torte selbst wird urkundlich bereits im 17. Jahrhundert erwähnt und gilt vielen Kulinarik-Historikern als älteste namentlich bekannte Kuchen-Spezialität überhaupt. Ihr Grundprinzip – ein würziger Nussteig kombiniert mit einer säuerlichen Fruchtfüllung – hat sich über Jahrhunderte kaum verändert und wurde irgendwann in die kleinere, alltagstauglichere Keksform übertragen, die wir heute als Linzer Augen kennen. Diese lange Tradition macht die Kekse zu einem der wenigen Gebäckstücke, die sich fast unverändert seit Jahrhunderten in der Weihnachtsbäckerei des deutschsprachigen Raums halten.
So gelingt’s
Verarbeite die vegane Butter wirklich eiskalt und arbeite zügig – so bleibt der Teig mürbe statt zäh.
Bestäube die Deckel-Kekse mit Puderzucker, bevor du sie mit Marmelade zusammensetzt, sonst verklebt der Zucker mit der Füllung.
Lass die fertigen Linzer Augen am besten einen Tag durchziehen, bevor du sie servierst – so verbinden sich Teig und Marmelade geschmacklich am besten.
FAQ zu Vegane Linzer Augen (Marmeladenkekse)
In einer gut verschlossenen Blechdose halten sich die Kekse 1-2 Wochen frisch. Schichte sie mit Backpapier zwischen den Lagen, damit sie nicht zusammenkleben.
Ja, roll den Teig zu einer Rolle, wickle ihn fest in Frischhaltefolie und friere ihn bis zu 2 Monate ein. Zum Backen einfach im Kühlschrank auftauen lassen und wie gewohnt ausstechen.
Klassisch wird rote Johannisbeermarmelade verwendet, da ihre Säure gut zum süßen Mürbeteig passt. Himbeer- oder Aprikosenmarmelade funktionieren aber genauso gut, solange sie nicht zu flüssig ist.

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