Vegane Maultaschen in Salbeibutter
Kennst du das Gefühl, wenn du eigentlich Lust auf Hausmannskost hast, aber die klassischen Rezepte fast immer Ei und Fleisch enthalten? Genau da setzen vegane Maultaschen an. Der schwäbische Klassiker – auch liebevoll ‚Herrgottsbescheißerle‘ genannt – lässt sich mit ein paar cleveren Zutaten komplett pflanzlich nachbauen, ohne dass Geschmack oder Textur auf der Strecke bleiben.
In diesem Rezept übernimmt Kichererbsenmehl die Bindung im Teig, geräucherter Tofu sorgt für die deftige Tiefe, die sonst Hackfleisch liefert. Serviert in brauner Salbeibutter wird daraus ein Gericht, das sich für Sonntagsessen genauso eignet wie für ein herzhaftes Feierabendessen.
Warum du diese veganen Maultaschen lieben wirst
Die Füllung aus Spinat, Räuchertofu und gerösteten Semmelbröseln bringt genau die würzige, leicht rauchige Note, die ein gutes Maultaschen-Rezept braucht. Hefeflocken sorgen zusätzlich für eine dezente, käseähnliche Umami-Tiefe.
Die selbstgemachte Salbeibutter rundet das Gericht ab: Sie karamellisiert leicht in der Pfanne und macht aus einem einfachen Nudelgericht ein kleines Sonntagsessen – ganz ohne tierische Zutaten, aber mit dem vollen Aroma des Originals.
Alltagstauglich trotz Handarbeit
Ja, selbstgemachte Maultaschen brauchen etwas Zeit – aber die meiste davon ist reine Wartezeit, während der Teig ruht. Du kannst den Prozess außerdem gut aufteilen: Teig und Füllung am Vortag vorbereiten, am nächsten Tag nur noch formen und kochen.
Für den Alltag lohnt sich außerdem die doppelte Menge: Rohe vegane Maultaschen lassen sich hervorragend einfrieren und direkt aus dem Tiefkühler in die Brühe geben. So hast du ein selbstgemachtes Fertiggericht griffbereit, wenn es mal schnell gehen muss.

Vegane Maultaschen in Salbeibutter
Zutaten
Für den Nudelteig
- 300 g Weizenmehl (Type 405)
- 2 EL Kichererbsenmehl als Bindemittel statt Ei
- 1/4 TL Kurkuma für die gelbliche Farbe
- 150 ml Wasser lauwarm
- 1 EL Olivenöl
- 1/2 TL Salz
Für die Füllung
- 300 g Blattspinat frisch, grob gehackt
- 200 g Räuchertofu fein gewürfelt oder geraspelt
- 1 Zwiebel fein gewürfelt
- 2 Knoblauchzehen fein gehackt
- 40 g Semmelbrösel geröstet
- 3 EL Hefeflocken für die käsige Note
- 2 EL Sojasahne
- 1 TL Muskatnuss gerieben
- 2 EL Petersilie gehackt
- 1 EL Olivenöl zum Anbraten
Für die Salbeibutter
- 80 g vegane Butter
- 12 Salbeiblätter frisch
- 1 TL Zitronenschale abgerieben, unbehandelt
- 2 l Gemüsebrühe zum Garen der Maultaschen
Zubereitung
Nudelteig zubereiten
- Mehl, Kichererbsenmehl, Kurkuma und Salz in einer Schüssel vermischen. Wasser und Olivenöl zugeben und alles zu einem glatten, geschmeidigen Teig verkneten – von Hand etwa 8 Minuten oder mit der Küchenmaschine 5 Minuten.
- Den Teig zu einer Kugel formen, in Frischhaltefolie einwickeln und mindestens 30 Minuten bei Raumtemperatur ruhen lassen. Das entspannt den Teig und macht ihn später leichter dünn ausrollbar.
Füllung zubereiten
- Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und Zwiebel darin glasig dünsten. Knoblauch kurz mitbraten, dann Räuchertofu zugeben und rundherum leicht anbraten, bis er goldbraun ist.
- Spinat portionsweise zugeben und zusammenfallen lassen. Vom Herd nehmen, kurz abkühlen lassen und dann grob hacken oder pürieren – die Füllung sollte fein, aber nicht komplett cremig sein.
- Semmelbrösel, Hefeflocken, Sojasahne, Muskatnuss und Petersilie unterrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Masse sollte formbar sein, ähnlich wie ein fester Aufstrich – bei Bedarf noch etwas Semmelbrösel zugeben.
Maultaschen formen
- Den Teig auf einer bemehlten Fläche sehr dünn ausrollen (etwa 2 mm) und in Streifen von 10 cm Breite schneiden. Im Abstand von etwa 8 cm jeweils einen Esslöffel Füllung auf die untere Hälfte des Streifens setzen.
- Die Teigränder mit etwas Wasser bestreichen, den Streifen der Länge nach zuklappen und die Füllung fest andrücken, damit keine Luft eingeschlossen wird. Mit einem Teigrädchen oder Messer zu einzelnen quadratischen Maultaschen schneiden und die Ränder mit einer Gabel andrücken.
Kochen und servieren
- Gemüsebrühe in einem großen Topf zum leichten Sieden bringen (nicht sprudelnd kochen, sonst können die Maultaschen aufreißen). Die Maultaschen portionsweise einlegen und 8-10 Minuten ziehen lassen, bis sie oben schwimmen.
- Für die Salbeibutter vegane Butter in einer Pfanne bei mittlerer Hitze schmelzen, bis sie leicht nussig duftet. Salbeiblätter und Zitronenschale zugeben und 1-2 Minuten mitbraten, bis die Blätter knusprig sind.
- Die gegarten Maultaschen mit einer Schaumkelle aus der Brühe heben, kurz abtropfen lassen und in der Salbeibutter schwenken. Sofort heiß servieren.
Notizen
Nährwerte
Herkunft & Zutatenwissen
Maultaschen stammen aus dem Schwäbischen und zählen zu den bekanntesten Gerichten der deutschen Küche. Der Legende nach erfanden Mönche im Kloster Maulbronn das Gericht, um während der Fastenzeit heimlich Fleisch zu verstecken – daher der Spitzname „Herrgottsbescheißerle“. Mehr zur Herkunft findest du im Wikipedia-Artikel zu Maultaschen.
Räuchertofu ist in dieser veganen Version der Schlüssel zum authentischen Geschmack. Durch die Räucherung entstehen rauchige Röstaromen, die dem Fleisch im Originalrezept sehr nahekommen. Kombiniert mit Muskatnuss und frischem Salbei entsteht ein Aromenbild, das typisch deutsche und typisch vegetarische Küche gleichermaßen bedient. Diese veganen Maultaschen zeigen so, wie nah pflanzliche und klassische Hausmannskost beieinanderliegen können.
So gelingt’s
Rolle den Teig wirklich dünn aus – dickere Stellen brauchen länger zum Garen und werden zäh. Und lass die Brühe beim Kochen nur leicht sieden statt sprudelnd kochen, sonst reißen die Maultaschen auf.
FAQ zu veganen Maultaschen
Du kannst eine glutenfreie Mehlmischung mit Bindemittel wie Flohsamenschalen verwenden, der Teig wird dadurch aber etwas brüchiger. Arbeite in diesem Fall besonders vorsichtig beim Formen.
Rohe Maultaschen einzeln auf einem Blech vorfrieren, dann in einem Gefrierbeutel bis zu 3 Monate lagern. Zum Garen direkt gefroren in die leicht siedende Brühe geben und die Garzeit um 3-4 Minuten verlängern.
Ja. Gekochte, abgekühlte Maultaschen schmecken in Butter oder Öl angebraten mit Röstzwiebeln besonders gut und sind eine klassische Resteverwertung vom Vortag.

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