Dessert

Vegane Schneebälle

Redaktion 27. Oktober 2026 0 Kommentare
Vegane Schneebälle, fränkisches Schmalzgebäck aus knusprigen Teigstreifen, bestäubt mit Puderzucker

Vegane Schneebälle sind das fränkische Schmalzgebäck, das du vom Rothenburger Weihnachtsmarkt kennst, nur eben komplett pflanzlich. Hauchdünne Teigstreifen werden zu einer Kugel geformt, goldbraun frittiert und zum Schluss großzügig mit Puderzucker bestäubt. Das Ergebnis ist außen herrlich knusprig und innen zart-mürbe – ein Gebäck, das optisch an den ersten Schnee erinnert und geschmacklich einfach Winter pur ist.

Im Gegensatz zu den meisten Plätzchen, die du sonst in der Adventszeit backst, werden Schneebälle nicht im Ofen gebacken, sondern frittiert. Das klingt erstmal aufwendiger, als es tatsächlich ist, und sorgt für eine Textur, die du mit klassischem Backofen-Gebäck gar nicht erreichen kannst: unzählige hauchdünne, knusprige Schichten, die beim ersten Bissen förmlich zerbrechen.

Dieses vegane (und damit auch vegetarische) Rezept funktioniert komplett ohne Ei und Butter und kommt dem Original dabei erstaunlich nahe. Wenn du auf der Suche nach einer Winter-Nascherei bist, die mal etwas anderes ist als die zehnte Sorte Plätzchen, sind Vegane Schneebälle genau richtig für dich.

Warum du Vegane Schneebälle lieben wirst

Das Besondere an Schneebällen ist die Herstellungstechnik: Dünne Teigstreifen werden übereinandergelegt, in der Mitte zusammengehalten und dann so gewendet, dass eine kugelige Form entsteht. Beim Frittieren bläht sich jede einzelne Schicht leicht auf, wodurch das typische, fast spinnwebartige Muster im Inneren entsteht. Das sieht nicht nur beeindruckend aus, sondern sorgt auch für den unverwechselbaren Crunch.

Für den Teig verwenden wir pflanzliche Margarine statt Butter und pflanzliche Sahne statt Ei, dazu einen Schuss ausdrücklich als vegan gekennzeichneten Rum fürs Aroma – wie bei vielen Spirituosen kann die Klärung mit tierischen Hilfsstoffen erfolgen, weshalb sich ein Blick auf das Vegan-Label lohnt. Alternativ funktioniert auch einfach Zitronensaft, wenn du lieber ohne Alkohol backen möchtest.

Perfekt für die Winterbackstube

Auch wenn das Formen am Anfang etwas Übung braucht, ist der Teig selbst in wenigen Minuten gemischt und geknetet. Nach der Kühlzeit von 30 Minuten rollst du ihn aus, schneidest Streifen und schichtest sie zu kleinen Kugeln. Hast du den Dreh einmal raus, geht das Formen schnell von der Hand.

Ein Holzspieß oder ein langes Stäbchen helfen dir dabei, die Teigstreifen in der Mitte zusammenzuhalten, während du die Enden nach unten über den Spieß klappst. Übe den ersten Schneeball ruhig einmal mit etwas mehr Zeit, die folgenden gehen dann deutlich schneller, sobald du das Prinzip einmal verstanden hast.

Für den als vegan gekennzeichneten Zucker im Teig und den Puderzucker zum Bestäuben gilt dasselbe wie beim Rum: Gerade weißer Zucker wird teilweise mit Knochenkohle gefiltert, daher lohnt sich auch hier ein Blick auf die Verpackung oder das Vegan-Siegel. Mehr dazu, worauf du bei tierischen Hilfsstoffen in Zutaten achten solltest, erfährst du in unserem Artikel zu versteckten tierischen Zutaten.

Die pflanzliche Margarine im Teig sollte außerdem möglichst kalt sein, wenn du sie einarbeitest – genau wie bei klassischem Mürbeteig sorgt das dafür, dass der Teig später beim Frittieren nicht zu weich wird und seine Form behält. Nimm die Margarine also erst direkt vor der Verarbeitung aus dem Kühlschrank.

Mit rund 245 Kilokalorien pro Schneeball sind sie ein süßer Genuss für zwischendurch – am besten frisch frittiert und noch leicht warm genossen, wenn der Puderzucker gerade erst aufgetragen wurde und die Schichten noch maximal knusprig sind.

Vegane Schneebälle, fränkisches Schmalzgebäck aus knusprigen Teigstreifen, bestäubt mit Puderzucker

Vegane Schneebälle

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Knusprige, fein geschichtete Teigkugeln nach fränkischer Art, frittiert und mit Puderzucker bestäubt – komplett vegan.
Portionen 10 Schneebälle
Vorbereitungszeit 40 Minuten
Zubereitungszeit 20 Minuten
Gesamtzeit 1 Stunde

Zutaten
  

Für den Teig

  • 400 g Mehl, Type 405
  • 1 TL Backpulver
  • 100 g Zucker ausdrücklich als vegan gekennzeichnet
  • 1 Prise Salz
  • 100 g Pflanzenmargarine kalt, in Stücken
  • 100 ml Pflanzliche Sahne
  • 2 EL Rum ausdrücklich als vegan gekennzeichnet, ersatzweise Zitronensaft
  • 1 TL Vanilleextrakt

Zum Frittieren

  • 1 l Pflanzenöl, neutral

Zum Bestäuben

  • 60 g Puderzucker ausdrücklich als vegan gekennzeichnet
  • 50 g Vegane Zartbitterschokolade geschmolzen, optional

Zubereitung
 

Teig zubereiten

  • Mehl, Backpulver, Zucker und Salz in einer Schüssel vermischen. Die kalte Margarine mit den Fingern einarbeiten, bis eine krümelige Masse entsteht.
    Vegane Schneebälle, fränkisches Schmalzgebäck aus knusprigen Teigstreifen, bestäubt mit Puderzucker
  • Pflanzliche Sahne, Rum und Vanilleextrakt dazugeben und zu einem glatten, festen Teig verkneten. In Frischhaltefolie wickeln und 30 Minuten kalt stellen.
    Vegane Schneebälle, fränkisches Schmalzgebäck aus knusprigen Teigstreifen, bestäubt mit Puderzucker

Schneebälle formen

  • Teig auf einer bemehlten Fläche sehr dünn (ca. 2 mm) ausrollen. Mit einem scharfen Messer oder Teigrädchen in dünne Streifen von ca. 1 cm Breite schneiden.
    Vegane Schneebälle, fränkisches Schmalzgebäck aus knusprigen Teigstreifen, bestäubt mit Puderzucker
  • Jeweils 10-12 Streifen übereinanderlegen, in der Mitte mit einem Holzspieß fixieren und die Enden nach unten über den Spieß stülpen, sodass eine kugelige Form entsteht. Vorsichtig vom Spieß lösen.
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Frittieren

  • Pflanzenöl in einem hohen Topf auf 170-180°C erhitzen. Die Schneebälle portionsweise 2-3 Minuten frittieren, bis sie goldbraun und knusprig sind, dabei gelegentlich wenden.
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  • Mit einer Schaumkelle herausnehmen und auf Küchenpapier gut abtropfen lassen.
    Vegane Schneebälle, fränkisches Schmalzgebäck aus knusprigen Teigstreifen, bestäubt mit Puderzucker

Fertigstellen

  • Die noch warmen Schneebälle großzügig mit Puderzucker bestäuben.
    Vegane Schneebälle, fränkisches Schmalzgebäck aus knusprigen Teigstreifen, bestäubt mit Puderzucker
  • Nach Belieben mit geschmolzener veganer Schokolade beträufeln und fest werden lassen.
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Notizen

Vegane Schneebälle schmecken frisch am besten, halten sich luftdicht verpackt aber auch 3-4 Tage bei Zimmertemperatur. Vor dem Servieren nochmal frisch mit Puderzucker bestäuben.

Nährwerte

Kalorien: 245kcalKohlenhydrate: 30gProtein: 3gFett: 12gBallaststoffe: 1g
Autor: Redaktion
Kalorien: 245kcal
Gang: Dessert, Klassiker
Küche: Deutsche Küche, Vegan
Stichwort: Mandeln, Schneebälle, Vegan, Winterrezept

Herkunft & Zutatenwissen rund um Schneebälle

Der Schneeball stammt aus der Region um Rothenburg ob der Tauber in Franken, wo er traditionell zu Hochzeiten und anderen Festlichkeiten gebacken wurde. Historiker vermuten, dass das Gebäck ursprünglich entstand, weil sich mit der aufwendigen Streifen-Technik auch minderwertigeres, nicht ganz frisches Mehl noch gut verarbeiten ließ. Heute ist der Schneeball vor allem als Souvenir und Weihnachtsmarkt-Spezialität bekannt, oft mit Schokolade, Zimt oder Nüssen verziert.

Mittlerweile gibt es in Rothenburg sogar ein eigenes kleines Museum, das sich ausschließlich dem Schneeball widmet – ein Zeichen dafür, wie fest das Gebäck in der regionalen Identität verankert ist. Außerhalb Frankens sind Schneebälle lange Zeit vor allem als Mitbringsel von Reisen bekannt gewesen, erst in den letzten Jahren hat sich das Rezept auch über die Region hinaus stärker verbreitet, nicht zuletzt dank Rezeptvideos im Internet.

Mehr zur Geschichte des Gebäcks und seinen regionalen Varianten findest du im Wikipedia-Artikel zum Schneeball. Wenn du dich generell für veganes Backen interessierst, lohnt sich außerdem ein Blick in unseren Grundlagen-Artikel zu veganem Mürbeteig, der dir auch bei anderen Winter-Gebäcken weiterhilft.

Variationen für deine Schneebälle

Klassisch werden Schneebälle nur mit Puderzucker bestäubt, aber es gibt unzählige Varianten. Probiere sie mit einer dünnen Schicht geschmolzener veganer Zartbitter- oder Nougatschokolade, mit gemahlenen Mandeln oder gehackten Haselnüssen bestreut, oder mit einer Prise Zimt im Puderzucker für eine weihnachtlichere Note.

Auch als Mitbringsel zur Adventszeit eignen sich Vegane Schneebälle hervorragend: Verpackt in einer hübschen Keksdose oder Papiertüte halten sie sich mehrere Tage und sind garantiert ein Hingucker, mit dem die wenigsten rechnen. Serviere sie zusammen mit einem veganen Glühwein oder Punsch für einen gemütlichen Winterabend.

Da Schneebälle traditionell auch gerne auf Weihnachtsmärkten verkauft werden, eignen sie sich ebenfalls gut als kleines, essbares Geschenk für Nachbarn, Kollegen oder die Familie. Binde dafür einfach ein paar Schneebälle in Zellophan ein und verziere das Ganze mit etwas Kordel oder einem Zweig Tannengrün für die passende weihnachtliche Optik.

So gelingt’s

Rolle den Teig wirklich hauchdünn aus – je dünner die Streifen, desto knuspriger und filigraner wird später das Muster im Schneeball. Achte außerdem auf eine konstante Öltemperatur von 170-180°C: Ist das Öl zu kühl, saugt sich der Teig voll und wird fettig, ist es zu heiß, bräunt er außen, bevor er innen durchgaren kann.

FAQ zu Vegane Schneebälle

Wie lange halten sich Vegane Schneebälle?

Luftdicht verpackt und bei Zimmertemperatur gelagert bleiben Vegane Schneebälle 3-4 Tage knusprig. Danach verlieren sie durch Luftfeuchtigkeit nach und nach an Crunch, schmecken aber weiterhin gut.

Kann ich Schneebälle auch ohne Alkohol backen?

Ja, ersetze den Rum einfach 1:1 durch Zitronensaft oder Wasser. Der Rum dient vor allem dem Aroma und ist für die Konsistenz des Teigs nicht entscheidend.

Warum fallen meine Schneebälle beim Frittieren auseinander?

Meist liegt es daran, dass die Teigstreifen in der Mitte nicht fest genug fixiert wurden oder der Teig zu warm und damit zu weich war. Kühle den geformten Teig vor dem Frittieren notfalls nochmal kurz, damit die Streifen besser zusammenhalten.

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