Vegane Spitzbuben mit Johannisbeer-Marmelade
Vegane Spitzbuben gehören für mich zu den schönsten Dingen, die man in der Adventszeit backen kann: zwei mürbe Kekshälften, dazwischen ein Fenster aus roter Marmelade, obendrauf eine feine Schicht Puderzucker. Das Original kommt klassischerweise mit viel Butter und oft auch Ei aus – unsere vegane Version braucht beides nicht und schmeckt trotzdem genauso zart und buttrig.
Mit veganer Butter, ein paar einfachen Grundzutaten und etwas Geduld beim Kühlen gelingt dir ein Keks, der sich wunderbar als Mitbringsel, fürs Plätzchenteller an Weihnachten oder einfach für die Kaffeepause eignet. Vegane Spitzbuben sind dabei genauso vegetarisch wie vegan – ein Gebäck, das wirklich jede und jeder am Tisch essen kann.
Auch wenn der Advent noch ein paar Wochen entfernt ist: Mürbeteig-Kekse wie dieser lassen sich hervorragend vorbereiten und sogar einfrieren. Ich zeige dir Schritt für Schritt, wie der Teig garantiert nicht bröselt und wie du das typische Fenster sauber ausstichst.
Warum du vegane Spitzbuben lieben wirst
Der Mürbeteig gelingt mit veganer Butter genauso knusprig-zart wie mit dem tierischen Original – entscheidend ist nur, dass die Butter beim Verarbeiten wirklich kalt bleibt. So bekommst du Kekse, die auf der Zunge zergehen, statt hart oder trocken zu werden.
Die Johannisbeer-Marmelade bringt mit ihrer Säure den perfekten Gegenpol zum süßen Mürbeteig und dem Puderzucker obendrauf. Du kannst bei den veganen Spitzbuben aber genauso gut Aprikosen- oder Himbeermarmelade verwenden, wenn du magst – Hauptsache, sie ist schön stückig-fest, damit sie beim Zusammensetzen nicht herausläuft.
So gelingt das Backen auch ohne Stress
Der Teig für vegane Spitzbuben lässt sich wunderbar am Vortag vorbereiten und über Nacht im Kühlschrank ruhen. Das spart dir am Backtag selbst Zeit und macht das Ausrollen sogar noch einfacher, weil der Teig dann besonders fest ist.
Auch die ungefüllten Kekshälften lassen sich gut vorbereiten: Einfach in einer Dose stapeln und erst kurz vor dem Servieren mit Marmelade bestreichen und bestäuben. So bleiben sie lange frisch und du kannst sie portionsweise über mehrere Tage verteilt zusammensetzen, statt alles auf einmal zu schaffen.

Vegane Spitzbuben mit Johannisbeer-Marmelade
Kochutensilien
- 1 Schüssel
Zutaten
Für den Mürbeteig
- 300 g Weizenmehl (Type 405)
- 100 g veganer Zucker fein, z. B. raffinierter Rübenzucker
- 1 Prise Salz
- 0,5 TL abgeriebene Bio-Zitronenschale
- 200 g vegane Butter kalt, gewürfelt
- 2-3 EL kaltes Wasser
Zum Fertigstellen
- 150 g Johannisbeer-Marmelade möglichst stückig-fest
- 2-3 EL veganer Puderzucker zum Bestäuben
Zubereitung
Teig zubereiten
- Mehl, veganen Zucker, Salz und Zitronenschale in einer großen Schüssel vermischen. Die kalte vegane Butter dazugeben und mit den Fingerspitzen oder einem Teigschaber schnell zu groben Bröseln verarbeiten – je kühler die Butter bleibt, desto mürber wird später der Keks.
- 2 EL kaltes Wasser dazugeben und alles zügig zu einem glatten Teig verkneten. Falls der Teig noch krümelig ist, löffelweise mehr Wasser dazugeben, bis er zusammenhält, aber nicht klebrig wird.
- Den Teig zu einer flachen Scheibe formen, in Frischhaltefolie wickeln und mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. Das erleichtert später das Ausstechen enorm.
Ausstechen & Backen
- Den Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen.
- Den gekühlten Teig auf bemehlter Fläche ca. 3-4 mm dünn ausrollen. Mit einem runden Ausstecher (ca. 6 cm) gleich viele Kreise ausstechen – du brauchst immer zwei Teile pro fertigem Spitzbuben.
- Bei der Hälfte der Kreise mit einem kleinen Herz- oder Sternausstecher die Mitte ausstechen – das sind die späteren Deckel. Teigreste lassen sich problemlos nochmal verkneten und ausrollen.
- Alle Kreise auf das Backblech legen und 10-12 Minuten goldgelb backen. Komplett auf dem Blech auskühlen lassen, da die Kekse warm noch sehr zerbrechlich sind.
Zusammensetzen
- Die Deckel mit Fenster großzügig mit veganem Puderzucker bestäuben, bevor du sie zusammensetzt – danach ist das wegen der Marmelade im Fenster kaum noch sauber möglich.
- Die vollen Böden mit je 1/2 TL Johannisbeer-Marmelade bestreichen und die bestäubten Deckel vorsichtig daraufsetzen, sodass die Marmelade im Fenster sichtbar durchschimmert.
Notizen
Nährwerte
Herkunft & Zutatenwissen
Spitzbuben zählen zur großen Familie der Linzer Gebäcke und sind im gesamten deutschsprachigen Raum als klassisches Weihnachtsgebäck bekannt. Der Name soll auf die schelmisch anmutenden „Fenster“ im Deckel zurückgehen, durch die die Marmelade hindurchblitzt. Mehr zur Geschichte des verwandten Linzer Gebäcks findest du im Wikipedia-Artikel zur Linzer Torte.
Bei Zucker und Puderzucker lohnt sich übrigens ein genauer Blick aufs Etikett: Je nach Herstellungsprozess kann Zucker mit tierischer Aktivkohle gefiltert werden, weshalb wir hier bewusst veganen Zucker verwenden, der ohne diesen Schritt auskommt. Mehr zu solchen versteckten Fallstricken erklärt unser Ratgeber Versteckte tierische Zutaten erkennen. Johannisbeeren wiederum sind von Natur aus reich an Vitamin C und geben der Marmelade ihre angenehm fruchtige Säure.
So gelingt’s
Bestäube die Deckel mit Fenster immer, bevor du sie mit Marmelade zusammensetzt – sonst verklebt der Puderzucker mit der Marmelade und wird fleckig. Falls der Teig beim Ausrollen zu weich wird, einfach kurz zurück in den Kühlschrank legen, bevor du weitermachst.
FAQ zu veganen Spitzbuben
Ja, am besten frierst du die ungefüllten Kekshälften ein. Nach dem Auftauen bei Zimmertemperatur kannst du sie frisch mit Marmelade bestreichen und bestäuben.
Aprikosen-, Himbeer- oder Kirschmarmelade funktionieren genauso gut. Wichtig ist nur, dass sie stückig-fest ist, damit sie beim Zusammensetzen nicht aus dem Fenster herausläuft.
Die kalte vegane Butter sorgt für den typisch mürben Biss. Ist der Teig zu warm, wird er klebrig und lässt sich schlechter ausstechen.

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