Vegane Zimtsterne
Der erste Duft von Zimt und geröstetem Mandelaroma in der ganzen Wohnung – für viele gehört das genauso zur Adventszeit wie der Kerzenschein am Fenster. Vegane Zimtsterne bringen genau dieses Gefühl zurück, ganz ohne Ei in Teig oder Glasur. Stattdessen übernimmt Aquafaba, das Kichererbsenwasser aus der Dose, die Aufgabe des Eiweißes.
Klassische Zimtsterne gelten unter Hobbybäckern oft als schwierig, weil die Glasur reißt oder der Teig klebt. Mit ein paar Kniffen gelingt die vegane Version aber erstaunlich zuverlässig. Die Aquafaba lässt sich genauso steif schlagen wie Eiweiß und verhält sich beim Backen fast identisch. Selbst wenn du bisher noch nie mit Kichererbsenwasser gebacken hast, wirst du merken, wie unkompliziert sich die Technik anwenden lässt.
Weil das Rezept komplett ohne tierische Zutaten auskommt, ist es automatisch auch für alle interessant, die vegetarisch backen möchten, aber offen für vegane Alternativen sind. Ein Plätzchen, das wirklich jeder am Weihnachtsteller mitessen kann.
Warum vegane Zimtsterne so gut gelingen
Der Trick liegt in der Aquafaba. Richtig steif geschlagen, mit Zitronensaft stabilisiert, verhält sie sich fast wie klassisches Eiweiß. Sie bindet die gemahlenen Mandeln zu einem geschmeidigen Teig und sorgt gleichzeitig für eine glänzende, leicht knackige Glasur obenauf.
Anders als viele befürchten, schmeckt man die Kichererbsen am Ende nicht heraus. Zimt, Mandeln und Puderzucker dominieren das Aroma vollständig. Deshalb überzeugen vegane Zimtsterne auch Menschen, die noch nie mit Aquafaba gebacken haben und skeptisch an das Rezept herangehen. Nach dem ersten Biss verschwindet diese Skepsis meist sofort, weil sich Konsistenz und Geschmack kaum vom klassischen Original unterscheiden.
Ideal zum Vorbereiten für die Weihnachtsbäckerei
Die Vorlaufzeit in der Weihnachtsbäckerei ist oft knapp, gerade wenn mehrere Sorten Plätzchen gleichzeitig entstehen sollen. Zimtsterne passen gut in diesen Plan, weil sich der Teig gut vorbereiten und kühl lagern lässt. So kannst du das Ausstechen und Backen zeitlich von der Teigherstellung trennen.
Das macht sie auch ideal, wenn du für mehrere Anlässe gleichzeitig backen willst: für den eigenen Adventskalender, als Geschenk oder für den Plätzchenteller an Weihnachten. Da sie sich lange halten, kannst du bereits Wochen vor dem eigentlichen Fest mit dem Backen beginnen, ohne dass die Kekse an Frische verlieren. Gerade weil die Nachfrage nach Weihnachtsplätzchen schon im Oktober und November spürbar steigt, lohnt es sich, frühzeitig eine erste Portion vorzubereiten.

Vegane Zimtsterne
Zutaten
Für den Teig
- 300 g gemahlene Mandeln
- 180 g Puderzucker
- 2 TL Zimt gemahlen
- 1 Prise Salz
- 60 ml Aquafaba Kichererbsenwasser aus der Dose
- 1 TL Zitronensaft
- Puderzucker zum Ausrollen
Für die Glasur
- 90 ml Aquafaba Kichererbsenwasser aus der Dose
- 1 Prise Weinstein-Backpulver optional, stabilisiert die Glasur
- 200 g Puderzucker
- 1 TL Zitronensaft
Zubereitung
Teig zubereiten
- 60 ml Aquafaba mit Zitronensaft und einer Prise Salz mit dem Handmixer etwa 5 Minuten steif schlagen, bis feste Spitzen entstehen.
- Gemahlene Mandeln, Puderzucker und Zimt in einer Schüssel vermengen.
- Zwei Drittel der aufgeschlagenen Aquafaba unter die Mandelmasse heben und zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Das restliche Drittel für die Glasur kühl stellen.
- Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und mindestens 1 Stunde kalt stellen, damit er sich später besser ausrollen lässt.
Ausstechen und Glasieren
- Für die Glasur die restliche Aquafaba mit Puderzucker und Zitronensaft glattrühren, bis eine dickflüssige, streichfähige Masse entsteht.
- Den Teig auf einer mit Puderzucker bestäubten Fläche etwa 7 mm dick ausrollen.
- Die Glasur dünn und gleichmäßig auf dem ausgerollten Teig verstreichen und kurz antrocknen lassen.
- Sterne ausstechen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen.
- Die Zimtsterne mindestens 1 Stunde bei Raumtemperatur trocknen lassen, damit die Glasur beim Backen hell und glänzend bleibt.
Backen
- Den Ofen auf 150 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
- Die Zimtsterne 12-15 Minuten backen, bis der Rand leicht gebräunt, die Glasur aber noch hell ist.
- Vollständig auf dem Blech auskühlen lassen und erst danach vorsichtig vom Backpapier lösen.
Notizen
Nährwerte
Der richtige Umgang mit Aquafaba
Für ein zuverlässiges Ergebnis solltest du die Aquafaba kalt und möglichst unverdünnt aus der Dose verwenden. Eine Prise Salz oder etwas Zitronensaft hilft dabei, dass sie beim Schlagen schneller feste Spitzen bildet. Ein sauberer, fettfreier Schüsselboden ist dabei genauso wichtig wie bei klassischem Eiweiß. Plane für das Aufschlagen etwas mehr Zeit ein als bei Eiweiß, da Aquafaba oft einige Minuten länger braucht, bis sie richtig steif wird.
Mehr Hintergrundwissen und weitere Anwendungen findest du in unserem ausführlichen Artikel Aquafaba richtig nutzen. Dort erfährst du auch, wofür sich das vielseitige Kichererbsenwasser sonst noch eignet, etwa für Mousse oder Baiser.
Varianten und Tipps für die Weihnachtszeit
Wer es milder mag, reduziert den Zimt im Teig leicht und ersetzt einen Teil davon durch etwas geriebene Orangenschale. Für eine nussfreie Alternative eignen sich gemahlene Sonnenblumenkerne, auch wenn der typische Marzipan-Charakter dabei etwas verloren geht. Auch eine Mischung aus Mandeln und Haselnüssen sorgt für eine interessante Geschmacksvariante.
Zum Verschenken eignen sich vegane Zimtsterne hervorragend in kleinen Dosen oder Gläsern mit weihnachtlichem Papier. Da sie mit der Zeit sogar saftiger werden, kannst du sie bereits ein bis zwei Wochen vor dem Verschenken backen, ohne an Qualität einzubüßen. Wer mag, ergänzt den Plätzchenteller mit unseren veganen Lebkuchen-Herzen mit Schokoladenglasur für noch mehr Auswahl.
Häufige Fehler beim Backen vermeiden
Der häufigste Fehler ist eine zu warme oder zu feuchte Aquafaba, die sich dann nicht richtig aufschlagen lässt. Verwende sie deshalb möglichst kalt direkt aus dem Kühlschrank und achte darauf, dass Schüssel und Rührbesen komplett fettfrei sind. Schon eine kleine Menge Fett kann verhindern, dass feste Spitzen entstehen, ganz ähnlich wie bei klassischem Eischnee.
Ein zweiter typischer Fehler ist zu dick ausgerollter Teig, wodurch die Sterne innen roh bleiben, während die Glasur außen schon dunkel wird. Rolle den Teig deshalb gleichmäßig auf etwa 7 Millimeter aus und arbeite mit wenig zusätzlichem Puderzucker, damit der Teig nicht zu trocken wird. Wer die Sterne vor dem Backen ausreichend antrocknen lässt, vermeidet außerdem rissige Glasur.
Für wen sich vegane Zimtsterne eignen
Dieses Rezept richtet sich an alle, die gerne backen, aber auf Ei verzichten möchten – ob aus Überzeugung, wegen einer Unverträglichkeit oder einfach aus Neugier. Auch Einsteiger in die vegane Küche finden hier einen guten Startpunkt, weil das Rezept überschaubar bleibt und nur wenige Zutaten braucht. Familien mit gemischten Ernährungsweisen profitieren besonders, denn ein Teller vegane Zimtsterne reicht für alle am Tisch, ganz ohne Extra-Variante für einzelne Gäste. Und wer gemeinsam mit Kindern backen möchte, findet in diesem Rezept eine gute Gelegenheit, da das Ausstechen der Sterne auch kleinen Händen leichtfällt.
Passende Getränke und Anlässe
Zu vegane Zimtsterne passt klassisch ein Glühwein oder heißer Apfelpunsch, aber auch ein starker Kaffee oder Chai-Tee harmoniert gut mit der Zimtnote. Serviere sie auf einem weihnachtlichen Plätzchenteller gemeinsam mit anderen Sorten, oder verpacke sie einzeln als kleines Mitbringsel für den Adventskaffee bei Freunden. Auch auf dem Weihnachtsmarkt zuhause, mit selbstgemachtem Punsch und Kerzenschein, machen sie eine gute Figur. Für Kinder eignet sich alternativ ein warmer Kakao, der die Zimtnote der Plätzchen schön ergänzt, ohne zu süß zu wirken.
Nährwerte im Überblick
Ein einzelner Zimtstern schlägt mit rund 75 Kalorien, 2 Gramm Eiweiß und 4 Gramm Fett zu Buche. Die gemahlenen Mandeln liefern dabei wertvolle ungesättigte Fettsäuren sowie etwas Magnesium. Als kleines Plätzchen zum Kaffee oder Tee bleibt der Genuss also überschaubar, auch wenn man mehr als eines nascht. Im Vergleich zu vielen anderen Weihnachtsplätzchen enthalten Zimtsterne zudem kaum Mehl, was sie für alle interessant macht, die auf glutenreiche Backwaren reduzieren möchten.
Herkunft & Zutatenwissen: Zimtsterne als Weihnachtsklassiker
Zimtsterne gehören seit Jahrhunderten zur deutschen Weihnachtsbäckerei und gelten als eines der ältesten bekannten Plätzchenrezepte überhaupt. Ursprünglich waren Mandeln, Zucker und Gewürze wie Zimt teure Importwaren, weshalb die Sterne früher ein besonderes Festtagsgebäck waren. Heute sind sie aus kaum einem deutschen, österreichischen oder schweizerischen Plätzchenteller wegzudenken und gehören zu den bekanntesten Weihnachtsgebäck-Klassikern im gesamten DACH-Raum.
Laut der Wikipedia lässt sich das Rezept bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen, als Gewürze über Handelsrouten nach Mitteleuropa gelangten. Die klassische Glasur aus geschlagenem Eiweiß und Zucker blieb über die Jahrhunderte nahezu unverändert – bis auf die vegane Variante, die wir hier vorstellen.
So gelingt’s
Schneide die Sterne mit einem in Puderzucker getauchten Ausstecher aus, dann klebt der Teig nicht. Lass die glasierten Rohlinge unbedingt vollständig antrocknen, bevor sie in den Ofen kommen, sonst reißt die Glasur beim Backen.
FAQ zu vegane Zimtsterne
Meist war der Ofen zu heiß. Backe die Zimtsterne bei niedriger Temperatur um 150 °C und beobachte sie in den letzten Minuten genau, damit die Glasur hell bleibt.
Nicht ohne Qualitätsverlust. Aquafaba ist bislang die zuverlässigste vegane Alternative für diese Art von Glasur, da sie sich ähnlich wie Eiweiß aufschlagen lässt.
In einer gut verschlossenen Dose bleiben sie 2 bis 3 Wochen frisch und werden dabei sogar noch etwas saftiger, da die Feuchtigkeit der Glasur langsam in den Teig zieht. Für längere Lagerung kannst du sie auch gut einfrieren und bei Bedarf einfach auftauen lassen.

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