Vegane Sachertorte
Vegane Sachertorte – ein Satz, der in Wien wohl für hochgezogene Augenbrauen sorgen würde. Der berühmte Schokoladenkuchen gilt als eines der bekanntesten Gebäcke Europas. Bisher kam er traditionell nur mit Butter und Ei auf den Tisch. Ich wollte herausfinden, ob sich dieser Klassiker auch komplett pflanzlich nachbacken lässt, ohne dass er an Saftigkeit oder an seinem unverkennbaren Charakter verliert. Das Ergebnis ist eine vegane Sachertorte, die genauso dicht, schokoladig und elegant daherkommt wie das Original.
Im Zentrum steht ein saftiger Kakaoboden. Er wird mit warmer Aprikosenmarmelade gefüllt und mit einer glänzenden Zartbitter-Glasur überzogen. Diese Kombination macht den Kuchen zu einem echten Café-Klassiker, der sich hervorragend für Feiertage, Geburtstage oder einfach einen gemütlichen Kaffeenachmittag eignet. Und weil kein Ei und keine Butter im Spiel sind, ist das Rezept automatisch auch für vegetarische Küche und für Gäste mit Laktoseintoleranz geeignet.
Du brauchst dafür keine exotischen Zutaten. Mehl, Kakaopulver, Zucker, Pflanzenöl und vegane Schokolade reichen für den Boden völlig aus. Die Technik dahinter ist einfacher, als du vielleicht denkst – und genau darum geht es in diesem Rezept.
Warum du Vegane Sachertorte lieben wirst
Der Boden dieser vegane Sachertorte bleibt auch am zweiten oder dritten Tag noch wunderbar saftig. Das liegt an der Kombination aus Pflanzenöl und geschmolzener Schokolade im Teig. Beides hält die Krume deutlich länger feucht als klassische Butter, die mit der Zeit eher austrocknet. Genau das macht diesen Kuchen so alltagstauglich: Du kannst ihn locker ein bis zwei Tage im Voraus backen.
Die warme Aprikosenmarmelade in der Mitte bringt eine fruchtige Frische, die den intensiven Kakaogeschmack perfekt ausbalanciert. Und die Glasur obendrauf? Sie bricht beim Anschneiden mit einem leisen Knacken, genau wie beim Original aus Wien. Dieser Kontrast aus knackiger Glasur, saftigem Boden und fruchtiger Füllung ist es, der eine gute Sachertorte ausmacht – vegan oder nicht.
Einfach, alltagstauglich und ganz ohne Spezialzutaten
Für den Teig brauchst du keine Kuchenmaschine und keine aufwendige Technik. Die trockenen Zutaten werden vermischt, die flüssigen dazugegeben, kurz verrührt – fertig. Das macht das Rezept auch für Backeinsteiger gut machbar.
Besonders praktisch: Du kannst die Torte Schritt für Schritt vorbereiten. Backe den Boden heute, fülle und glasiere ihn morgen. Für eine ganze Torte mit 12 Stück brauchst du insgesamt etwa 85 Minuten aktive Zeit. Der Rest ist Ruhezeit zum Auskühlen und Durchziehen. Wenn du magst, serviere ein Klecks ungesüßtes Kokosjoghurt oder etwas Schlagsahne auf Pflanzenbasis dazu, ganz klassisch nach Wiener Art.
Auch bei Unverträglichkeiten lässt sich das Rezept gut anpassen. Hast du keine Nüsse im Haus oder möchtest sie vermeiden, brauchst du dir bei dieser Version ohnehin keine Sorgen zu machen. Der Teig kommt komplett ohne Nüsse aus. Für eine nussfreie Glasur-Variante achte nur darauf, eine vegane Zartbitterschokolade ohne Spuren von Haselnuss oder Mandel zu wählen. Das ist wichtig, falls das für dich oder deine Gäste eine Rolle spielt. Auch eine kleinere Menge Zucker funktioniert, wenn du es weniger süß magst. Reduziere ihn im Teig einfach um bis zu 20 Prozent, ohne dass die Textur darunter leidet.

Vegane Sachertorte
Kochutensilien
Zutaten
Für den Schokoladenboden
- 200 g Mehl
- 150 g Zucker ausdrücklich als vegan gekennzeichnet
- 50 g Kakaopulver
- 1 TL Backpulver
- 0.5 TL Natron
- 1 Prise Salz
- 200 ml Sojadrink oder anderer Pflanzendrink
- 1 EL Apfelessig
- 100 ml neutrales Pflanzenöl
- 100 g vegane Zartbitterschokolade geschmolzen
Für die Füllung
- 200 g Aprikosenmarmelade mit hohem Fruchtanteil, leicht erwärmt
Für die Glasur
- 150 g vegane Zartbitterschokolade
- 100 g Zucker ausdrücklich als vegan gekennzeichnet
- 80 ml Wasser
- 1 EL Rum optional, ausdrücklich als vegan gekennzeichnet
Zubereitung
Boden backen
- Den Ofen auf 180 °C Umluft vorheizen und eine Springform (20 cm) mit Backpapier auslegen.
- Mehl, Zucker, Kakaopulver, Backpulver, Natron und Salz in einer großen Schüssel vermischen.
- Sojadrink mit Apfelessig verrühren und kurz stehen lassen, bis es leicht gerinnt – das ersetzt das Ei und sorgt für Lockerheit.
- Pflanzenöl und die geschmolzene Schokolade zum Sojadrink geben, verrühren und zu den trockenen Zutaten gießen. Nur so lange rühren, bis ein glatter Teig entsteht, nicht länger kneten.
- Den Teig in die Springform füllen und 40-45 Minuten backen, bis ein Zahnstocher trocken herauskommt. Vollständig auf einem Gitter auskühlen lassen.
Torte zusammensetzen
- Den ausgekühlten Boden einmal waagerecht durchschneiden, sodass zwei gleich dicke Böden entstehen.
- Die erwärmte Aprikosenmarmelade gleichmäßig auf dem unteren Boden verteilen, den zweiten Boden aufsetzen und auch die Oberfläche sowie den Rand dünn mit Marmelade bestreichen – das sorgt für eine glatte Basis für die Glasur.
Glasur herstellen und auftragen
- Zucker und Wasser in einem kleinen Topf aufkochen, bis sich der Zucker vollständig gelöst hat, dann kurz abkühlen lassen.
- Die Schokolade grob hacken und im warmen Zuckersirup unter Rühren schmelzen lassen, bis eine glänzende, gießfähige Glasur entsteht. Nach Belieben den Rum einrühren.
- Die Glasur zügig und gleichmäßig über die Torte gießen, mit einer Palette glattstreichen und vollständig fest werden lassen, bevor die Torte angeschnitten wird.
Notizen
Nährwerte
Herkunft & Zutatenwissen
Die Sachertorte wurde 1832 von Franz Sacher im Auftrag von Fürst Metternich in Wien erfunden. Bis heute wird um das Originalrezept gestritten, vor allem zwischen dem Hotel Sacher und dem Café Demel. Unsere vegane Version hält sich an das Grundprinzip: saftiger Schokoladenboden, Aprikosenschicht und Zartbitter-Glasur, aber komplett ohne tierische Zutaten.
Statt Ei übernimmt eine Mischung aus Sojadrink und Apfelessig die Lockerung im Teig. Der Essig reagiert mit dem Natron und erzeugt kleine Bläschen, die den Boden auflockern. Wie dieses Prinzip genau funktioniert, erklären wir ausführlicher in unserem Artikel Vegane Pfannkuchen und Crêpes ohne Ei – der perfekte Grundteig. Dort findest du die Technik dahinter noch genauer erklärt.
Ein wichtiger Hinweis zu den Zutaten: Verwende für Teig und Glasur ausdrücklich als vegan gekennzeichneten Zucker. Manche Zuckersorten, vor allem Rohrzucker aus Übersee, werden mit Knochenkohle gefiltert, auch wenn im fertigen Produkt selbst keine tierischen Bestandteile mehr enthalten sind. Dasselbe gilt für den optionalen Rum in der Glasur: Achte auf eine ausdrückliche Vegan-Kennzeichnung, da manche Spirituosen bei der Klärung mit Gelatine oder Eiklar behandelt werden. Mehr zu solchen versteckten Zutaten liest du in unserem Artikel Versteckte tierische Zutaten erkennen – vegane Etiketten richtig lesen. Lässt du den Rum einfach weg, wird die Torte milder und ist auch für Kinder unbedenklich.
Wenn du noch mehr österreichisch-deutsche Kuchenklassiker vegan nachbacken möchtest, wirf auch einen Blick in unser Rezept für Veganer Baumkuchen mit Aprikosenglasur. Beide Kuchen teilen die Vorliebe für Aprikose und Schokolade, unterscheiden sich aber deutlich in Textur und Zubereitung.
Zu den Werten: Ein Stück vegane Sachertorte (bei 12 Stück pro Torte) kommt auf rund 310 kcal, 4 g Eiweiß und 3 g Ballaststoffe. Damit bleibt der Schokoladenkuchen im üblichen Rahmen für ein Tortenstück und eignet sich gut als Nachtisch oder zum Kaffee. Ob du nun von Torte, Kuchen oder Schokoladenkuchen sprichst – gemeint ist hier immer dasselbe saftige Gebäck mit der charakteristischen Glasur.
So gelingt’s
Rühre den Teig nur kurz, sobald die trockenen und flüssigen Zutaten vermischt sind. Zu langes Rühren macht den Boden zäh statt locker.
Für eine glatte Glasur ohne Risse gieße sie zügig in der Mitte der Torte auf und arbeite mit einer Palette von innen nach außen. Lass die Torte danach möglichst ungestört bei Zimmertemperatur fest werden, der Kühlschrank macht die Glasur schnell stumpf.
FAQ zu Vegane Sachertorte
Ja, mit einer 1:1-Glutenfrei-Mehlmischung funktioniert das Rezept meist gut. Der Boden wird dadurch etwas krümeliger, bleibt aber saftig.
Meist liegt es daran, dass die Glasur noch nicht vollständig fest war. Gib ihr mindestens 3-4 Stunden Zeit bei Zimmertemperatur, bevor du die Torte anschneidest.
Abgedeckt bei Zimmertemperatur hält sie sich 3-4 Tage und wird dabei sogar noch saftiger. Im Kühlschrank hält sie länger, verliert aber etwas an Aroma.

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