Vegane Marshmallows selber machen – mit Agar-Agar und Aquafaba
Vegane Marshmallows selber machen – mit Agar-Agar und Aquafaba
Vegane Marshmallows selber machen klingt komplizierter, als es ist – mit Aquafaba, dem Kichererbsenwasser aus der Dose, und dem pflanzlichen Geliermittel Agar-Agar gelingen dir fluffige, cremeweiße Würfel ganz ohne Gelatine. Klassische Marshmallows enthalten tierische Gelatine aus Knochen und Häuten und sind damit für die vegane Küche tabu – die selbstgemachte Variante kommt komplett ohne tierische Zutaten aus und schmeckt mindestens genauso luftig.
In diesem Ratgeber zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du vegane Marshmallows selber machen kannst, welche Zutaten und Mengen du brauchst und worauf es bei der Technik ankommt, damit die Masse schön fest und nicht klumpig wird. Außerdem verraten wir dir, wie du die fertigen Marshmallows am besten verwendest und wie lange sie haltbar sind.
Was steckt in veganen Marshmallows?
Klassische Marshmallows bestehen im Kern aus aufgeschlagenem Zuckersirup, der durch Gelatine stabilisiert wird. Da Gelatine aus tierischem Bindegewebe gewonnen wird, ersetzt die vegane Variante sie durch zwei pflanzliche Komponenten: Aquafaba, also das Einweichwasser von Kichererbsen, übernimmt die Funktion des Eiweißes und sorgt für Luftigkeit, während Agar-Agar, ein Geliermittel aus Rotalgen, der Masse Stabilität und Biss gibt. Mehr zu diesem pflanzlichen Geliermittel erfährst du bei Wikipedia.
Damit die Masse gelingt, kommt zusätzlich ein heißer Zuckersirup aus Zucker, hellem Sirup und Wasser zum Einsatz, der auf etwa 110 bis 120 Grad erhitzt und in die aufgeschlagene Aquafaba-Agar-Mischung eingearbeitet wird. Dieses Zusammenspiel aus Hitze, Luft und Geliermittel sorgt für die typisch schaumige, leicht elastische Konsistenz, die Marshmallows ausmacht. Anders als Gelatine ist Agar-Agar bereits bei Zimmertemperatur fest, deshalb musst du zügig arbeiten, sobald der Sirup eingearbeitet ist.
Ein Detail, das viele vegan lebende Menschen nicht auf dem Schirm haben: In manchen Ländern außerhalb Europas wird Rohrzucker bei der Raffination traditionell über Knochenkohle gefiltert. In Deutschland, Österreich und der Schweiz stammt handelsüblicher weißer Zucker dagegen überwiegend aus heimischen Zuckerrüben und kommt ohne diesen Schritt aus. Bist du dir bei importierter Ware unsicher, greifst du einfach zu Bio-Zucker oder explizit vegan gekennzeichnetem Zucker.
Ein kleiner Exkurs zur Geschichte: Ursprünglich wurden Marshmallows aus dem Saft der Eibischwurzel (lateinisch Althaea officinalis) hergestellt, die der Süßspeise auch ihren Namen gab. Erst im Lauf des 19. Jahrhunderts wurde die Wurzel durch Gelatine ersetzt, weil sich damit schneller und günstiger produzieren ließ. Die vegane Variante mit Aquafaba und Agar-Agar knüpft insofern wieder an die pflanzlichen Ursprünge der Süßigkeit an.
Warum sich vegane Marshmallows selber machen lohnt
- Du bestimmst selbst, was drin ist: keine Gelatine, keine künstlichen Aromen, dafür einfache, nachvollziehbare Zutaten.
- Aquafaba fällt beim Kochen mit Kichererbsen ohnehin an und wird sonst oft weggeschüttet – so verwertest du ein Nebenprodukt sinnvoll weiter.
- Agar-Agar ist pflanzlich, geschmacksneutral und bereits bei Zimmertemperatur fest, dadurch bindet es zuverlässiger als manche andere pflanzliche Alternativen.
- Selbstgemachte Marshmallows lassen sich in Form, Größe und sogar Geschmack individuell anpassen, etwa mit Vanille, Zimt oder Beerenpüree.
- Du sparst Verpackungsmüll im Vergleich zu abgepackten Fertigprodukten aus dem Supermarkt.
Ein weiterer Pluspunkt: Die Grundmasse lässt sich leicht variieren. Ein Teelöffel Vanilleextrakt sorgt für den klassischen Geschmack, etwas Zimt oder Lebkuchengewürz passt besonders gut zur Winterzeit, und ein Löffel pürierte Beeren verleiht den Marshmallows eine natürliche rosa Farbe ohne künstliche Farbstoffe. Auch unterschiedliche Formen sind möglich: Statt der klassischen Würfel kannst du die Masse mit einem Spritzbeutel in kleine Türmchen spritzen, bevor sie fest wird.
Schritt für Schritt: Vegane Marshmallows selber machen
- Bereite eine Form vor, indem du sie dünn mit neutralem Öl einpinselst und mit einer Mischung aus Puderzucker und Stärke bestäubst.
- Schlage etwa 3 Esslöffel Aquafaba mit einer Prise Salz und etwas Zitronensaft mit dem Handmixer steif, bis die Masse wie Eischnee aussieht.
- Koche parallel Zucker, hellen Sirup und etwas Wasser auf, bis die Masse mit einem Zuckerthermometer 110 bis 120 Grad erreicht.
- Löse Agar-Agar separat in etwas Wasser auf und bringe die Mischung kurz zum Köcheln, bis sie leicht eindickt.
- Gieße den heißen Zuckersirup langsam und in dünnem Strahl in die aufgeschlagene Aquafaba, während du mit dem Mixer weiterschlägst.
- Rühre die Agar-Agar-Mischung portionsweise unter, bis die Masse glatt, cremig und klumpenfrei ist.
- Fülle die Masse zügig in die vorbereitete Form, bevor sie zu fest wird, und bestäube die Oberfläche mit der Puderzucker-Stärke-Mischung.
- Lasse die Masse mindestens zwei Stunden bei Raumtemperatur fest werden, bevor du sie stürzt, in Würfel schneidest und rundum in der Puderzucker-Stärke-Mischung wälzt.
Fertige vegane Marshmallows selber machen lohnt sich besonders für die kalte Jahreszeit: Klassisch schwimmen die Würfel als Topping auf heißer Schokolade oder Kakao, wo sie langsam anschmelzen. Über offener Flamme oder im Ofen bei Grillfunktion kurz angeröstet entwickeln sie ein leicht karamelliges Aroma, perfekt für hausgemachte S’mores mit Keksen und Schokolade. Klein geschnitten eignen sie sich außerdem als Topping für Desserts, heißen Kakao, Eis oder frisch gebackenes Gebäck.
In der Puderzucker-Stärke-Mischung gewälzt und luftdicht in einer Dose verpackt halten sich selbstgemachte Marshmallows bei Zimmertemperatur etwa ein bis zwei Wochen. Im Kühlschrank werden sie durch die Kälte fester und leicht zäh, deshalb lagerst du sie am besten trocken, kühl und dunkel, aber nicht direkt im Kühlschrank. Für längere Haltbarkeit kannst du die ungewälzten Würfel auch einfrieren und bei Bedarf einzeln auftauen.
Geschmacklich und optisch stehen vegane Marshmallows ihren klassischen Vorbildern kaum nach: Sie sind ebenso weich, leicht klebrig an der Oberfläche und schmelzen beim Erhitzen genauso zuverlässig. Ein kleiner Unterschied liegt in der Textur beim Abkühlen – durch Agar-Agar werden sie beim Auskühlen etwas fester als gelatinehaltige Marshmallows, bleiben aber beim Anschneiden und Verzehr angenehm weich. Wer es besonders luftig mag, schlägt die Aquafaba-Masse am Ende noch einmal kurz auf, bevor sie in die Form kommt.
Häufige Fehler vermeiden
Der häufigste Fehler: den heißen Zuckersirup zu schnell oder in einem Schwall in die Aquafaba gießen, dadurch kann die Masse zusammenfallen oder klumpig werden. Arbeite stattdessen zügig, aber in dünnem Strahl und bei laufendem Mixer. Füllst du die Masse erst in die Form, wenn sie bereits anfängt fest zu werden, lässt sie sich kaum noch glattstreichen – bereite deshalb Form und Zutaten vollständig vor, bevor du startest.
Passende Rezepte zum Ausprobieren
Die fertigen Marshmallows kommen besonders gut zur Geltung in unserer veganen Winter-Trinkschokolade mit Zimt und Sternanis – dort schmelzen sie cremig auf der heißen Schokolade und machen das Getränk zum echten Wintergenuss.
Wer die Würfel lieber im Gebäck mag, schneidet sie klein und backt sie in unsere veganen Miso-Karamell-Blondies ein – beim Backen schmelzen sie zu klebrig-süßen Taschen, die herrlich mit der salzigen Karamellnote kontrastieren.
Sobald du einmal vegane Marshmallows selber machen ausprobiert hast, wirst du vermutlich nicht mehr zu den abgepackten Varianten aus dem Supermarkt greifen. Die Technik braucht etwas Übung beim ersten Mal, lässt sich danach aber routiniert nachkochen – ein ideales Projekt für einen verregneten Herbst- oder Winternachmittag, idealerweise mit der ganzen Familie.
FAQ zu Vegane Marshmallows selber machen
Agar-Agar hat sich bewährt, weil es bereits bei Zimmertemperatur fest wird und zuverlässig bindet. Eine kleine Menge Johannisbrotkernmehl kannst du zusätzlich einsetzen, um die Masse noch stabiler zu machen.
Aquafaba, das Kichererbsenwasser aus der Dose, lässt sich wie Eiweiß steif schlagen und bringt die nötige Luftigkeit in die Masse. Ohne diesen Schritt würden die Marshmallows kompakt und dicht statt fluffig.
Trocken, luftdicht verpackt und bei Zimmertemperatur gelagert halten sich die Marshmallows etwa ein bis zwei Wochen. Im Kühlschrank werden sie fester und etwas zäher, eingefroren halten sie sich mehrere Wochen.

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