Vegane Martinsgans mit Rotkohl und Kartoffelklößen
Wenn Anfang November die Blätter fallen und die ersten Laternenumzüge durch die Straßen ziehen, denkst du bestimmt schon an den Martinstag. Klassisch kommt dann die Gans auf den Tisch – bei uns wird daraus eine vegane Martinsgans, die genauso festlich schmeckt, aber ganz ohne Tier auskommt. Schon jetzt im Oktober lohnt es sich, das Rezept einzuplanen, denn ein guter Festtagsbraten braucht ein bisschen Vorlauf.
Ein gefüllter Seitan-Braten mit gerösteten Maronen und Apfel ersetzt den klassischen Festtagsbraten. Dazu gibt es geschmorten Rotkohl mit Nelken und Zimt sowie selbstgemachte Kartoffelklöße. Ein Festtagsessen, das auch vegetarische Gäste restlos überzeugt und selbst eingefleischte Gänsebraten-Fans überraschen dürfte.
Egal ob du dauerhaft vegan lebst oder einfach mal einen pflanzlichen Sonntagsbraten ausprobieren willst: Dieses Rezept ist dein Einstieg in die festliche vegane Küche rund um den Martinstag. Du brauchst dafür keine exotischen Zutaten, nur etwas Zeit und Lust am Selbermachen. Der Aufwand lohnt sich, versprochen.
Die meisten Zutaten für die vegane Martinsgans findest du im gut sortierten Supermarkt oder im Bioladen. Vitalweizengluten, geröstete Maronen und Preiselbeermarmelade liegen mittlerweile fast überall in den Regalen, sodass du für dieses Festtagsgericht keine Sonderbestellung aufgeben musst.
Warum du diese vegane Martinsgans lieben wirst
Der Seitan-Braten wird mit Majoran und Beifuß gewürzt – genau wie die klassische Gänsefüllung. So bekommt dieser Festtagsbraten das vertraute, herzhafte Aroma, das du von einem Sonntagsbraten oder eben einer Martinsgans erwartest. Außen wird die Kruste schön knusprig, innen bleibt der Braten saftig und locker. Das ist der Trick am selbstgemachten Seitan: Er nimmt Würze hervorragend auf und lässt sich formen wie ein richtiges Bratenstück.
Die Füllung aus gerösteten Maronen, Apfel und Röstzwiebeln sorgt für süß-herzhafte Kontraste in jeder Scheibe. Zusammen mit der dunklen Bratensauce aus Röstgemüse, Rotwein und einem Löffel Preiselbeermarmelade, dem säuerlichen Rotkohl mit Zimt und Nelken sowie den fluffigen Kartoffelklößen entsteht ein Teller, der sich nach einem echten Festessen anfühlt – ganz ohne tierische Zutaten. Genau das macht diese vegane Martinsgans zu einem Rezept, das du dir für besondere Anlässe merken solltest.
Perfekt vorbereitet für deine Gäste
Ein Festtagsmenü mit Gästen muss nicht stressig sein. Du kannst den Seitan-Braten schon einen Tag vorher garen und vor dem Servieren nur kurz im Ofen aufknuspern. Auch Bratensauce und Rotkohl schmecken aufgewärmt sogar noch runder, weil die Gewürze über Nacht durchziehen und sich die Aromen setzen können. Nur die Kartoffelklöße kochst du am besten frisch, das dauert aber kaum 20 Minuten am Martinstag selbst.
So stehst du am Festtag entspannt am Herd, statt in letzter Minute zu hetzen, während deine Gäste schon am Tisch sitzen. Praktisch ist außerdem: Die vegane Martinsgans lässt sich leicht auf mehr Portionen hochrechnen, wenn größere Runden zusammenkommen. Rechne bei hungrigen Gästen lieber etwas großzügiger, denn von diesem Braten möchte fast jeder eine zweite Scheibe.

Vegane Martinsgans mit Rotkohl und Kartoffelklößen
Zutaten
Für den Seitan-Braten
- 250 g Vitalweizengluten
- 2 EL Kichererbsenmehl für Bindung und Saftigkeit
- 300 ml Gemüsebrühe kalt
- 3 EL Sojasauce
- 2 EL Öl neutral
- 1 Zwiebel fein gewürfelt
- 2 Zehen Knoblauch gepresst
- 1 TL getrockneter Majoran
- 1 TL getrockneter Beifuß
- 1 TL geräuchertes Paprikapulver
- Salz und Pfeffer
Für die Maronen-Apfel-Füllung
- 200 g geröstete Maronen vakuumiert, grob gehackt
- 1 Apfel säuerlich, in kleinen Würfeln
- 1 Zwiebel fein gewürfelt
- 80 g Semmelbrösel
- 2 EL Öl zum Anbraten
- 1 TL getrockneter Majoran
- Salz und Pfeffer
Für die Bratensauce
- 1 Karotte grob gewürfelt
- 1 Zwiebel grob gewürfelt
- 0.5 Stange Lauch in Ringen
- 2 EL Tomatenmark
- 150 ml Rotwein trocken
- 500 ml Gemüsebrühe
- 2 EL Preiselbeermarmelade
- 1 Lorbeerblatt
- 1 EL Speisestärke mit etwas Wasser angerührt, zum Binden
- Salz und Pfeffer
Für den Rotkohl
- 800 g Rotkohl in feine Streifen geschnitten
- 1 Apfel gewürfelt
- 1 Zwiebel gewürfelt
- 3 EL Rotweinessig
- 2 EL brauner Zucker
- 3 Gewürznelken
- 1 Zimtstange
- 2 Lorbeerblätter
- 200 ml Gemüsebrühe
- 2 EL Öl
- Salz
Für die Kartoffelklöße
- 1 kg mehligkochende Kartoffeln
- 80 g Kartoffelstärke
- 1 TL Salz
- 1 Prise Muskatnuss gerieben
- 40 g Semmelbrösel für die Röstbrot-Füllung, optional
- 1 EL Öl für die Röstbrot-Füllung
Zubereitung
Seitan-Teig zubereiten
- Zwiebel und Knoblauch in 1 EL Öl glasig andünsten. Mit Gemüsebrühe, Sojasauce, restlichem Öl, Majoran, Beifuß und Paprikapulver verrühren und etwas abkühlen lassen.
- Vitalweizengluten und Kichererbsenmehl in einer Schüssel mischen. Die flüssige Würzmischung dazugießen und zügig zu einem Teig verkneten, bis er elastisch wird. Tipp: Nicht zu lange kneten, sonst wird der Seitan zu fest – etwa 2-3 Minuten reichen.
- Teig auf einer bemehlten Fläche zu einem Rechteck von etwa 30 x 20 cm ausrollen oder mit den Händen flach drücken.
Füllung zubereiten und Braten formen
- Für die Füllung Zwiebel in Öl glasig dünsten, Apfelwürfel und gehackte Maronen dazugeben und 3-4 Minuten mitbraten. Mit Majoran, Salz und Pfeffer würzen, vom Herd nehmen und Semmelbrösel unterheben.
- Die Füllung gleichmäßig auf dem ausgerollten Seitan-Teig verteilen, dabei rundherum etwa 2 cm Rand frei lassen.
- Den Teig von der langen Seite her fest aufrollen und die Enden gut verschließen. Die Rolle in ein großes Stück Backpapier und darüber in Alufolie straff einwickeln, damit sie beim Garen ihre Form behält.
Braten garen und knusprig backen
- Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die eingewickelte Rolle auf ein Blech mit etwas Wasser legen und im Ofen 45 Minuten garen.
- Rolle aus dem Ofen nehmen, auspacken und mit Öl oder etwas Bratensud bestreichen. Nochmals 15 Minuten ohne Folie backen, bis die Oberfläche schön knusprig und goldbraun ist.
Bratensauce zubereiten
- Karotte, Zwiebel und Lauch in einem Topf in etwas Öl kräftig anrösten, bis sie Farbe bekommen. Tomatenmark einrühren und kurz mitrösten.
- Mit Rotwein ablöschen und komplett einkochen lassen. Gemüsebrühe und Lorbeerblatt dazugeben und 20 Minuten leise köcheln lassen.
- Sauce durch ein Sieb passieren, Preiselbeermarmelade einrühren und mit der angerührten Speisestärke leicht binden. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Rotkohl schmoren
- Zwiebel in Öl andünsten, Apfelwürfel kurz mitdünsten. Rotkohl dazugeben und mit Rotweinessig ablöschen.
- Zucker, Nelken, Zimtstange, Lorbeerblätter und Gemüsebrühe zufügen. Zugedeckt bei milder Hitze 35-40 Minuten schmoren, gelegentlich umrühren.
- Vor dem Servieren Zimtstange und Nelken entfernen, mit Salz abschmecken.
Kartoffelklöße formen
- Kartoffeln schälen, grob reiben oder fein raspeln und in ein Tuch gepresst gut ausdrücken, damit möglichst viel Flüssigkeit entweicht.
- Mit Kartoffelstärke, Salz und Muskatnuss zu einem Teig verkneten. Für die klassische Röstbrot-Füllung Semmelbrösel in Öl goldbraun rösten.
- Aus dem Teig faustgroße Klöße formen, nach Belieben etwas Röstbrot in die Mitte drücken. In leicht siedendem Salzwasser 20 Minuten ziehen lassen, bis sie an der Oberfläche schwimmen.
Anrichten
- Den Braten in Scheiben schneiden und mit Rotkohl, Kartoffelklößen und reichlich Bratensauce servieren. Guten Appetit!
Notizen
Nährwerte
Herkunft & Zutatenwissen
Der Martinstag am 11. November erinnert an den heiligen Martin von Tours, der der Legende nach seinen Mantel mit einem frierenden Bettler teilte. Die traditionelle Martinsgans geht auf alte Erntebräuche zurück: Nach der Ernte und dem Ende der Pachtzahlungen wurde früher eine Gans als Festessen geschlachtet. Mit unserer veganen Martinsgans greifen wir diese Tradition auf, ohne dass dafür ein Tier sterben muss – der Festtagsbraten bleibt, nur die Zutaten sind pflanzlich. So kannst du den Brauch weiterleben lassen, ohne auf ein gutes Gewissen zu verzichten.
Die Basis unseres Bratens ist Seitan, ein Eiweißprodukt aus Weizen, das sich hervorragend zu einem herzhaften Braten formen lässt. Seitan nimmt Würze wie ein Schwamm auf und bekommt beim Backen eine feste, fleischähnliche Textur – deshalb eignet er sich so gut für einen gefüllten Braten. Wie du Seitan von Grund auf selbst herstellst, erfährst du in unserem Guide Seitan selbst herstellen – der pflanzliche Fleischersatz aus Weizeneiweiß. Wenn dir die vegane Martinsgans gefällt, probier auch unseren Veganen Sauerbraten mit Rotkohl und Kartoffelklößen – ein weiterer pflanzlicher Festtagsklassiker mit demselben bewährten Beilagen-Duo aus Rotkohl und Klößen.
Serviervorschläge und passende Getränke
Zur veganen Martinsgans passt ein kräftiger Rotwein genauso gut wie ein alkoholfreier Traubensaft mit etwas Zimt und Nelke erwärmt – ein kleiner Gruß an die Rotkohl-Gewürze auf dem Teller. Als Vorspeise eignet sich eine klare Gemüsebrühe oder ein herbstlicher Kürbissalat, der die Wartezeit auf den Braten überbrückt.
Übrig gebliebenen Braten kannst du am nächsten Tag in dünne Scheiben schneiden und in der Pfanne knusprig aufbraten – perfekt für ein Sandwich mit etwas Preiselbeermarmelade und Rotkohl. So verschwendest du nichts, und der Festtagsbraten liefert dir noch ein zweites, unkompliziertes Essen.
Auch die Sauce lässt sich gut auf Vorrat kochen: Friere eine doppelte Menge portionsweise ein, dann hast du für den nächsten Festtagsbraten schon die halbe Arbeit erledigt. So wird aus einem aufwendigen Rezept mit der Zeit ein wiederkehrender Klassiker, der bei dir und deinen Gästen fest zum November gehört.
Zutaten-Tipps und Variationen
Für die Füllung brauchst du keine frisch gerösteten Maronen selbst zuzubereiten – vakuumierte, bereits geröstete Maronen aus dem Supermarkt funktionieren genauso gut und sparen dir Zeit. Achte beim Apfel auf eine säuerliche Sorte wie Boskop oder Elstar, damit die Füllung nicht zu süß gerät. Wenn du es würziger magst, gib noch einen Schuss Sojasauce oder eine Prise geräuchertes Paprikapulver mehr in den Seitan-Teig.
Statt Kichererbsenmehl kannst du auch pürierte weiße Bohnen für die Bindung im Seitan-Teig verwenden – das macht den Braten noch etwas saftiger. Für die Bratensauce reicht notfalls auch alkoholfreier Traubensaft statt Rotwein, wenn du ohne Alkohol kochen möchtest. Der Rotkohl lässt sich zudem gut mit Orangenschale oder einem Spritzer Orangensaft verfeinern, das bringt eine zusätzliche fruchtige Note.
Falls du keine Kartoffelklöße magst oder es schneller gehen soll, passt auch ein klassisches Kartoffelpüree oder Bratkartoffeln zur veganen Martinsgans. Die Kombination aus Braten, Sauce und Rotkohl bleibt in jedem Fall der Star auf dem Teller, die Beilage kannst du also flexibel an deine Vorlieben anpassen.
Das Rezept ist für etwa fünf Portionen ausgelegt, lässt sich aber problemlos verdoppeln, wenn du eine größere Tafel für Familie oder Freunde deckst. Forme dafür einfach zwei etwas kleinere Rollen statt einer großen, das erleichtert das gleichmäßige Garen und macht das Portionieren am Tisch bequemer.
Ob als Herzstück eines großen Martinstag-Menüs oder als entspannter Festtagsbraten unter der Woche im November – diese vegane Martinsgans passt sich deinem Anlass an und bringt garantiert Festtagsstimmung auf den Tisch.
So gelingt’s
Knete den Seitan-Teig nur kurz, etwa 2-3 Minuten – zu langes Kneten macht den Braten zäh statt saftig. Wickle die Rolle vor dem Garen straff in Backpapier und Alufolie ein, damit sie ihre Form behält. Für eine extra-knusprige Kruste bestreichst du den Braten nach dem Dämpfen mit etwas Öl oder Bratensud und backst ihn offen fertig.
FAQ zur veganen Martinsgans
Kann ich die vegane Martinsgans vorbereiten?
Ja, der Seitan-Braten lässt sich einen Tag im Voraus garen und vor dem Servieren nur kurz im Ofen aufknuspern. Auch Rotkohl und Bratensauce schmecken aufgewärmt noch besser, weil die Gewürze über Nacht durchziehen können. Nur die Kartoffelklöße solltest du frisch am selben Tag kochen.
Ist die vegane Martinsgans glutenfrei?
Nein, der Braten besteht aus Seitan und enthält damit Gluten. Für eine glutenfreie Variante kannst du stattdessen einen Braten auf Basis von Hülsenfrüchten oder festem Tofu füllen, das Grundrezept für Sauce, Rotkohl und Klöße bleibt dabei gleich.
Wie lange ist der Braten haltbar und kann ich ihn einfrieren?
Im Kühlschrank hält sich der Braten gut abgedeckt 3-4 Tage. In Scheiben portioniert kannst du ihn auch problemlos einfrieren und bei Bedarf direkt aus dem Gefrierfach in der Pfanne aufbraten, ganz ohne vorheriges Auftauen.

0 Kommentare
Melde dich an, um zu kommentieren
Kommentare sind Teil der Crew – dein Konto sorgt dafür, dass jede Meinung zu einer echten Person gehört, und du bekommst dafür +20 XP pro freigegebenem Kommentar gutgeschrieben.
Crew beitreten →