Vegane Printen nach Aachener Art
Die Tage werden kürzer, die ersten Lebkuchen liegen schon in den Regalen – Zeit, mit der Weihnachtsbäckerei zu starten. Vegane Printen nach Aachener Art gehören für mich zu den unterschätzten Klassikern dieser Saison: würzig, dunkel, mit einer feinen Zitronennote und einem Biss, der sich deutlich von weichem Lebkuchen unterscheidet. Und das Beste: Das Originalrezept ist ohnehin fast komplett pflanzlich, sodass die vegane Anpassung erstaunlich unkompliziert ist.
Wer schon mal enttäuscht war, weil gekaufte Printen entweder zu hart oder zu süß waren, wird dieses Rezept mögen. Du bestimmst selbst, wie stark gewürzt und wie fest das Ergebnis wird, und kannst mit der Ruhezeit des Teigs genau die Textur einstellen, die dir am besten schmeckt.
Selbstgebackene vegane Printen eignen sich außerdem hervorragend als Geschenk aus der Küche. In einer hübschen Dose verpackt, machen sich vegane Printen gut unter dem Weihnachtsbaum, auf dem Adventsbasar oder einfach als kleine Aufmerksamkeit für Kolleginnen und Kollegen – und niemand muss nachfragen, ob „das vegane Zeug“ auch schmeckt.
Warum du diese veganen Printen lieben wirst
Der Geschmack lebt von Rübenkraut, also Zuckerrübensirup, kombiniert mit einer kräftigen Gewürzmischung aus Zimt, Nelken und Kardamom. Das ergibt die charakteristische, dunkle Farbe und die tiefe, leicht malzige Süße, für die Printen bekannt sind. Ein Hauch Zitronenschale sorgt für Frische und verhindert, dass das Gebäck zu schwer wirkt.
Diese vegane Printen-Variante kommt dabei komplett ohne Honig oder Butter aus – zwei Zutaten, die im traditionellen Rezept ohnehin meist eine untergeordnete Rolle spielen. Das Ergebnis schmeckt dem Original zum Verwechseln ähnlich, nur eben zu 100% pflanzlich.
Ein weiterer Vorteil: Da vegane Printen ohne tierische Zutaten auskommen, halten sie sich mindestens genauso lange wie das Original – oft sogar länger, weil kein Honig mit Feuchtigkeit aus der Luft reagiert und das Gebäck vorzeitig weich werden lässt.
Einfach in der Zubereitung – Planung ist alles
Die eigentliche Arbeitszeit für diese veganen Printen liegt bei unter 40 Minuten. Der einzige Punkt, den du einplanen musst, ist die Ruhezeit: Der Teig braucht mindestens 12 Stunden, damit sich die Gewürze und der Sirup vollständig mit dem Mehl verbinden. Am einfachsten machst du den Teig also abends und backst am nächsten Tag.
Danach geht alles schnell: ausrollen, schneiden, backen, glasieren. Du brauchst kein Spezialwerkzeug, nur ein Nudelholz und ein scharfes Messer für die rechteckigen Stücke, die für Printen typisch sind.
Varianten und Serviervorschläge
Klassisch werden vegane Printen pur zum Kaffee oder Tee gegessen, aber es gibt noch mehr Möglichkeiten. Wer mag, taucht die Ränder nach dem Glasieren zusätzlich in gehackte Mandeln oder grob gehackte Pistazien – das bringt Crunch und macht sich auch optisch gut auf dem Plätzchenteller. Für eine schokoladige Variante ersetzt du die Zitronenglasur durch geschmolzene vegane Zartbitterschokolade.
Wer es weniger süß mag, lässt die Glasur ganz weg und bestäubt die fertigen Printen stattdessen nur leicht mit Puderzucker. So kommt die würzige Gewürznote noch stärker zur Geltung, ohne dass die zusätzliche Süße der Glasur überdeckt. Auch als Grundlage für ein Trifle oder als Krümelboden für eine vegane Cheesecake-Variante lassen sich übrig gebliebene Printen weiterverwenden.
Für die Weihnachtszeit lassen sich vegane Printen außerdem gut mit Glühwein oder einem heißen Kakao kombinieren – die Gewürze in Getränk und Gebäck ergänzen sich, ohne sich gegenseitig zu erschlagen. Auf einem gemischten Plätzchenteller sorgen sie zusätzlich für Abwechslung, weil sie fester und würziger sind als die meisten anderen Weihnachtsplätzchen und damit einen schönen Kontrast zu weichem Mürbeteiggebäck bilden.

Vegane Printen nach Aachener Art
Zutaten
Für den Teig
- 250 g Rübenkraut Zuckerrübensirup
- 100 g brauner Zucker
- 50 g Kandiszucker grob gehackt
- 350 g Weizenmehl Type 550
- 1 TL Natron
- 2 TL Lebkuchengewürz
- 1 TL Zimt gemahlen
- 0,5 TL Nelken gemahlen
- 0,25 TL Kardamom gemahlen
- 1 Bio-Zitrone nur die abgeriebene Schale
- 50 ml Pflanzendrink
Für die Glasur
- 100 g Puderzucker
- 2-3 EL Zitronensaft
Zubereitung
Teig zubereiten
- Rübenkraut, braunen Zucker und Kandiszucker in einem Topf bei niedriger Hitze erwärmen, bis sich alles verflüssigt hat. Vom Herd nehmen und kurz abkühlen lassen.
- Mehl, Natron, Lebkuchengewürz, Zimt, Nelken, Kardamom und Zitronenabrieb in einer großen Schüssel vermengen.
- Die warme Sirupmischung und den Pflanzendrink zu den trockenen Zutaten geben und zu einem glatten, festen Teig verkneten.
- Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und mindestens 12 Stunden, am besten über Nacht, bei Zimmertemperatur ruhen lassen. Dieser Ruheschritt ist entscheidend für die typische Printen-Textur und darf nicht übersprungen werden.
Backen & Glasieren
- Backofen auf 190°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Teig auf einer bemehlten Fläche etwa 5 mm dick ausrollen.
- Rechteckige Stücke von etwa 3×8 cm schneiden und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen.
- 12-15 Minuten backen, bis die Ränder leicht gebräunt sind. Die Printen sind direkt nach dem Backen noch weich und werden erst beim Auskühlen und anschließenden Lagern fest und bissfest.
- Für die Glasur Puderzucker mit Zitronensaft glattrühren und die noch warmen Printen dünn damit bestreichen.
- Printen vollständig auskühlen lassen und in einer Keksdose lagern. Am aromatischsten sind sie erst nach 2-3 Tagen Lagerung, wenn Gewürze und Textur sich vollständig entfaltet haben.
Notizen
Nährwerte
Herkunft & Zutatenwissen
Printen sind ein traditionelles Gebäck aus Aachen mit einer langen Geschichte, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht. Namensgebend war vermutlich das mittelniederländische Wort „prente“ für ein Bild oder einen Druck, da die Gebäckstücke früher mit hölzernen Model-Formen geprägt wurden. Die geschützte Bezeichnung „Aachener Printen“ darf laut EU-Recht nur für Gebäck aus der Region Aachen verwendet werden – unsere Version backst du überall, weshalb wir sie als Printen „nach Aachener Art“ bezeichnen.
Mehr zur Geschichte und den regionalen Besonderheiten findest du auf der Wikipedia-Seite zu Aachener Printen. Charakteristisch ist neben den Gewürzen vor allem das Rübenkraut: Der Sirup aus Zuckerrüben verleiht dem Gebäck seine tiefdunkle Farbe und eine leicht erdige Süße, die sich deutlich von reinem Zucker unterscheidet.
Historisch waren Printen ursprünglich ein reines Fastengebäck, das ohne Butter und Milch auskam, weil tierische Fette in der Fastenzeit vor Weihnachten verboten waren. Genau diese jahrhundertealte Tradition macht es besonders leicht, aus dem Originalrezept vegane Printen zu machen: Die Grundzutaten waren im Kern schon immer pflanzlich, nur wenige moderne Rezepte haben im Lauf der Zeit Butter oder Honig ergänzt.
Wenn du schon beim Weihnachtsgebäck bist, lohnt sich auch ein Blick auf unsere veganen Zimtsterne oder die veganen Lebkuchen-Herzen mit Schokoladenglasur – beide lassen sich wunderbar mit den Printen zu einem gemischten Plätzchenteller kombinieren. Mehr zu pflanzlichen Butteralternativen für die Weihnachtsbäckerei liest du in unserem Beitrag Butter vegan ersetzen beim Backen.
So gelingt’s
Überspringe die Ruhezeit des Teigs nicht – ohne sie bleiben die Printen krümelig statt geschmeidig-fest. Nimm die Printen aus dem Ofen, solange sie in der Mitte noch leicht weich wirken: Sie werden beim Auskühlen automatisch fester.
FAQ zu veganen Printen nach Aachener Art
Während der Ruhezeit verbinden sich Sirup, Gewürze und Mehl vollständig, und der Teig wird geschmeidig statt krümelig. Ohne diesen Schritt lassen sich die Printen kaum ausrollen und schmecken weniger rund.
Ersatzweise funktioniert dunkler Agavendicksaft oder Zuckerrübensirup aus dem Bio-Laden. Der Geschmack wird dadurch etwas milder, bleibt aber überzeugend.
In einer gut schließenden Keksdose gelagert halten sich die Printen mehrere Wochen und werden mit der Zeit sogar aromatischer, weil die Gewürze weiter durchziehen.
Nein, die Bezeichnung „Aachener Printen“ ist EU-weit geschützt und darf nur von Betrieben aus der Region Aachen verwendet werden. Für selbstgebackene Printen verwendest du daher am besten Formulierungen wie „nach Aachener Art“ oder „im Aachener Stil“.

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