Vegane Schupfnudeln mit Sauerkraut und Räuchertofu-Speck
Vegane Schupfnudeln sind die Antwort auf jeden Herbstabend, an dem du etwas Deftiges willst, ohne stundenlang in der Küche zu stehen. Die kleinen Kartoffel-Spindeln kennst du vielleicht aus Schwaben oder Bayern, wo sie traditionell mit Sauerkraut und Speck auf den Tisch kommen. Genau dieses Comfort-Food-Gefühl bekommst du hier, aber zu 100 % pflanzlich.
Statt Schweinespeck sorgt knusprig angebratener Räuchertofu für die rauchig-würzige Note, während mildes Sauerkraut für die nötige Säure sorgt. Das Ergebnis ist ein Teller, der satt macht, wärmt und trotzdem leicht verdaulich bleibt.
Weil das Gericht komplett aus pflanzlichen Zutaten besteht, funktioniert es nicht nur für vegane, sondern genauso gut für vegetarische Küche. Das ist ein guter Grund, es auch Gästen vorzusetzen, die sonst eher klassisch essen.
Warum du vegane Schupfnudeln mit Sauerkraut und Räuchertofu-Speck lieben wirst
Vegane Schupfnudeln überzeugen vor allem durch ihre Textur: außen knusprig gebraten, innen weich und leicht mehlig – genau wie das Original. Der Trick liegt darin, den Kartoffelteig gut durchzukneten und die geformten Nudeln erst in Salzwasser zu garen, bevor sie in der Pfanne Farbe bekommen. So bleibt die Mitte zart, während die Außenseite eine richtige Röstkruste entwickelt.
Das würzige Sauerkraut bringt die nötige Frische ins Spiel. Der Räuchertofu-Speck liefert mit Sojasauce, Ahornsirup und geräuchertem Paprikapulver genau die herzhaft-süße Kruste, die du sonst nur von echtem Speck kennst. Zusammen ergibt das ein Gericht, das sich nach echter Hausmannskost anfühlt, ohne dass dabei tierische Zutaten im Spiel sind. Selbst Menschen, die sich sonst skeptisch gegenüber veganem Essen zeigen, sind von diesem Rezept meist überrascht, wie nah es am Original liegt.
Varianten und Tipps zum Anpassen
Wenn du keinen Räuchertofu zur Hand hast, funktioniert auch normaler Tofu, den du vorher kurz in Sojasauce, etwas Räuchersalz und Ahornsirup marinierst. Er wird dadurch fast genauso rauchig-würzig wie die fertig geräucherte Variante. Magst du es etwas schärfer, gib eine Prise Chiliflocken zum Räuchertofu-Speck in die Pfanne.
Für eine glutenfreie Version ersetzt du das Weizenmehl durch eine glutenfreie Mehlmischung mit Bindemittel und prüfst, dass sowohl das Sauerkraut als auch die Sojasauce als glutenfrei gekennzeichnet sind. Statt Weizenmehl kannst du außerdem einen Teil durch Kartoffelmehl ersetzen, wenn du eine noch zartere Textur magst.
Auch bei den Gewürzen bist du flexibel: Ein Lorbeerblatt und etwas Kümmel im Sauerkraut sind klassisch. Ein paar Wacholderbeeren oder eine Prise Piment passen aber ebenfalls gut und geben dem Gericht eine winterlichere Note. Wer es milder mag, reduziert einfach die Menge an Kümmel oder lässt ihn ganz weg.
Magst du es besonders sättigend, ergänzt du zum Schluss noch ein Spiegelei aus Kichererbsenmehl oder ein paar geröstete Kichererbsen auf dem Teller. So wird aus dem Gericht ein noch proteinreicheres Abendessen, das auch nach einem aktiven Tag gut sättigt.
Statt Sauerkraut kannst du für eine mildere Variante auch geschmortes Weißkraut mit einem Schuss Apfelessig verwenden. Das ist besonders bei Kindern beliebt, die die intensive Säure von echtem Sauerkraut noch nicht so gut vertragen. So passt sich das Rezept an jeden Geschmack im Haushalt an. Wer mag, ergänzt zum Schluss noch ein paar geröstete Kürbiskerne für zusätzlichen Biss und eine herbstliche Note auf dem Teller.
Einfach, alltagstauglich und ohne Spezialzutaten
Für dieses Rezept brauchst du keine exotischen Zutaten. Kartoffeln, Mehl, Sauerkraut und Räuchertofu bekommst du in jedem gut sortierten Supermarkt. Das macht das Gericht ideal für einen spontanen Kochabend unter der Woche, aber genauso passend für ein gemütliches Sonntagsessen mit der Familie.
Der rohe Kartoffelteig lässt sich sogar einen Tag im Voraus zubereiten und zugedeckt im Kühlschrank lagern. So hast du am nächsten Abend nur noch die Nudeln zu formen und zu braten, während Sauerkraut und Räuchertofu-Speck nebenbei in der Pfanne köcheln. In etwa einer Stunde steht dann alles gleichzeitig fertig auf dem Tisch.
Reste schmecken am nächsten Tag übrigens fast noch besser, wenn du die Schupfnudeln beim Aufwärmen noch einmal kurz in der Pfanne aufknusperst, statt sie in der Mikrowelle zu erwärmen. Auch für Meal Prep eignet sich das Gericht gut: Bereite den Kartoffelteig und das Sauerkraut vor, forme und brate die Schupfnudeln erst kurz vor dem Essen.
Praktisch ist außerdem, dass sich die Menge problemlos verdoppeln lässt, wenn du für mehr Personen kochst oder gleich fürs Meal Prep vorsorgen willst. Brate die Schupfnudeln dafür einfach portionsweise in zwei Durchgängen an, damit die Pfanne nicht zu voll wird. So bräunen sie gleichmäßig, und du kannst die fertigen Portionen einzeln warmhalten, bis alles zusammen auf den Tisch kommt.

Vegane Schupfnudeln mit Sauerkraut und Räuchertofu-Speck
Zutaten
Für die Schupfnudeln
- 600 g mehligkochende Kartoffeln geschält
- 100 g Weizenmehl Type 405
- 1 EL Kartoffelstärke
- 1 TL Salz
- 1 Prise Muskatnuss frisch gerieben
- 2 EL neutrales Pflanzenöl zum Braten
Für das Sauerkraut
- 500 g Sauerkraut mild, aus dem Kühlregal
- 1 kleine Zwiebel fein gewürfelt
- 1 TL Kümmel ganz
- 1 Lorbeerblatt
- 150 ml Gemüsebrühe
- 1 TL brauner Zucker ausdrücklich als vegan gekennzeichnet
- 1 EL Apfelessig
- 1 EL Pflanzenöl zum Andünsten
Für den Räuchertofu-Speck
- 200 g Räuchertofu in feine Würfel geschnitten
- 1 EL Sojasauce
- 1 TL geräuchertes Paprikapulver
- 1 EL Ahornsirup
- 1 EL Pflanzenöl zum Anbraten
Zum Servieren
- 2 EL frische Petersilie gehackt
- Pfeffer frisch gemahlen
Zubereitung
Kartoffelteig vorbereiten
- Die Kartoffeln waschen und in Salzwasser 20-25 Minuten weich kochen. Abgießen, kurz ausdampfen lassen und noch warm durch eine Kartoffelpresse drücken oder fein stampfen. Klümpchen unbedingt vermeiden, sonst werden die Schupfnudeln später ungleichmäßig.
- Die gestampften Kartoffeln mit Mehl, Kartoffelstärke, Salz und Muskatnuss zu einem glatten, nicht klebrigen Teig verkneten. Falls der Teig zu feucht ist, löffelweise etwas mehr Mehl einarbeiten – er sollte sich gut zu Rollen formen lassen.
- Aus dem Teig fingerdicke Rollen formen und in ca. 6 cm lange Stücke teilen. Jedes Stück zwischen den Handflächen an den Enden spitz zulaufend rollen, sodass die typische Spindelform der Schupfnudeln entsteht.
Schupfnudeln kochen und braten
- Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen und die Schupfnudeln portionsweise darin garen. Sobald sie an die Oberfläche steigen, sind sie fertig – das dauert etwa 3-4 Minuten. Mit einer Schaumkelle herausheben und kurz abtropfen lassen.
- Öl in einer großen Pfanne bei mittlerer bis hoher Hitze erhitzen und die gekochten Schupfnudeln darin rundum goldbraun und knusprig braten. Nicht zu viele auf einmal in die Pfanne geben, sonst dämpfen sie statt zu bräunen.
Sauerkraut und Räuchertofu-Speck zubereiten
- Für das Sauerkraut das Öl in einem Topf erhitzen und die Zwiebelwürfel darin glasig dünsten. Kümmel und Lorbeerblatt kurz mitrösten, dann das Sauerkraut dazugeben.
- Gemüsebrühe, Zucker und Apfelessig einrühren und das Sauerkraut zugedeckt bei milder Hitze 15 Minuten köcheln lassen, gelegentlich umrühren. Am Ende abschmecken und das Lorbeerblatt entfernen.
- Parallel für den Räuchertofu-Speck das Öl in einer zweiten Pfanne erhitzen und die Räuchertofuwürfel darin knusprig anbraten. Sojasauce, geräuchertes Paprikapulver und Ahornsirup dazugeben und unter Rühren karamellisieren lassen, bis alles gleichmäßig glasiert ist.
Anrichten
- Die knusprigen Schupfnudeln zusammen mit dem Sauerkraut auf Tellern anrichten und mit dem knusprigen Räuchertofu-Speck bestreuen. Mit frischer Petersilie und etwas frisch gemahlenem Pfeffer servieren.
Notizen
Nährwerte
Herkunft & Zutatenwissen
Schupfnudeln stammen aus der schwäbisch-bayerischen Küche und wurden früher oft aus Resten von gekochten Kartoffeln zubereitet – ein klassisches Rezept gegen Verschwendung, lange bevor Zero-Waste ein Trendwort wurde. Der Name leitet sich vom „Schupfen“ ab, also dem Rollen des Teigs zwischen den Handflächen, bei dem die typische Spindelform entsteht. In manchen Regionen Österreichs kennt man ein sehr ähnliches Gericht unter dem Namen Erdäpfelnudeln. Mehr zur Geschichte der Schupfnudel findest du auf Wikipedia.
Das Sauerkraut dazu ist von Natur aus vegan, da es nur aus fermentiertem Weißkohl, Salz und Gewürzen besteht – wie du es auch selbst fermentieren kannst. Durch die Milchsäuregärung liefert es zudem lebendige Kulturen, die deiner Darmflora guttun, sowie reichlich Vitamin C – ideal für die kalte Jahreszeit.
Achte trotzdem beim braunen Zucker in der Rezeptur bewusst auf ein Vegan-Label: Manche Zuckersorten werden mit Knochenkohle gefiltert, was sie für strenge Veganer:innen ungeeignet macht. Mehr dazu liest du im Artikel Zucker vegan ersetzen. Wenn du generell unsicher bist, ob eine Zutat wirklich pflanzlich ist, lohnt sich ein Blick in unseren Guide Versteckte tierische Zutaten erkennen.
Auch Kartoffeln liefern mehr, als viele denken: reichlich Kalium, Vitamin C und komplexe Kohlenhydrate, die dich lange satt halten. Zusammen mit dem Eiweiß aus dem Räuchertofu ergibt das ein Gericht, das nicht nur nach Hausmannskost schmeckt, sondern auch ernährungsphysiologisch überzeugt. Vegane Schupfnudeln sind damit deftig und trotzdem ausgewogen.
International haben Schupfnudeln übrigens einige Verwandte: Die italienischen Gnocchi bestehen ebenfalls aus einem Kartoffelteig, werden aber meist in Salzwasser gegart statt anschließend angebraten. Ungarische Krumplinudli und polnische Kopytka folgen einem sehr ähnlichen Prinzip. Das zeigt, wie universell die Kombination aus Kartoffeln und Mehl in der europäischen Küche verankert ist – und wie leicht sie sich pflanzlich neu interpretieren lässt.
So gelingt’s
Drücke die gekochten Kartoffeln unbedingt noch warm durch die Presse, kalte Kartoffeln werden klebrig und der Teig lässt sich schlecht formen. Gib nicht zu viele Schupfnudeln auf einmal in die Pfanne, sonst dämpfen sie statt zu bräunen. Wende sie erst, wenn sich eine Seite von selbst von der Pfanne löst – so bekommst du die knusprigste Kruste. Das Sauerkraut schmeckt milder, wenn du es vor dem Köcheln kurz kalt abspülst.
FAQ zu vegane Schupfnudeln mit Sauerkraut
Ja. Forme die Nudeln, koche sie in Salzwasser und lass sie danach vollständig abkühlen. Im Kühlschrank halten sie sich zugedeckt einen Tag. Brate sie erst kurz vor dem Servieren an, damit sie schön knusprig werden.
Geräucherter Tempeh oder klein gewürfelte, in Sojasauce und Paprikapulver marinierte Champignons funktionieren als Alternative gut und bringen eine ähnlich herzhafte Note.
Fast. Ersetze das Weizenmehl durch eine glutenfreie Mehlmischung mit Bindemittel und achte darauf, dass Sauerkraut und Sojasauce als glutenfrei gekennzeichnet sind.

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