Veganer Allerheiligenstriezel
Jedes Jahr am 1. November duftet es in bayerischen und österreichischen Küchen nach frischem Hefeteig – Zeit für einen veganer Allerheiligenstriezel. Traditionell schenken Patinnen und Paten diesen geflochtenen Hefezopf ihren Schützlingen zu Allerheiligen, aber ehrlich gesagt schmeckt er das ganze Jahr über zum Frühstück oder Kaffee.
Das Problem an den meisten Rezepten: Butter, Ei und oft auch Milch im Teig machen den klassischen Striezel für eine pflanzliche Küche erstmal ungeeignet. Dabei braucht ein guter Hefezopf gar keine tierischen Zutaten, um butterzart, fluffig und goldbraun zu werden. Mit pflanzlicher Butter, Hafer- oder Sojadrink und etwas Geduld beim Gehenlassen gelingt dir ein Striezel, der sich geschmacklich und optisch vom Original nicht unterscheidet.
Dieses Rezept ist bewusst alltagstauglich gehalten: keine exotischen Zutaten, keine komplizierte Technik, nur ein klassischer Hefeteig, der in Ruhe aufgehen darf. Das Ergebnis ist ein veganes – und damit auch vegetarisches – Gebäck, das sich wunderbar zu Allerheiligen, aber genauso gut an einem ganz normalen Sonntagvormittag verschenken oder einfach selbst genießen lässt.
Serviert wird der Striezel klassisch pur, zum Kaffee oder Tee, oder leicht angewärmt mit einem Klecks veganer Butter und etwas Marmelade. Auch als Basis für French Toast am nächsten Tag macht er eine richtig gute Figur, falls doch mal etwas übrig bleibt – was bei uns in der Redaktion ehrlich gesagt selten vorkommt.
Veganer Allerheiligenstriezel: Warum du dieses Rezept lieben wirst
Der Teig für diesen veganer Allerheiligenstriezel braucht nur sieben Grundzutaten, die du wahrscheinlich sogar schon zuhause hast: Mehl, Hefe, Zucker, Salz, Pflanzendrink, vegane Butter und eine Bio-Zitrone für den feinen Duft. Die Rosinen sind optional, machen den Zopf aber angenehm saftig und sorgen für kleine süße Akzente in jedem Bissen.
Besonders schön finde ich, dass der Striezel nicht nur zu Allerheiligen passt. Als Hefegebäck lässt er sich genauso gut zu Ostern, als Geburtstagsüberraschung oder einfach als sonntägliches Frühstücksbrot flechten. Du investierst zwar etwas Wartezeit für die beiden Gehzeiten, aber die eigentliche Arbeit – kneten, flechten, bestreichen – ist in gut 20 Minuten erledigt.
Geschmacklich ist dieser Hefezopf fein süß, leicht buttrig und durch die Zitronenschale angenehm frisch im Abgang. Die Kruste wird durch die Pflanzendrink-Ahornsirup-Glasur schön glänzend und bekommt durch den Hagelzucker einen leichten Crunch, während die Krume innen butterweich und faserig-fluffig bleibt – genau wie man es von einem guten Hefezopf erwartet. Ob du ihn Striezel, Zopf oder Hefegebäck nennst: Das Ergebnis überzeugt in jedem Fall.
So gelingt dir veganer Allerheiligenstriezel auch als Backanfänger
Du musst kein erfahrener Bäcker sein, um diesen Striezel hinzubekommen. Der wichtigste Trick: Lass dem Hefeteig wirklich die volle Gehzeit. Gerade im Herbst, wenn die Küche kühler ist, kann die erste Stunde auch mal 75 bis 80 Minuten dauern – das ist kein Problem, sondern völlig normal.
Beim Flechten selbst musst du nicht perfekt sein. Ein klassischer Drei-Strang-Zopf verzeiht kleine Unregelmäßigkeiten, und genau diese machen den Striezel später charmant unperfekt und hausgemacht. Wichtig ist nur, dass du die Enden am Anfang und Ende gut zusammendrückst, damit sich der Zopf beim zweiten Gehen und im Ofen nicht wieder auflöst.
Falls du den Teig schon am Vorabend vorbereiten willst: Das funktioniert gut, indem du den geformten Zopf nach dem Flechten abgedeckt über Nacht in den Kühlschrank stellst. Am nächsten Morgen lässt du ihn nochmal 30 bis 40 Minuten bei Zimmertemperatur akklimatisieren, bevor er in den Ofen kommt. So hast du frisch gebackenes Gebäck, ohne früh am Allerheiligenmorgen mit dem Kneten anfangen zu müssen.
Eine Portion dieses veganen Hefezopfs liefert dir übrigens auch ein bisschen pflanzliches Eiweiß und Ballaststoffe aus dem Weizenmehl – kein Grund, auf ein Stück mehr zu verzichten, wenn der Striezel einmal auf dem Tisch steht.

Veganer Allerheiligenstriezel
Kochutensilien
- 1 Schüssel
Zutaten
Für den Hefeteig
- 500 g Weizenmehl Type 550
- 42 g frische Hefe oder 1 Päckchen Trockenhefe
- 80 g Zucker ausdrücklich als vegan gekennzeichnet
- 1 Prise Salz
- 250 ml Hafer- oder Sojadrink lauwarm
- 80 g vegane Butter weich, plus etwas für die Form
- 1 Bio-Zitrone nur die abgeriebene Schale
- 80 g Rosinen optional
Für Glasur & Deko
- 2 EL Hafer- oder Sojadrink
- 1 EL Ahornsirup
- 2 EL Hagelzucker oder gehobelte Mandeln ausdrücklich als vegan gekennzeichneter Zucker
Zubereitung
Teig vorbereiten
- Die Hefe in der lauwarmen Pflanzenmilch mit 1 TL vom Zucker auflösen und 10 Minuten an einem warmen Ort stehen lassen, bis sich kleine Bläschen bilden.
- Mehl, restlichen Zucker, Salz und Zitronenschale in einer großen Schüssel mischen. Die Hefemischung und die weiche vegane Butter dazugeben.
- Alles 8-10 Minuten zu einem glatten, elastischen Teig kneten – am besten mit der Küchenmaschine, es geht aber auch gut von Hand. Der Teig sollte sich nach dem Kneten weich und leicht klebrig, aber nicht nass anfühlen.
Gehen lassen & flechten
- Die Schüssel mit einem Tuch abdecken und den Teig an einem warmen Ort etwa 60 Minuten gehen lassen, bis sich das Volumen sichtbar verdoppelt hat.
- Die Rosinen kurz unterkneten. Den Teig in drei gleich große Portionen teilen und zu etwa 40 cm langen Strängen rollen.
- Die drei Stränge zu einem klassischen Zopf flechten und die Enden gut andrücken, damit der Striezel beim Backen seine Form behält.
- Den geflochtenen Zopf auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und nochmal 30 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.
Backen
- Den Backofen auf 180°C Umluft vorheizen.
- Pflanzendrink und Ahornsirup verrühren und den Striezel damit vorsichtig bestreichen. Mit Hagelzucker oder gehobelten Mandeln bestreuen.
- Den Striezel 30-35 Minuten goldbraun backen, bis er beim Klopfen auf die Unterseite hohl klingt.
- Vor dem Anschneiden mindestens 20 Minuten auf einem Gitter auskühlen lassen, damit sich die Krume setzen kann.
Notizen
Nährwerte
Herkunft & Zutatenwissen
Der Allerheiligenstriezel – je nach Region auch Seelenzopf, Allerseelenzopf oder einfach Strietzel genannt – hat seinen Ursprung im katholischen Brauch, am 1. November Patenkindern ein Gebäck zu schenken. Historisch galt das süße Hefegebäck als Geste des Gedenkens an die Seelen der Verstorbenen, verbunden mit dem Wunsch, dass es den Kindern an Nahrung nie fehlen möge. Mehr zur Geschichte des Brauchs findest du im Wikipedia-Artikel zum Allerheiligenstriezel.
In Österreich, Bayern und Südtirol unterscheidet sich die Form bis heute leicht: Mal wird eher ein einfacher, dicker Zopf geflochten, mal ein aufwendigeres Muster mit vier oder fünf Strängen. Manche Familien verfeinern den Teig zusätzlich mit etwas Anis oder Rum-Rosinen. Du kannst dich bei diesem Rezept also ruhig an deiner eigenen Familientradition orientieren und die Deko nach Geschmack anpassen.
Wer mag, kann den Grundteig auch leicht abwandeln: Ein Esslöffel Kakaopulver im Teig sorgt für eine marmorierte Optik, gehackte Mandeln oder Walnüsse im Inneren bringen zusätzlichen Biss, und eine dünne Schicht Marzipan zwischen zwei der drei Teigsträngen macht aus dem klassischen Striezel eine festliche Variante für besondere Anlässe. Die Grundtechnik aus Kneten, Flechten und Backen bleibt dabei immer gleich.
Ein Wort noch zum Zucker im Teig und in der Deko: Zucker wird industriell teils über Knochenkohle gefiltert, weshalb nicht jede Sorte automatisch vegan ist. Achte deshalb beim Einkauf auf Zucker, der ausdrücklich als vegan gekennzeichnet ist – in Europa ist das inzwischen die Regel, schadet aber nie, einen Blick aufs Etikett zu werfen. Mehr dazu liest du in unserem Artikel über versteckte tierische Zutaten.
So gelingt’s
Teste die Hefe immer zuerst in lauwarmer (nicht heißer!) Flüssigkeit – bei über 40°C stirbt sie ab und der Teig geht nicht auf. Bilden sich nach 10 Minuten keine Bläschen, ist die Hefe nicht mehr aktiv und du brauchst eine frische Packung. Für einen besonders schönen Glanz kannst du den Striezel direkt nach dem Backen noch einmal dünn mit warmem Ahornsirup bestreichen.
FAQ zu Veganer Allerheiligenstriezel
Kann ich den veganen Allerheiligenstriezel einfrieren?
Ja, lass den Striezel komplett auskühlen und friere ihn dann am besten in Scheiben portioniert in einem Gefrierbeutel ein. So haltbar ist er bis zu 2 Monate. Zum Auftauen einfach bei Raumtemperatur auspacken oder kurz im Toaster aufbacken.
Warum geht mein Hefeteig nicht auf?
Meist liegt es an der Temperatur der Flüssigkeit: Zu heiß tötet die Hefe ab, zu kalt verlangsamt sie stark. Lauwarm bei etwa 37°C ist ideal. Auch abgelaufene Hefe oder ein zu kühler Raum können die Gehzeit deutlich verlängern.
Kann ich die Rosinen weglassen oder ersetzen?
Klar, die Rosinen sind optional. Du kannst sie weglassen, durch gehackte getrocknete Cranberries ersetzen oder stattdessen etwas Zimt in den Teig kneten, wenn du es lieber würzig magst.
Welcher Pflanzendrink funktioniert am besten für den Teig?
Hafer- und Sojadrink eignen sich beide sehr gut, weil sie geschmacksneutral sind und den Teig schön geschmeidig machen. Sojadrink liefert durch den höheren Eiweißgehalt eine minimal kräftigere Kruste, Haferdrink schmeckt etwas milder. Mandel- oder Reisdrink funktionieren ebenfalls, ergeben aber eine etwas weniger elastische Krume.
Mit einer Zutatenliste für rund 10 Scheiben eignet sich dieser Striezel gut für eine kleine Familienfeier, als Mitbringsel zum Kaffeekranz oder einfach, um ihn über mehrere Tage portionsweise zu genießen. Falls du für eine größere Runde backst, lässt sich die Menge unkompliziert verdoppeln – achte dann nur darauf, dass du zwei einzelne Zöpfe flechtest statt einen übergroßen, damit er in der Mitte gleichmäßig durchbackt.
Ob zu Allerheiligen, als Ostergebäck oder einfach am Wochenende: Dieser veganer Allerheiligenstriezel beweist, dass klassisches Hefegebäck auch ganz ohne Butter, Ei und Milch gelingt. Schau auch bei unseren veganen Zimtschnecken mit Vanille-Glasur vorbei, wenn du Lust auf noch mehr süßes Hefegebäck hast.

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