Veganer Nussbraten mit Preiselbeersauce und Rotkohl
Ein Festtagsbraten, der ganz ohne Fleisch, Ei oder Käse auskommt und trotzdem satt und festlich macht – das ist unser veganer Nussbraten mit Preiselbeersauce und Rotkohl. Die Kombination aus Walnüssen, Haselnüssen, Pilzen und würzigen Kräutern ergibt eine feste, aromatische Masse, die im Ofen eine knusprige Kruste bekommt. Das Rezept ist zu 100 % vegan und erfüllt damit automatisch auch vegetarische Suchintention, falls du für gemischte Festtagsrunden kochst.
Gerade in den Wochen vor Weihnachten suchen viele nach einer Alternative zum klassischen Gänsebraten, die sich ohne stundenlanges Schmoren und Kerntemperatur-Kontrolle zubereiten lässt. Genau das leistet dieser Nussbraten: Er kommt einfach in die Kastenform, backt vor sich hin, und du kannst dich währenddessen um Beilagen, Gäste oder den Tisch kümmern.
Dazu gibt es eine samtige Preiselbeersauce und klassisch geschmorten Rotkohl – in Österreich auch Rotkraut, in Teilen der Schweiz Blaukraut genannt. Zusammen ergibt das ein rundes Festtagsmenü, das sich auch gut vorbereiten lässt.
Du musst dafür übrigens nicht bis Weihnachten warten. Der Nussbraten mit Preiselbeersauce schmeckt genauso gut an einem ganz normalen Herbst- oder Wintersonntag, wenn dir nach einem herzhaften, warmen Essen mit der ganzen Familie ist.
Warum dieser Nussbraten mit Preiselbeersauce so gut ankommt
Walnüsse und Haselnüsse liefern von Natur aus Fett, Röstaromen und Biss – genau das, was einen Braten saftig und herzhaft macht. Zusammen mit angebratenen Champignons entsteht eine umami-reiche Basis, die durch Thymian und Majoran einen würzigen, fast wildartigen Geschmack bekommt. Dieser Nussbraten mit Preiselbeersauce überzeugt dadurch auch Menschen, die sonst selten zu rein pflanzlichen Festtagsgerichten greifen.
Die Preiselbeersauce bringt eine feine Säure und Süße mit, die die kräftige Nussmasse aromatisch auffängt – ganz ähnlich wie bei einem klassischen Wildbraten, nur eben vollständig pflanzlich. Der geschmorte Rotkohl mit Apfel, Zimt und Nelken rundet den Teller mit seiner typischen Winterwürze ab, sodass am Ende ein vollständiges, in sich stimmiges Festtagsmenü entsteht.
Auch optisch wirkt der angeschnittene Braten einladend: Die gleichmäßig verteilten Nussstücke und die dunkelrote Sauce sorgen für ein Festtagsbild auf dem Teller, das keinen tierischen Braten vermissen lässt.
Mit rund 460 Kilokalorien pro Portion ist der Nussbraten ein sättigendes Hauptgericht. Für 6 Personen reicht eine Kastenform meist locker aus, bei größeren Festtagsrunden lässt sich die Menge einfach verdoppeln und in zwei Formen backen. Das macht ihn auch für größere Familienfeiern gut planbar.
So gelingt der Nussbraten auch im Alltag
Der größte Fehler beim Nussbraten ist eine zu feuchte Masse, die beim Backen auseinanderfällt. Deshalb ist es wichtig, die Pilze vorher gut anzubraten, bis keine Flüssigkeit mehr in der Pfanne steht, und die Semmelbrösel sorgfältig einzuarbeiten. Das Leinsamen-Gel übernimmt dabei die Bindung, die sonst ein Ei leisten würde.
Ein zweiter wichtiger Punkt ist die Garzeit. Nimm den Nussbraten erst aus dem Ofen, wenn die Oberfläche wirklich fest und nicht mehr nachgebend ist. Ein zu früh herausgenommener Braten bleibt innen krümelig, auch wenn er von außen schon gut aussieht.
Praktisch für stressige Festtage: Du kannst die rohe Nussbraten-Masse bereits am Vortag in die Form füllen, abgedeckt in den Kühlschrank stellen und am nächsten Tag direkt backen. So brauchst du am eigentlichen Tag nur noch den Ofen anzuschalten, während Rotkohl und Sauce nebenbei köcheln. Auch die Preiselbeersauce schmeckt aufgewärmt genauso gut, sodass du sie problemlos einen Tag vorher kochen kannst.
Auch für den ganz normalen Sonntag eignet sich der Braten gut, nicht nur für Weihnachten: In Scheiben geschnitten und kurz in der Pfanne aufgebraten schmeckt er als Resteessen fast noch intensiver, weil die Röstaromen sich beim zweiten Erhitzen noch verstärken.
Wenn du eine Nussallergie in der Familie hast, lässt sich ein Teil der Walnüsse durch geschälte Sonnenblumenkerne ersetzen – der Braten wird dadurch milder, hält aber genauso gut zusammen.
Für ein vollständiges Festtagsmenü passt als Vorspeise übrigens eine klare Suppe oder ein kleiner Wintersalat gut, damit der herzhafte Nussbraten als Hauptgang nicht zu schwer wirkt. Als Nachtisch eignet sich etwas Fruchtiges, zum Beispiel gebackene Äpfel oder ein leichtes Sorbet, um den Teller aromatisch abzurunden.
Reste lassen sich hervorragend verwerten: In dünne Scheiben geschnitten und kurz angebraten ergibt der Nussbraten ein schnelles Mittagessen, zum Beispiel auf einem Butterbrot mit etwas Preiselbeersauce und Salat. So verschwindet am Ende der Festtage nichts im Müll.
Du kannst den gebackenen Braten auch portionsweise einfrieren. Lass die Scheiben dafür vollständig auskühlen, friere sie einzeln vor und packe sie danach luftdicht ein – so taut jeweils nur so viel auf, wie du wirklich brauchst.

Veganer Nussbraten mit Preiselbeersauce und Rotkohl
Kochutensilien
- 1 Schüssel
Zutaten
Für den Nussbraten
- 150 g Walnüsse fein gemahlen oder gehackt
- 150 g Haselnüsse fein gemahlen
- 200 g Champignons fein gewürfelt
- 2 Zwiebeln fein gewürfelt
- 2 Knoblauchzehen fein gehackt
- 3 EL Olivenöl
- 150 g Semmelbrösel
- 100 ml Gemüsebrühe
- 2 EL Leinsamen gemahlen, mit 6 EL Wasser zu einem Gel verquollen (Ei-Ersatz)
- 2 EL Sojasauce
- 1 TL getrockneter Thymian
- 1 TL getrockneter Majoran
- Salz, Pfeffer, Muskatnuss
Für die Preiselbeersauce
- 300 ml Gemüsebrühe
- 100 g Preiselbeerkonfitüre auf ein ausdrücklich veganes Label achten – wie bei Zucker allgemein kann der verwendete Zucker über Knochenkohle gefiltert sein
- 1 EL Zitronensaft
- 1 EL Speisestärke mit 2 EL Wasser angerührt
- 1 Lorbeerblatt
- Salz, Pfeffer
Für den Rotkohl
- 800 g Rotkohl in feine Streifen geschnitten
- 1 Apfel gewürfelt
- 1 Zwiebel gewürfelt
- 2 EL Apfelessig
- 2 EL Zucker auf ein veganes Label achten – manche Zuckersorten werden mit Knochenkohle gefiltert
- 1 Zimtstange
- 2 Gewürznelken
- 200 ml Rotkohlsaft oder Wasser
- 2 EL Pflanzenöl
- Salz
Zubereitung
Nussbraten vorbereiten
- Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen und eine Kastenform (ca. 25 cm) mit Backpapier auslegen.
- Zwiebeln und Knoblauch in Olivenöl 3 Minuten glasig anschwitzen. Champignons zugeben und braten, bis die austretende Flüssigkeit verkocht ist.
- Walnüsse, Haselnüsse und Semmelbrösel in einer großen Schüssel vermischen. Die Pilzmasse, Gemüsebrühe, Leinsamen-Gel und Sojasauce zugeben.
- Mit Thymian, Majoran, Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen und alles zu einer gleichmäßigen, formbaren Masse verarbeiten. Falls die Masse zu trocken ist, löffelweise etwas mehr Gemüsebrühe zugeben.
Backen
- Die Masse fest in die vorbereitete Kastenform drücken und glattstreichen, damit keine Luftlöcher entstehen.
- Im vorgeheizten Ofen 45-50 Minuten backen, bis die Oberfläche fest und goldbraun ist.
- Den Nussbraten 10 Minuten in der Form ruhen lassen, bevor du ihn vorsichtig stürzt und in Scheiben schneidest.
Preiselbeersauce zubereiten
- Gemüsebrühe mit dem Lorbeerblatt in einem kleinen Topf aufkochen und 5 Minuten köcheln lassen.
- Preiselbeerkonfitüre und Zitronensaft einrühren. Das Lorbeerblatt entfernen.
- Die angerührte Speisestärke einrühren und unter Rühren kurz aufkochen lassen, bis die Sauce leicht bindet. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Rotkohl zubereiten
- Pflanzenöl in einem großen Topf erhitzen und die Zwiebel darin glasig dünsten.
- Rotkohl und Apfel zugeben und kurz mitdünsten. Mit Apfelessig ablöschen.
- Zucker, Zimtstange, Gewürznelken und Rotkohlsaft zugeben. Zugedeckt bei milder Hitze 35-40 Minuten weich schmoren, gelegentlich umrühren.
- Zimtstange und Nelken entfernen, mit Salz abschmecken und warm zusammen mit dem Nussbraten und der Preiselbeersauce servieren.
Notizen
Nährwerte
Herkunft & Zutatenwissen
Der Nussbraten hat eine lange Tradition als vegetarisches Festtagsgericht, lange bevor „vegan“ ein geläufiger Begriff war. In Großbritannien ist der sogenannte „Nut Roast“ seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil vieler vegetarischer Weihnachtsmenüs, in Deutschland und Österreich hat sich die Nussbraten-Tradition parallel vor allem in Reformhäusern und der bürgerlichen Küche entwickelt. Klassische Rezepte enthielten dabei oft Ei und Käse als Bindemittel – in dieser Version übernehmen Leinsamen und gut angebratene Pilze diese Aufgabe vollständig pflanzlich.
Walnüsse zählen zu den ältesten Kulturpflanzen überhaupt und liefern wertvolle ungesättigte Fettsäuren. Mehr zu Herkunft und Inhaltsstoffen der Walnuss findest du auf Wikipedia.
Haselnüsse ergänzen die Walnüsse im Rezept mit einer etwas süßeren, runderen Note und sorgen zusätzlich für Struktur, weil sie weniger ölig sind. Die Kombination beider Nusssorten ist kein Zufall: Sie verteilt Fett, Biss und Röstaroma gleichmäßiger, als es eine einzelne Nusssorte könnte, und macht den fertigen Braten schnittfester.
Wenn du nach weiteren veganen Alternativen zum klassischen Festtagsbraten suchst, schau auch bei unserer veganen Martinsgans mit Rotkohl und Kartoffelklößen oder beim veganen Linsenbraten mit Rotweinjus vorbei. Alle drei Rezepte eignen sich hervorragend für die Festtage, unterscheiden sich aber deutlich in Textur und Geschmacksrichtung.
Rotkohl, Rotkraut oder Blaukraut – je nach Region hat das winterliche Kohlgemüse unterschiedliche Namen, gemeint ist aber überall dasselbe: in Streifen geschnittener Rotkohl, der mit Apfel, Essig und Gewürzen geschmort wird. Die violette Farbe entsteht übrigens durch Anthocyane, die je nach Säuregehalt der Flüssigkeit zwischen Rot und Blau changieren können.
Preiselbeeren selbst wachsen wild in nordischen und alpinen Wäldern und wurden traditionell zu Wild- und Festtagsgerichten gereicht, weil ihre Säure fettes Fleisch ausgleicht. In unserem Nussbraten mit Preiselbeersauce übernimmt die Frucht genau diese Funktion – nur eben zu einer rein pflanzlichen Nussmasse statt zu einem Wildbraten.
So gelingt’s
Drücke die Nussmasse vor dem Backen wirklich fest in die Form und glätte die Oberfläche. Lufteinschlüsse sind der häufigste Grund, warum ein Nussbraten beim Anschneiden auseinanderfällt statt in festen Scheiben zu bleiben.
FAQ zu Nussbraten mit Preiselbeersauce und Rotkohl
Ja, das ist sogar empfehlenswert. Fülle die rohe Masse in die Form, decke sie ab und stelle sie über Nacht kalt. Am nächsten Tag backst du den Braten einfach wie im Rezept beschrieben.
Drücke die Masse fest in die Form, backe sie vollständig durch und lasse sie vor dem Schneiden mindestens 10 Minuten ruhen. So setzen sich die Scheiben und fallen nicht auseinander.
Auf jeden Fall. Der Nussbraten mit Preiselbeersauce schmeckt auch als normaler Sonntagsbraten und lässt sich kalt in Scheiben oder warm aufgebraten als Resteessen genießen.

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