Du hast Lust auf ein deftiges, klassisch-deutsches Sonntagsessen, willst aber komplett pflanzlich kochen? Schnitzel gehört für viele zu den Gerichten, bei denen die vegane Küche besonders skeptisch beäugt wird – zu Unrecht, wie dieses Rezept zeigt.
Dieses vegane Schnitzel aus Sellerie nutzt Knollensellerie (in Österreich auch als Sellerieknolle bekannt) als Basis: kurz in Gemüsebrühe vorgegart, klassisch paniert und knusprig gebraten, wird daraus ein Schnitzel mit angenehm mild-nussigem Eigengeschmack und einer Panade, die genauso kracht wie beim Original. Dazu gibt es einen cremig-frischen Kartoffel-Gurkensalat – zusammen ein Gericht, das sowohl vegan als auch vegetarisch überzeugt und sich hervorragend für die ganze Familie eignet.
In 35 Minuten Vorbereitung und 20 Minuten Kochzeit bekommst du 4 Portionen eines sättigenden Hauptgerichts mit rund 390 Kalorien pro Portion – ein Klassiker, der auch bei Gästen ankommt, die sonst eher skeptisch gegenüber veganem Essen sind.
Gerade wenn du Familie oder Freunde von der veganen Küche überzeugen möchtest, ist dieses Rezept ein guter Einstieg: Die vertraute Form und Textur eines Schnitzels macht den Umstieg leicht, ohne dass jemand am Tisch das Gefühl hat, auf etwas verzichten zu müssen.
Warum du dieses vegane Schnitzel aus Sellerie lieben wirst
Wenn du Comfort Food liebst, aber auf Fleisch verzichten willst, ist dieses Rezept ein echter Volltreffer. Der Knollensellerie wird durch das kurze Vorgaren in Brühe angenehm mild und zart, während die klassische Dreifach-Panade aus Mehl, Pflanzendrink und Semmelbröseln für den vertrauten, knusprigen Biss sorgt, den man von einem klassischen Schnitzel erwartet.
Zusammen mit dem Kartoffel-Gurkensalat entsteht ein rundum stimmiges Gericht, bei dem sich Cremigkeit, Säure und Knusprigkeit perfekt ergänzen. Wer noch mehr Lust auf deutsche Klassiker in veganer Neuinterpretation hat, sollte auch unsere veganen Königsberger Klopse mit Kapernsauce probieren – ein weiteres traditionelles Gericht, das komplett pflanzlich genauso gut funktioniert.
Ein weiterer Vorteil gegenüber Fleisch-Schnitzel: Knollensellerie braucht keine Ruhezeit und kein Klopfen, um zart zu werden. Du sparst dir also einen kompletten Arbeitsschritt, ohne bei Textur oder Geschmack Kompromisse einzugehen. Für eine würzigere Note kannst du der Panade zusätzlich 1 TL geräuchertes Paprikapulver oder etwas Majoran beimischen, das erinnert geschmacklich zusätzlich an klassische Bratengewürze.
Auch aus ernährungsphysiologischer Sicht überzeugt das Rezept: Knollensellerie liefert Ballaststoffe und Kalium, während die Panade durch das Braten in wenig Öl deutlich weniger Fett aufnimmt als bei einer klassischen Fritteusen-Panade. So bekommst du ein Gericht, das sich wie ein echtes Sonntagsschnitzel anfühlt, aber leichter verdaulich ist.
Mit rund 4,20 € für vier Portionen ist das Rezept außerdem eine der günstigeren Hauptgerichte-Optionen in der veganen Küche – deutlich preiswerter als die meisten industriell hergestellten veganen Fleischersatzprodukte, dafür mit vollständig nachvollziehbarer, kurzer Zutatenliste.
Einfach, alltagstauglich und familienfreundlich
Alle Zutaten für dieses Rezept bekommst du in jedem gut sortierten Supermarkt, ganz ohne Spezialgeschäft oder Onlinebestellung. Knollensellerie ist zwischen Spätsommer und Frühjahr durchgehend erhältlich und damit ein zuverlässiger Alltagsbegleiter in der veganen und vegetarischen Küche.
Der Kartoffel-Gurkensalat lässt sich gut vorbereiten und zieht im Kühlschrank sogar noch besser durch – ideal, wenn du für mehrere Personen kochst oder das Essen zeitlich planen willst. Für den Kartoffelsalat eignen sich übrigens dieselben festkochenden Kartoffeln (in der Schweiz teils als Härdöpfel bezeichnet), die du auch für unseren veganen Schwäbischen Kartoffelsalat mit Radieschen verwenden würdest, falls du noch eine zweite Beilagen-Variante ausprobieren möchtest.
Das Rezept eignet sich außerdem gut zum Verdoppeln, wenn du für mehr Personen kochst oder Reste für den nächsten Tag haben möchtest. Brate die Schnitzel in diesem Fall am besten in zwei Durchgängen, damit in der Pfanne genug Platz bleibt und die Panade gleichmäßig knusprig wird, statt zu dämpfen.
Falls du den Sellerie lieber im Voraus vorbereiten möchtest, kannst du ihn bereits am Vortag in Brühe vorgaren und abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren. Am Tag des Essens musst du die Scheiben dann nur noch panieren und braten – das spart am Kochabend selbst wertvolle Zeit.
Das Gericht lässt sich außerdem gut an Kinder anpassen: Reduziere einfach die Pfeffermenge in der Panade und serviere den Kartoffel-Gurkensalat separat, falls die Kombination aus Essig und Senf für empfindlichere Geschmäcker noch zu intensiv ist. So wird aus einem Rezept schnell ein Familienessen, das für alle am Tisch passt.
Veganes Schnitzel aus Sellerie mit Kartoffel-Gurkensalat
Zutaten
Für die Sellerie-Schnitzel
- 1 Knollensellerie ca. 800 g
- 500 ml Gemüsebrühe
- 100 g Mehl
- 200 ml Pflanzendrink ungesüßt
- 1 EL Senf
- 150 g Semmelbrösel
- 2 EL Sonnenblumenöl zum Braten
- Salz und Pfeffer nach Geschmack
Für den Kartoffel-Gurkensalat
- 600 g festkochende Kartoffeln
- 1 Salatgurke
- 3 EL Apfelessig
- 3 EL Sonnenblumenöl
- 1 TL Senf
- 1 Schalotte fein gewürfelt
- 2 EL Schnittlauch frisch, gehackt
- Salz, Pfeffer, 1 Prise Zucker
Zubereitung
Kartoffel-Gurkensalat
- Kartoffeln in der Schale ca. 20 Minuten weich kochen, kurz ausdampfen lassen, pellen und noch warm in Scheiben schneiden – so nehmen sie das Dressing am besten auf.
- Gurke waschen, längs halbieren, mit einem Löffel entkernen und in dünne Halbmonde schneiden.
- Essig, Öl, Senf, Schalotte, Salz, Pfeffer und Zucker zu einem Dressing verrühren, über die warmen Kartoffeln geben und vorsichtig vermengen. Gurke unterheben, mit Schnittlauch bestreuen und ziehen lassen.
Sellerie-Schnitzel
- Knollensellerie schälen und in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden – das ergibt 4 große Schnitzel.
- Gemüsebrühe in einem großen Topf erhitzen und die Selleriescheiben darin 8-10 Minuten bei mittlerer Hitze vorgaren, bis sie sich mit der Gabel leicht einstechen lassen, aber noch Biss haben. Abgießen und trocken tupfen.
- Drei Schalen vorbereiten: Mehl in der ersten, mit Senf verquirlter Pflanzendrink in der zweiten, Semmelbrösel in der dritten.
- Selleriescheiben salzen und pfeffern, dann zuerst in Mehl, danach in der Pflanzendrink-Mischung und zuletzt in den Semmelbröseln wenden, dabei gut andrücken.
- Öl in einer großen Pfanne erhitzen und die panierten Schnitzel darin 3-4 Minuten pro Seite goldbraun und knusprig braten.
- Kurz auf Küchenpapier abtropfen lassen und sofort mit dem Kartoffel-Gurkensalat servieren.
Notizen
Nährwerte
Herkunft & Zutatenwissen
Das Wiener Schnitzel zählt zu den bekanntesten Gerichten der österreichisch-deutschen Küche und wird klassisch aus Kalbfleisch zubereitet. Die Grundtechnik – dünn schneiden, panieren, knusprig ausbacken – lässt sich hervorragend auf pflanzliche Zutaten übertragen, sofern diese eine ähnlich feste Struktur mitbringen. Knollensellerie eignet sich dafür besonders gut, weil er sich in dicke Scheiben schneiden lässt und beim Vorgaren in Brühe zusätzlich Geschmack aufnimmt, statt ihn nur zu verlieren.
Der Kartoffel-Gurkensalat wiederum ist eine typisch norddeutsche Beilage zu Schnitzel und Bratkartoffeln, bei der die Gurke für Frische sorgt und den vergleichsweise reichhaltigen Hauptgang auflockert. Zusammen ergeben beide Elemente ein stimmiges, saisonunabhängiges Menü, das zu jeder Jahreszeit funktioniert.
Knollensellerie wird in der Schweiz teils auch als Rüebli-Verwandter falsch eingeordnet, ist botanisch aber ein eigenständiges Gemüse aus der Familie der Doldenblütler. In Österreich ist zudem die Bezeichnung Zeller gebräuchlich. Unabhängig vom Namen gilt: Je fester und schwerer die Knolle für ihre Größe ist, desto aromatischer und wasserärmer ist sie meist – ein guter Anhaltspunkt beim Einkauf auf dem Markt.
Auch die Panade selbst hat kulinarische Tradition: Die klassische Wiener Panier aus Mehl, Ei-Ersatz und Semmelbröseln sorgt für die charakteristische, leicht wellige Kruste, die beim Braten in Fett aufpufft. Genau dieser Effekt gelingt auch mit Pflanzendrink statt Ei, solange die drei Panierschritte sorgfältig und mit ausreichend Andruck ausgeführt werden.
So gelingt’s
Gare die Selleriescheiben nur so lange vor, bis sie sich mit der Gabel gerade eben einstechen lassen. Zu weich vorgegarte Scheiben zerfallen später beim Braten leicht.
Drücke die Panade nach jedem Arbeitsschritt gut an, besonders bei den Semmelbröseln. So bleibt sie beim Braten an der Schnitzeloberfläche haften, statt in der Pfanne zu landen.
FAQ zu Veganes Schnitzel aus Sellerie
Der Knollensellerie bekommt durch das kurze Vorgaren in Brühe einen milden, leicht nussigen Eigengeschmack und wird durch die knusprige Panade herrlich kontrastreich – geschmacklich und texturell näher am Original, als du vielleicht erwartest.
Ja. Backe die panierten Scheiben bei 220°C Ober-/Unterhitze ca. 20 Minuten und wende sie nach der Hälfte der Zeit. Für extra Knusprigkeit die Schnitzel vorher noch mit etwas Öl bespritzen.
Klassisch schmecken auch Kartoffelpüree, ein grüner Salat oder geschmorter Rotkohl hervorragend zu den Sellerie-Schnitzeln – je nachdem, ob du eine sommerliche oder herbstliche Beilage bevorzugst.
